Nullnummer in Berlin

0:0 gegen BVB: "Süßer" Punkt für mutige Hertha

Borussia Dortmund, Hertha BSC Berlin, Julian Weigl, Vladimir Darida
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Dortmunds Julian Weigl (M) und Berlins Vladimir Darida kämpfen um den Ball.

Berlin - Kalou und Brooks hätten für noch eine Heldentat der Hertha sorgen können. Doch auch das 0:0 gegen Borussia Dortmund zeigt die Reife der Berliner. Jetzt soll der Pokaltraum weiter leben.

Nur ganz kurz holten sich Salomon Kalou und Kollegen in der Ostkurve den Beifall ihrer größten Fans ab. Mit dem torlosen Remis gegen die Stars von Borussia Dortmund um den diesmal blassen Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang verteidigten die Berliner Überraschungsrang drei.

"Gegen Dortmund ist das besonders schön", strich Hertha-Coach Pal Dardai heraus, ohne Gegentor geblieben zu sein. Das hatte in dieser Saison gegen die Borussen vor Hertha kein anderes Team geschafft. "Es war ein genießbares 0:0."

Die Dardai-Elf (jetzt 35 Punkte) besaß am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga sogar die klareren Möglichkeiten zum Sieg. John Anthony Brooks, Kalou und der eingewechselte Alexander Baumjohann hätten für eine weitere Überraschung sorgen können. "Der Punkt schmeckt anders als in Bremen", sagte Vladimir Darida. Vor einer Woche bei Werder hatten die Berliner einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt und nur einen bitteren Punkt mitgenommen. Dieses Mal war das Remis für die Berliner eher süß.

Die Gäste (45) konnten vor allem in der zweiten Halbzeit aus der optischen Überlegenheit keinen Nutzen ziehen. "Wir haben bis zum Schluss auf Sieg gespielt und alles investiert. Aber wir haben heute nicht die Form und das Selbstverständnis ausgestrahlt, die du brauchst", erklärte BVB-Coach Thomas Tuchel.

74 244 im erstmals in dieser Saison ausverkauften Olympiastadion sahen engagierte und disziplinierte Gastgeber, bei denen Jens Hegeler für den gelb-gesperrten Per Skjelbred die Rolle im defensiven Mittelfeld gut übernahm. Schon nach vier Minuten hatte Herthas Dauerläufer Darida die erste Chance. Der Tscheche traf aus 14 Metern den Ball aber nicht optimal. Wie von Dardai angekündigt, agierte sein Team mutiger als im Hinspiel (1:3) und besaß durch den starken John Anthony Brooks die beste Chance zur Führung (21.). Ein Kopfball des US-Nationalspielers landete auf dem Tornetz der Gäste.

Dortmund bekam die Partie nach einer Viertelstunde besser in den Griff, konnte sich gegen eine gut organisierte Hertha keine zwingenden Torgelegenheiten erarbeiten. Nationalspieler Marco Reus, der nach überstandenem Infekt ebenso wie Ilkay Gündogan in die Startelf zurückgekehrt war, gelang erst nach einer halben Stunde die erste gefährliche Aktion. Doch der auch defensiv starke Brooks klärte. Ein Kopfball von Mats Hummels war für Hertha-Torwart Rune Jarstein kein Problem (32.).

Direkt nach der Pause zeigten sich die Gäste unter den Augen von Star-Trainer José Mourinho - der Ex-Chelsea-Coach verfolgte in Berlin neben Dortmunds Vereinsboss Hans-Joachim Watzke die Partie auf der Tribüne - zwingender und druckvoller. Ein Schuss von Henrikh Mkhitaryan strich nur knapp am Hertha-Gehäuse vorbei (49.). Eine Eingabe von Reus fand kurz darauf keinen Abnehmer.

20-Tore-Mann Pierre-Emerick Aubameyang blieb bis zu seiner Auswechslung ohne Toraktion. "Wir waren zu ungenau. Das ist zwar nicht mein Bereich, aber der Platz war auch nicht leicht zu bespielen. Dadurch haben wir die letzene Pässe nicht an den Mann gebracht", sagte Mats Hummels.

Die klareren Gelegenheiten hatten auch nach der Pause die Gastgeber: Kalou und der eingewechselte Baumjohann hätten nach Kontern das Siegtor markieren können. So aber blieb es zumindest dabei: In der laufenden Spielzeit hat Hertha im eigenen Stadion bisher nur einmal verloren (1:4 gegen Borussia Mönchengladbach).

Am Mittwoch können die Berliner im DFB-Pokal-Viertelfinale beim Zweitligisten Heidenheim ihrem Traum vom Endspiel im eigenen Stadion einen Schritt näher kommen. Dortmund spielt am Dienstag in Stuttgart.

dpa

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