Heftige Ausschreitungen in Liga 3

Die Lage beim Spiel von Preußen Münster gegen den VfL Osnabrück eskalierte. Foto: Friso Gentsch
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Die Lage beim Spiel von Preußen Münster gegen den VfL Osnabrück eskalierte. Foto: Friso Gentsch

Leipzig (dpa) - Bei Dynamo Dresdens Geisterspiel gab es Ärger vor dem Stadion, bei Preußen Münster spielten sich nach dem gewonnenen Nachbarschaftsduell gegen den VfL Osnabrück hässliche Szenen ab: Fan-Gewalt rings um zwei Stadien hat den 24. Spieltag der 3. Fußball-Liga überschattet.

In Münster sorgten Osnabrücker Anhänger nach dem Schlusspfiff für Ausschreitungen. Insgesamt wurden mindestens 40 Personen verletzt, darunter sowohl Ordner und Polizisten als auch Fans des VfL.

Während vor dem Spiel bereits ein Polizist durch einen gezielten Böller-Wurf von Preußen-Anhängern verletzt worden war, eskalierte die Situation nach Münsters 2:0-Erfolg auf der Seite des Rivalen. Im Gästeblock warfen Fans Pyrotechnik und Holzlatten auf Polizisten, diese reagierten mit dem Einsatz von Pfefferspray. Dabei wurden nach Angaben der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mindestens zehn Ordner sowie eine Polizistin verletzt. Die Beamtin war von einer Flasche getroffen worden. Michael Aschmann vom VfL-Fanprojekt sprach nach Zeitungsangaben zudem von 30 bis 40 verletzten VfL-Anhängern.

Das Derby war von beiden Vereinen vorher unter das Motto "Westfälischer Friede" gestellt worden. Doch friedlich blieb es nicht einmal auf dem Platz. Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) zeigten stattliche acht Gelbe Karten. Sportlich sorgte Amaury Bischoff für die Entscheidung, die Münster auf den direkten Aufstiegsplätzen bleiben lässt. Der Mittelfeldspieler (65./75.) traf zunächst per Freistoß, dann per Foulelfmeter. "In der Halbzeit habe ich den Jungs gesagt, dass wir mehr Freistöße brauchen. Ich freue mich, dass mir so ein Traumtor gelungen ist", sagte Bischoff.

In Dresden hatte der Verein bereits die Quittung für wiederholte Ausschreitungen der Fans bekommen und musste gegen Rot-Weiß Erfurt vor leeren Rängen spielen. Doch ruhig blieb es nicht, vor dem Stadion lieferten sich 300 Fans Rangeleien mit der Polizei. "Das war nicht das übliche Klientel, keine Hooligans oder Ultras, sondern ganz normale Fans", sagte Polizeisprecher Steffen Kühnel dem MDR.

In der gespenstischen Stille im Stadion schoss Rafael Czichos (88.) Erfurt zum 1:0-Sieg. "Ich glaube, wir sind alle froh, dass wir so ein Spiel unter diesen Umständen nicht öfter haben müssen. Ich bin dennoch hochzufrieden, weil wir aus Dresden mit drei Punkten nach Hause fahren", sagte RWE-Trainer Walter Kogler.

Beim 3:0 des MSV Duisburg gegen den Chemnitzer FC avancierte Dennis Grote zum Matchwinner. Erst in der 19. Minute eingewechselt, sorgte der Mittelfeldspieler (30./32.) durch einen Doppelschlag binnen zwei Minuten für eine Vorentscheidung. "Die ersten 30 Minuten waren wir auf Augenhöhe. Dann hat uns in der 32. Minute wohl der Blitz getroffen", sagte der enttäuschte CFC-Trainer Karsten Heine. Grote war es dann auch, der in der 36. Minute die endgültige Entscheidung durch Kingsley Onuegbu vorbereitete.

Hansa Rostock kam im Kampf um den Klassenverbleib nur einen kleinen Schritt voran. Gegen Schlusslicht Jahn Regensburg erkämpfte sich der Traditionsverein nach zweimaligem Rückstand immerhin ein 2:2. Energie Cottbus verlor gegen Holstein Kiel 0:2 und bleibt damit im Jahr 2015 ohne Sieg.

Neue Osnabrücker Zeitung

MDR-Bericht Dresden-Erfurt

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