Stuttgart und die T-Frage

Huub Stevens womöglich vor dem Aus

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Stuttgarts Trainer Huub Stevens

Leverkusen - Huub Stevens ist gewillt, seine Rettungsmission beim VfB Stuttgart fortzusetzen. Ob er auch darf, wird sich zeigen. Vorerst stärkt Sportvorstand Robin Dutt dem Niederländer den Rücken. Die Lage ist aber ernst: Dem Liga-Schlusslicht bleiben nur noch neun Spiele.

Auch nach dem nächsten Tiefschlag verschwendete Huub Stevens keinen Gedanken ans Aufgeben. Der Coach setzte direkt nach der deutlichen 0:4 (0:2)-Niederlage des Bundesliga-Schlusslichts VfB Stuttgart bei Bayer Leverkusen ein Training für 12.00 Uhr am Samstag an. „Bei einem guten Ergebnis hätten wir frei gemacht, so können wir es nicht machen“, sagte der Niederländer und ist gewillt seine Rettungsmission trotz aller Widrigkeiten fortzusetzen. „Wenn ich spüre, dass die Spieler nicht mehr an mich glauben, melde ich mich beim Verein. Ich glaube, dass ich noch immer die Mannschaft erreiche.“

Ob das auch die Meinung der VfB-Verantwortlichen ist, wird sich wohl am Wochenende zeigen. Vorerst darf sich Stevens aber Hoffnungen auf einen Verbleib machen, wie VfB-Sportvorstand Robin Dutt durchblicken ließ. „Wir haben uns in den letzten Wochen nicht an der Trainerfrage beteiligt. Wir haben dem Trainer den Rücken gestärkt, das machen wir auch in dieser Situation“, sagte Dutt an alter Wirkungsstätte dem TV-Sender Sky.

Stevens hatte erst am 25. November 2014 Armin Veh beerbt, Besserung war unter ihm aber nicht eingetreten. Der vor wenigen Wochen bei RB Leipzig entlassene Trainer Alexander Zorniger wird seit Wochen in Stuttgart als möglicher Stevens-Nachfolger gehandelt.

Ob mit oder ohne Stevens - es wird ganz schwer für die Stuttgarter, den zweiten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte noch abzuwenden. Seit neun Spielen sind die Schwaben ohne Sieg, mit nur 20 Punkte liegen sie am Tabellenende, der Rückstand zum Relegationsplatz könnte am Wochenende im ungünstigsten Fall auf sechs Punkte anwachsen. Stevens schöpft Mut aus der ersten halben Stunde in Leverkusen. Da habe er das Beste vom VfB gesehen, daran müsse man festhalten. „Es gibt nur einen Weg. Es sind noch neun Spiele. Da musst du alles geben.“

In der BayArena hatten die Stuttgarter aber auch eine Stunde ein erschreckendes Bild abgeliefert. Nach dem ersten Gegentreffer durch Wendell (32.) machten sich im Stuttgarter Spiel Auflösungserscheinungen breit. Zweimal Josip Drmic (36. und 59.) sowie Nationalspieler Karim Bellarabi (50.) verpassten dem VfB eine der höchsten Niederlagen in dieser Saison.

„Das macht die Situation nicht einfacher“, ergänzte Dutt, wollte aber nicht einzelne Spieler kritisieren. Man habe im Kollektiv Fehler gemacht. Bis zum nächsten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt in der nächsten Woche wartet auf die Stuttgarter viel Arbeit.

Einen angenehmeren Termin hat Leverkusen auf dem Zettel. Für die Werkself geht es zum Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League zu Atlético Madrid. Beim spanischen Meister gilt es, das 1:0 aus dem Hinspiel zu verteidigen. „Wir sind nach wie vor Außenseiter, aber ein Außenseiter mit guten Chancen“, sagte Trainer Roger Schmidt, der am Freitag 48 Jahre alt wurde. Ein besseres Geschenk als den fünften Pflichtspielsieg in Serie hätte ihm die Mannschaft kaum bereiten können.

dpa

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