Nach Klassenerhalt

HSV plant Revolution: Beiersdorfer vor Comeback?

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Dietmar Beiersdorfer

Hamburg - Beim Hamburger SV hat nach dem glücklich erkämpften Klassenerhalt der Kampf um die Zukunft begonnen. Kehrt Dietmar Beiersdorfer an die Elbe zurück?

Es geht um Posten, Macht und etliche Millionen: Kaum hat der Hamburger SV mit dem Last-Minute-Klassenerhalt seinen sportlichen Super-GAU verhindert, steht der Klub vor der nächsten Zerreißprobe. Die Reformbewegung HSVPlus will nach der Horror-Saison den Reset-Knopf drücken - und mit neuen Strukturen und frischem Personal den Niedergang stoppen. Die Anzeichen für ein Comeback des erfolgreichen früheren Sportchefs Dietmar Beiersdorfers verdichten sich.

„Wir haben das überlegt und es gibt Kontakte, aber die sind nicht so konkret“, sagte HSVPlus-Initiator Otto Rieckhoff dem SID: „Das wollen wir mal abwarten, wie das weitergeht.“ Beiersdorfer gilt seit Wochen als Favorit auf den noch zu schaffenden Posten des Vorstandsvorsitzenden in einer HSV-Fußball-AG, kurz vor der zukunftsweisenden Migliederversammlung am Sonntag bestätigte Rieckhoff nun erstmals öffentlich Gespräche mit dem früheren Nationalspieler.

Beiersdorfer leitete von 2002 bis 2009 die sportlichen Geschicke des HSV. Mit dem ehemaligen Abwehrspieler erreichten die Hanseaten unter anderem das Halbfinale im DFB- sowie UEFA-Pokal 2009. Beiersdorfer steht noch bis 2015 bei Zenit St. Petersburg unter Vertrag.

Voraussetzung für eine Rückkehr Beiersdorfers ist allerdings, dass die Vereinsmitglieder am Sonntag mit einer Dreiviertel-Mehrheit für die Ausgliederung ihrer Fußball-Abteilung stimmen. So soll mit Hilfe von potenten Geldgebern wie dem Milliardär und Edelfan Klaus-Michael dringend benötigtes Geld eingenommen werden, um den mit rund 100 Millionen Euro verschuldeten Klub finanziell aufzupeppeln - und innerhalb von drei Jahren wieder in den Europacup zu führen.

Doch im Verein hat sich längst eine Opposition formiert. Vor allem der aktuelle Aufsichtsrat Jürgen Hunke kämpft erbittert gegen die Öffnung für Investoren. „Der HSV darf nicht verramscht werden“, lautet der Slogan seiner Gegeninitiative HSV-Allianz, zu der er sich mit Rekordspieler Manfred Kaltz und Unternehmer Eugen Block zusammengetan hat.

Konsens bei den Reform-Modellen herrscht dagegen in Sachen personeller Neuausrichtung. Auch Hunke fordert frische Gesichter an der Klubspitze. Er sei dafür, „dass alle, die für die letzte Saison Verantwortung tragen, zurücktreten“, sagte der ehemalige HSV-Präsident dem SID.

Und so ist völlig unklar, wie es mit dem bisherigen Vorstandschef Carl Jarchow und Sportchef Oliver Kreuzer (beide Vertrag bis 2015) nach dem Wochenende weitergeht. Das Hamburger Abendblatt hatte zuletzt berichtet, dass Jarchow im Falle eines Engagements Beiersdorfers Präsident des Gesamtvereins werden und in den Aufsichtsrat der AG wechseln könnte. Manager Kreuzer stünde nach nur einem Jahr vor dem Aus. Als möglicher Nachfolger kursieren längst unterschiedliche Namen wie Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann.

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Rieckhoff ist von einem Erfolg seiner Reform überzeugt. „Ich war viel in Fanklubs unterwegs. Die Signale stehen voll auf: “Wir wollen die Reform. Wir haben die Nase voll von der jetzigen Situation.' Deswegen bin ich mehr als zuversichtlich, dass wir am Sonntag eine entsprechende Mehrheit haben„, sagte der frühere HSV-Aufsichtsratschef.

sid

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