Vermummte greifen Fürth-Fans an

Hooligan-Attacke erschüttert Fußball-Szene

Berlin - Ein neuer Fall von Gewalt erschüttert den Fußball. Wieder fernab vom Stadion, auf einem fränkischen Rastplatz an der A3, griffen 50 Vermummte Fans der SpVgg Greuther Fürth an. Die Gewerkschaft der Polizei sieht einen Trend.

Nach den tumultartigen Szenen auf dem Rastplatz Steigerwald-Süd mit dem Angriff von 50 vermummten Hooligans auf Fans der SpVgg Greuther Fürth schlägt die Polizei-Gewerkschaft Alarm. „Nachdem zuletzt innerhalb der Stadien sehr viel für die Sicherheit unternommen wurde, erkennen einige Hooligans wohl, dass sie ihre Gewalt-Aktionen nach außerhalb legen müssen“, sagte Bernhard Witthaut, Bundesvorsitzender der Polizei-Gewerkschaft GdP, dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wollte sich zu dem Fall nicht äußern. Generell gilt die Regel, dass Vereine und Verbände als Veranstalter für die Sicherheit in den Stadien zuständig sind. Außerhalb der Arenen soll die Polizei für Ordnung sorgen, was immer häufiger zu Problemen führt.

„Es gab erst am Freitag am Rande des Spiels zwischen Hannover 96 und Werder Bremen eine ähnliche Eskaltion der Gewalt auf einem Bahnhof bei Bremen. Wir müssen uns wohl in Zukunft verstärkt auf solche Aktionen außerhalb der Arenen einstellen“, sagte Witthaut.

Am Samstagabend hatte die Polizei mit einem Großaufgebot von 30 Streifenwagen, einem Hubschrauber und einer Hundestaffel auf Notrufe der verängstigten Fürther Fans reagiert. „Das bindet natürlich enorme Kapazitäten an Beamten“, sagte Witthaut. Die Täter hätten es den Beamten durch ihre Logistik und Organisation nicht einfach gemacht. „Es sieht danach aus, dass es eine abgesprochene Aktion war“, sagte Peter Schnelliger vom mittelfränkischen Polizei-Präsidium.

Auf dem Rastplatz an der A3 hatten die Hooligans mit Leitpfosten, Ästen und brennenden Bengalo-Feuern die Gruppe von 60 Fürther Fans angegriffen. Die Anhänger-Schar konnte sich rechtzeitig in vier Reisebusse retten. Die Angreifer schlugen auf die Busse mit Ästen, Flaschen und Steinen ein. Scheiben gingen zu Bruch. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 40.000 Euro. Beim Fürther Bundesligisten nahm man den Vorfall besorgt zur Kenntnis. „Die Polizei hat uns zugesichert, dass sie die Sache lückenlos aufklären wird. Wir hoffen im Sinne unserer Anhänger, dass die Ermittlungen zu Ergebnissen führen“, sagte Geschäftsführer Holger Schwiewagner. Nach Angaben der Polizei soll kein Anhänger der Franken, die sich nach dem 2:1-Sieg am Samstag im Auswärtsspiel bei Schalke 04 auf dem Heimweg befanden, verletzt worden sein. Dank des Einsatzes des Hubschraubers konnte einer der Angreifer in einem Waldstück aufgespürt werden. Dabei handelte es sich um einen 29 Jahre alten Mann aus Westmittelfranken. Zudem wurden zwei Ausweise von Männern aus Mittelfranken gefunden. Die Polizei hat in Erlangen eine „Soko Steigerwald“ mit zwölf Beamten eingerichtet, die in dem Fall ermittelt.

Wie ein weiterer Polizeisprecher dem Onlinedienst nordbayern.de sagte, handele es sich bei den Angreifern anscheinend um Hooligans des 1. FC Nürnberg. Polizei-Sprecher Schnelliger wollte dies aber nicht bestätigen. „Aus welchem Lager die Angreifer kamen, ob sie auf Schalke waren, können wir zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht sagen“, sagte Schnelliger.

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Im vergangenen Jahr häuften sich die Fälle von Gewalt außerhalb der Stadien. Anfang März hatten Anhänger der Kölner Ultragruppierung „Wilde Horde“ einen Fanbus von Borussia Mönchengladbach angegriffen. Eine Woche später gingen vermummte Hooligans vom Zweitligisten Hansa Rostock auf einem Parkplatz gegen Fans von Eintracht Frankfurt mit Steinen und Flaschen los. Nachdem die Gäste-Fans in einem Transporter flüchteten, nahmen die Angreifer mit drei Fahrzeugen die Verfolgungsjagd auf. Bei einem Stopp wurde der Transporter umstellt und erneut mit Flaschen beworfen.

SID

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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