Beiersdorfer in Barsinghausen

Hamburger SV im Trainingslager auf der Suche nach Ruhe

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HSV-Trainer Markus Gisdol (M.) versucht sein Team endlich auf Erfolg zu trimmen. Foto: Peter Steffen

Beim Hamburger SV rumort es gewaltig vor dem wichtigen Derby gegen Werder Bremen. Nicht nur das Team des Tabellenletzten, auch Vorstandschef Beiersdorfer steht unter Druck. Im niedersächsischen Barsinghausen ist der HSV auf der Suche nach Ruhe.

Barsinghausen (dpa) - Selbst HSV-Clubchef Dietmar Beiersdorfer flüchtete auf der Suche nach größtmöglicher Ruhe vor dem 105. Nordderby in die niedersächsische Provinz.

Dick eingepackt verfolgte der angeschlagene Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV das Training des abgeschlagenen Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga in Barsinghausen. Hier am Fuße des Höhenzugs Deister vor den Toren Hannovers befindet sich der wieder einmal stark abstiegsgefährdete Bundesliga-Dauerbrenner im Trainingslager.

Vor dem brisanten Duell gegen den sportlich ebenfalls angeschlagenen Drittletzten Werder Bremen am Samstag versucht HSV-Coach Markus Gisdol alles, um sein Team endlich auf Erfolg zu trimmen. Das "geilste Spiel des Jahres" (Abwehrspieler Dennis Diekmeier) gegen Werder soll zum emotionalen Wendepunkt werden. In einem offenen Brief wandte sich der Mannschaftsrat fast schon flehentlich an die Fans, das Team am Samstag besonders zu unterstützen. "Ein Sieg im Derby kann ein Schlüsselmoment sein", sagte Offensivspieler Nicolai Müller.

Dafür will sich Gisdol durch nichts ablenken lassen. Am Donnerstag fand die erste Einheit des Tages im August-Wenzel-Stadion statt, wo normalerweise die niedersächsischen Landesauswahlen spielen. Am Tag zuvor auf der Anlage des Sporthotels Fuchsbachtal, wo auch das Nationalteam schon etliche Male trainierte, war Gisdol offenbar schon zuviel Betrieb. Öffentlich waren daher auch am Donnerstag nur die ersten Minuten des Trainings.

"Wir müssen uns in dieser Woche sehr gut im Training wiederfinden und dürfen uns von nichts ablenken lassen", hatte Gisdol zuvor schon gesagt. In Hamburg scheint dies derzeit kaum möglich. Zu groß ist mal wieder der Wirbel im latent aufgeregten HSV-Umfeld. Nach Medienberichten steht sogar Vorstandsboss Beiersdorfer zur Disposition, sollten die Hamburger auch am Samstagabend noch mit nur drei Punkten Tabellenletzter sein. Zuletzt hatte bereits Marketing-Vorstand Joachim Hilke seinen Rücktritt angekündigt.

"Wenn man als Mannschaft zusammen an einem anderen Ort ist, zeigt sich eine andere Stimmung", sagte Gisdol voller Hoffnung, all die Aufregung in Hamburg hinter sich zu lassen.

Allerdings sind auch mit dem Trainingslager die personellen Nöte nicht zu kaschieren. Stammkeeper René Adler ist wegen seiner Ellbogen-Operation in Barsinghausen nicht dabei; auch Emir Spahic (Meniskusprobleme), Cléber, Bobby Wood (beide Knieprobleme) und Albin Ekdal (Sprunggelenkverletzung) fehlen weiterhin. Auch deshalb dürfte es am Samstag keine Alternative zum zuletzt wackligen Johan Djourou in der Innenverteidigung geben. Den Schweizer hatte Gisdol bereits in der vergangenen Woche als Kapitän abgesetzt.

Diese Maßnahme, sowie unter anderem verordneter Sprachunterricht für einige ausländische Profis und das Kurz-Trainingslager in Barsinghausen scheinen schon so etwas wie der berühmte "letzte Strohhalm" zu sein, nach dem Gisdol und der HSV früh in der Saison greifen. "Es gibt dafür vielleicht keine zweite Chance mehr in dieser Saison, dass es greift", hatte Gisdol zu seinen Maßnahmen gesagt.

HSV vor dem Derby

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