Bundesliga nach dem Terror - HSV-Spiel ohne Zwischenfälle

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Jeder Zuschauer wurde gründlich vor betreten des Stadions kontrolliert. Foto: Daniel Bockwoldt

Beim ersten Bundesliga-Spiel nach dem Terror von Paris sollte es keine Panne geben. 57 000 Zuschauer müssen verschärfte Kontrollen über sich ergehen lassen. Viele kommen wegen Staus erst nach Spielbeginn ins Stadion.

Hamburg (dpa) - Wenige Tage nach den Terroranschlägen und -warnungen hat der 13. Spieltag der Bundesliga mit einem friedlichen Fußballfest begonnen.

Das Auftaktspiel der Hamburger gegen Borussia Dortmund (3:1) am Freitagabend wurde von verschärften Sicherheitskontrollen an allen Eingängen des ausverkauften Volksparkstadions begleitet.

Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) machte sich vor Spielbeginn ein Bild von der Lage. Die Flaggen vor der Arena wehten auf halbmast. Alle Besucher wurden sorgfältig abgetastet, Taschen kontrolliert. Bis zum Abpfiff blieben besondere Vorfälle aus. "Alles ist ruhig geblieben. Rund um die Arena gab es keine außergewöhnlichen Vorkommnisse", sagte ein Polizeisprecher nach Spielschluss.

Wegen Staus rund um das Volksparkstadion wurde die Begegnung mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen. Denn außer dem mit 57 000 Menschen ausverkauften Fußballspiel gab es in einer benachbarten Halle ein Konzert der Band Unheilig. Vor Spielbeginn legten die beiden Teams noch Gedenkminuten für die Opfer der Anschläge in Paris sowie für den am 10. November gestorbenen Altkanzler Helmut Schmidt ein.

Vor der Begegnung suchten Sprengstoffhunde wie bei jedem Heimspiel zweimal (am Donnerstag und Freitag) nach Sprengstoff und Pyrotechnik - auch unter den Trainerbänken am Spielfeldrand. Der HSV erhöhte die Anzahl der Ordnungskräfte von 450 auf 600. Die Polizei machte keine Angaben über ihre personelle Stärke. HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer hatte an die Fans appelliert, keine Knaller oder Böller ins Stadion mitzubringen, und die Besucher folgten dem Aufruf.

"Wir haben alles Menschenmögliche dafür getan, dass wir unseren Zuschauern und auch den Gästen aus Dortmund ein sicheres Spiel zeigen können", sagte Beiersdorfer am Sky-Mikrofon kurz vor dem Anpfiff. Der Präsident der Deutschen Fußball Liga, Reinhard Rauball, bezeichnete die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen als angemessen.

Die Sicherheitskräfte durchsuchten auch prominente Stadionbesucher, darunter der ehemalige HSV-Spieler Marcell Jansen. "Die Menschen kommen für den Sport, für den Fußball: Das darf man sich nicht kaputt machen lassen", sagte der 30-Jährige.

Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, sagte, die Geschehnisse in Paris und Hannover seien nicht spurlos an der Mannschaft vorbeigegangen. Von Verunsicherung aber keine Spur. "Die Spieler haben das Gefühl, dass Demokratie und Meinungsfreiheit keine Geschenke sind - dafür musst du was tun."

Nach dem Spiel sprachen beide Trainer von einer Rückkehr zur Normalität. "Es war wie immer, sicherer Aufenthalt, sichere Anreise", sagte Dortmunds Coach Thomas Tuchel. HSV-Trainer Bruno Labbadia sagte zu einer möglichen Terrorgefahr, es gehöre zum Job, "dass man das ausblendet". "Vor allem dürfen wir uns die Freude nicht nehmen lassen. Heute war für den HSV, unsere Fans ein Freudentag."

BVB-Torwart Roman Bürki hatte während der Partie ein gutes Gefühl. "Bei Anpfiff war der Fokus voll auf dem Spiel." Für BVB-Spieler Ilkay Gündogan waren die vergangenen Tage sehr turbulent. Während der Terroranschläge in Paris befand sich der Nationalspieler mit der deutschen Mannschaft im Stade de France: "Wenn man erlebt, dass man zwölf Stunden im Stadion eingesperrt ist und draußen nach und nach Menschen erschossen werden, dann ist das sehr seltsam." Auch bei der Länderspielabsage am Dienstag in Hannover war Gündogan dabei.

Vor allem für den HSV und seine Anhänger war es ein erfolgreicher Abend. "Wir wollten ein Fußballfest machen, damit die Menschen glücklich nach Hause gehen", sagte HSV-Spieler Matthias Ostrzolek.

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