Nach Slomka-Entlassung

HSV-Gerüchte um Tuchel, Breitenreiter und Magath

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Thomas Tuchel (Foto) soll als Nachfolger für Mirko Slomka im Gespräch sein.

Hamburg - Nach der Entlassung von Mirko Slomka als Trainer des Hamburger SV sind die Spekulationen um dessen Nachfolge in vollem Gange. Als ein Kandidat wird weiterhin Thomas Tuchel gehandelt.

Als der Entlassung von geschasste Mirko Slomka am Dienstag um 12. 52 Uhr in seinem Luxusschlitten vom Hof brauste, gaben auch die Bosse des Hamburger SV bei der Nachfolger-Suche bereits mächtig Gas. Schließlich muss ganz schnell ein Retter her, der das tief gefallene Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga (wieder einmal) vor dem erstmaligen Sturz in die Zweitklassigkeit bewahrt.

Ein heißer Kandidat ist weiterhin Thomas Tuchel. Der ehemalige Coach des Ligarivalen FSV Mainz 05 gilt an der Elbe als Wunschkandidat, besitzt bei den Rheinhessen allerdings noch einen ruhenden Vertrag bis 2015. Für den 41-Jährigen, den vor allem der milliardenschwere Investor Klaus-Michael Kühne gerne auf der Hamburger Bank sehen würde, müsste der HSV also eine Ablösesumme zahlen.

Nach Informationen des NDR hat Tuchel dem HSV am Dienstag abgesagt, Tuchels Berater Felix Ahns hielt sich im Gespräch mit dem SID allerdings bedeckt. Ahns wollte zu den Gerüchten über angebliche Verhandlungen seines Klienten mit den Hamburgern nichts sagen. Der Berater wies darauf hin, dass die Mainzer ein gewichtiges Wort bei der Zukunft seines Klienten mitzureden haben. Tuchel habe aber nie erklärt, dass er ein Jahr Pause machen wolle.

Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg sieht Tuchel als einen „perfekten“ Slomka-Nachfolger an: „Er wäre mit Sicherheit der richtige Mann für den HSV, aber ich glaube, dass sie ihn nicht kriegen können.“

Tuchel wird auch von anderen Vereinen umworben und dürfte für die klammen Hanseaten mit Blick auf das Gehalt vielleicht zu teuer werden. Deshalb gelten Andre Breitenreiter (SC Paderborn) sowie die Ex-Hamburger Huub Stevens, Bruno Labbadia, Felix Magath und Thomas Doll ebenfalls als mögliche Slomka-Nachfolger.

Bis die Klubführung um Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer den Feuerwehrmann für das Tabellen-Schlusslicht gefunden hat, könnte Josef „Joe“ Zinnbauer als Interimscoach fungieren. Zinnbauer, der am Dienstag kurz vor 11.00 Uhr auf der Geschäftsstelle eintraf, hat mit der Hamburger U23 in der Regionalliga Nord bislang alle acht Punktspiele gewonnen.

Ähnliche Erfolge sind in der Eliteklasse für den HSV vorerst nicht zu erwarten. Schließlich empfängt der Bundesliga-Dino am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) den deutschen Rekordmeister Bayern München, danach geht es zu Borussia Mönchengladbach.

Nach dem katastrophalen Saisonstart mit nur einem Punkt aus drei Spielen war Slomka, dessen Vertrag noch bis 2016 lief, am späten Montagabend beurlaubt worden. Nur einen Tag nach dem 0:2 im Nordderby bei Hannover 96 beschloss die Chefetage die sofortige Trennung vom einstigen Hoffnungsträger.

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Slomkas Bilanz in seinen sieben Monaten als HSV-Coach war dürftig: Von 16 Partien gewann das Team unter dem 47-Jährigen gerade einmal drei und holte zwölf von möglichen 48 Punkten. Auch die 26 Millionen Euro, die Slomka in sieben Neuzugänge investieren durfte, halfen dem Klub nicht weiter.

In Hannover kassierte der HSV, der sich in der vergangenen Saison erst in der Relegation den Klassenerhalt gesichert hatte, saisonübergreifend die siebte Niederlage im achten Spiel. Zudem sind die Hamburger noch ohne Torerfolg in der neuen Saison.

In den vergangenen vier Jahren haben die Hanseaten inzwischen zehn Trainer verschlissen. Slomka hatte beim HSV erst Mitte Februar den ebenso erfolglosen Bert van Marwijk als Trainer beerbt, der wiederum auf den im September 2013 entlassenen Thorsten Fink gefolgt war.

SID

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