Hummels: Keine Grenze mit Kritik überschritten

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Mats Hummels kann die Aufregung um seine Person nicht nachvollziehen. 

Dublin -Mats Hummels findet die Debatte um seine kritischen TV-Kommentare übertrieben. Die Aussagen zum Abwehrverhalten beim BVB seien sachlich und angemessen gewesen, meint der Nationalverteidiger.

Seinen Humor hat Mats Hummels trotz der Aufregung um kritische TV-Aussagen nicht verloren. Nach den Debatten um die Taktikschelte zum Dortmunder Abwehrverhalten signierte der Verteidiger am Mittwoch eine Internet-Nachricht auf dem Flug nach Dublin mit dem ihm von den Medien zugedachten Spitznamen „#Motzki“.

„Ich gehe mit solchen Themen immer relativ ironisch um, ich wurde im Freundeskreis schon so genannt“, berichtete Hummels bei der Pressekonferenz der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor dem EM-Qualifikationsspiel in der irischen Hauptstadt.

Doch ganz so locker war die Angelegenheit für ihn dann doch nicht. Das Pk-Podium im Dubliner Nobelhotel nutzte Hummels mit ernstem Blick und fester Stimme zu einer Klarstellung in eigener Sache und einer generellen Medienkritik. „Die Messlatte, was ein Skandal sein soll, ist erstaunlich niedrig geworden“, grummelte der Verteidiger. „Ich habe mit keinem Wort eine Grenze überschritten. Ich habe keine unlauteren Worte benutzt, sondern lediglich auf einen taktischen Fehler hingewiesen“, sagte Hummels.

Zudem habe er sich bei den TV-Interviews nach den Bundesliga-Partien gegen Darmstadt (2:2) und in München (1:5) auch nicht selbst von der Kritik ausgenommen. „Das wurde nicht geschrieben. Das hätte nicht reingepasst in die Story“, meinte der Dortmunder.

Unterstützung bekam Hummels von Bundestrainer Joachim Löw. „Ein Kapitän kann diese Art von Kritik äußern. Das waren klare Worte, aber nicht gegen einzelne Spieler“, sagte Löw. Auf die Stimmung bei der DFB-Auswahl habe das Thema keine Auswirkung. Am Vortag war Hummels' schon von BVB-Kollege Ilkay Gündogan und Bayern-Verteidiger Jérôme Boateng in Schutz genommen worden. Ein klärendes Gespräch mit Dortmunds-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, das dieser angekündigt hatte („Wir müssen sicherlich mal reden.“), steht noch aus.

Hummels hat sich die Interviews extra noch mal angeschaut, um ja nicht eigene Aussagen vergessen zu haben. Die fraglichen Passagen findet er weiter absolut angemessen. „Fünf, sechs Spieler stehen 20 Meter vor dem Tor. Das muss man besser verteidigen“, hatte er nach dem späten Ausgleich gegen Darmstadt gesagt. „Unsere Taktik war es ganz klar, Boateng und Alaba nicht diese langen Bälle spielen zu lassen. Ich weiß nicht, wieso sie die dann so ohne Druck spielen konnten. Das ist tödlich“, legte er nach dem bitteren 1:5 in München nach.

Im Kreise der Nationalmannschaft kann Hummels das Thema erst einmal abstreifen. Den Spitznamen Motzki wird er aber - gerade bei weiteren eigenen Tweets - nicht so schnell los. Obwohl dieser doch eigentlich einst an Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer schon zu dessen Dortmunder Zeiten vergeben war. „Ich weiß, dass er diesen Namen weg hatte. Ich weiß nicht, ob er ihn noch hat“, sagte Hummels.

dpa

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