Befreiungsschlag bei Heimspiel

HSV gewinnt Keller-Krimi gegen Nürnberg

Rafael van der Vaart Hamburger SV
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Rafael van der Vaart vom Hamburger SV im Zweikampf mit Nürnbergs Mike Frantz.

Hamburg - Der Hamburger SV hat den erhofften Befreiungsschlag im Abstiegskampf der Bundesliga geschafft. Die Hanseaten gewannen am Sonntag hochverdient das Kellerduell gegen den 1. FC Nürnberg.

Nach dem Befreiungsschlag im Keller-Krimi stürmten die Spieler des Hamburger SV völlig losgelöst auf Rene Adler zu. Der Nationaltorhüter hielt mit einer Glanzparade bei einem Freistoß von Jose Campana in der Nachspielzeit (90.+3) den 2:1 (0:0)-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg fest. „Das sind so Spiele, in denen du als Torwart wenige Aktionen hast. Mir war klar, dass so eine wichtige Aktion noch kommen wird“, sagte Adler bei Sky.

Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka verließ als Tabellen-14. erstmals seit Dezember die Abstiegsplätze. Hakan Calhanoglu hatte die Hanseaten in Führung gebracht (80.), Mike Frantz unterlief in seinem 100. Bundesligaspiel zudem ein Eigentor (86.). Josip Drmic gelang nur noch der Anschlusstreffer (90.+1).

„Das war ein unglaublich tolles Spiel. Wir haben alles in die Waagschale geworfen. Dafür wurden wir am Ende belohnt, auch wenn wir es noch einmal spannend gemacht haben“, sagte ein erleichterter HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer, während Slomka betonte, „dass die Mannschaft 90 Minuten marschiert ist und immer an ihre Chance geglaubt hat.“

Feulner: "Hätten unsere Möglichkeiten besser nutzen müssen"

Die punktgleichen Nürnberger rutschten nach der dritten Niederlage in Folge hinter die Hanseaten zurück und müssen wieder kräftig zittern. Hamburg und Nürnberg liegen neun Spieltage vor Saisonende zwei Zähler vor dem VfB Stuttgart auf dem Relegationsrang. „Wir waren nicht so aggressiv wie der HSV. Zudem hätten wir unsere Möglichkeiten besser nutzen müssen“, sagte Markus Feulner, während Pechvogel Frantz, der den Schuss von Calhanoglu zum 0:1 abfälschte, erklärte: „Das war sehr unglücklich. Wir haben aber zu viele Fehler gemacht.“

Beide Mannschaften hatten es vor 52.183 Zuschauern eilig und gingen von Beginn an in die Offensive. Nachdem der erste Schuss von Nürnbergs Torjäger Drmic nach 48 Sekunden nur knapp am Tor von Adler vorbeigerollt war, wurden auch die Gastgeber sofort gefährlich. Erst stellte ein langer Freistoß von Rafael van der Vaart den starken Torhüter Raphael Schäfer vor Probleme (2.), dann verzog Calhanoglu einen Rechtsschuss nur knapp (3.).

Calhanoglu stellte Torhüter mit Gewaltschuss aus 16 Metern auf die Probe

Der HSV, der Toptorschütze Pierre-Michel Lasogga (Oberschenkelprobleme) vermisste, wirkte wild entschlossen. Insbesondere Mittelfeld-Juwel Calhanoglu wollte es wissen und stellte Schäfer mit einem Gewaltschuss aus 16 Metern auf die nächste Probe (17.).

Doch auch der Club spielte mit und versuchte oftmals über die rechte Seite und den agilen Robert Mak gefährlich zu werden. Fast hätte der Slowake die Führung eingeleitet, doch Markus Feulner traf nach feinem Zuspiel bei einem Konter nur den Außenpfosten (24.). Nürnbergs Japaner Hiroshi Kiyotake verlangte Adler mit einem abgefälschten Distanzschuss zudem alles ab (36.). So ging es ohne Treffer in die Kabinen, auch weil Jacques Zoua nach einer Ilicevic-Flanke in der Nachspielzeit nur den Pfosten traf (45.+1).

Fast im Minutentakt hatten die Hanseaten einen Treffer auf dem Fuß

Nach dem Wechsel drängten die Hausherren weiter auf die Führung. Fast im Minutentakt hatten die Hanseaten einen Treffer auf dem Fuß, doch van der Vaart (59.) und Calhanoglu vergaben (63., 64.). Wenig später klärte Javier Pinola nach einem Kopfball von Zoua auf der Linie (70.), bevor Schäfer einen Rechtsschuss von Ilicevic glänzend entschärfte (74.). „Wir haben nur auf ein Tor gespielt“, stellte Calhanoglu fest. Dafür belohnte sich der HSV in einer packenden Schlussphase.

Bei den Hausherren überzeugten Mittelfeld-Lenker Milan Badelj und Calhanoglu, bei den Gästen wussten Schäfer und Robert Mak zu gefallen.

SID

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