Tor-Premiere im 50. Länderspiel?

Boateng auf der Überholspur - "beeindruckend"

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Jerome Boateng (l.) wartet noch auf sein erstes Tor im Nationaltrikot.

Nürnberg - Der Weltmeistertitel hat Jerome Boateng noch mal einen Schub gegeben. Teammanager Bierhoff bescheinigt ihm einen „unglaublichen Sprung“ - und bei Bundestrainer Löw ist er kein Lückenbüßer mehr.

Mit seinen 192 Zentimetern Körpergröße und einem Kampfgewicht von 90 Kilogramm ist Jerome Boateng ohnehin eine beeindruckende Erscheinung. Als Weltmeister aber ist die körperliche Präsenz des Modellathleten vom FC Bayern auf dem Spielfeld noch imposanter geworden. Boateng ist zu einer Leitfigur im Team von Bundestrainer Joachim Löw gereift. Am Freitag in Nürnberg gegen Gibraltar bestreitet der 26-Jährige sein 50. Länderspiel.

"Boateng hat einen unglaublichen Sprung gemacht"

„Ich habe ein gutes Turnier gespielt. Und der WM-Titel hat jedem Spieler noch einen Schub gegeben“, sagte Boateng bescheiden vor seinem Jubiläumsspiel. Insbesondere im Finale gegen Argentinien verteidigte er gigantisch - an ihm kam auch Weltstar Lionel Messi nicht vorbei. „Es ist beeindruckend, was Jerome während der WM gespielt hat. Und es ist fast noch beeindruckender, wie er das direkt danach mit konstanten Leistungen fortgesetzt hat. Er hat einen unglaublichen Sprung gemacht und ist mehr als eine feste Größe im Nationalteam“, schwärmte Teammanager Oliver Bierhoff in der Vorbereitung auf das Gibraltar-Spiel über den gebürtigen Berliner.

Boatengs Motivation ist nach dem Triumph in Brasilien ungebrochen. „Ich habe wieder Riesenlust auf Fußball. Ich freue mich auf jedes Spiel, auf jedes Training“, erzählte er. Die Kicker aus Gibraltar verdienen ihr Geld zum Beispiel als Polizisten oder bei der Feuerwehr. Auch als kleiner Junge habe er nie den Wunsch gehabt, Polizist oder Feuerwehrmann zu werden, sagte Boateng: „Ich wollte immer Fußball-Profi werden.“

Aussetzer gehören er Vergangenheit an

Inzwischen ist er ein Weltklasseverteidiger. Bayern-Trainer Pep Guardiola traut Boateng sogar zu, der beste Innenverteidiger auf dem Globus zu werden. Im Sommer 2011 war der ehemalige HSV-Profi für 13,5 Millionen Euro von Manchester City zum FC Bayern gewechselt. Und der Rekordmeister hatte den Vertrag nach zunehmend stabilen Leistungen weitsichtig schon vor der WM langfristig bis 2018 verlängert.

Früher trübten Aussetzer immer wieder Boatengs Leistungen. Seine atemberaubenden Grätschen waren nicht immer sinnvoll angesetzt. Bei seinem Länderspieldebüt 2009 im WM-Qualifikationsspiel in Moskau gegen Russland (1:0) kassierte er gleich mal eine Gelb-Rote Karte. Es blieb bis heute der einzige Platzverweis im Nationaltrikot.

Sowohl im Verein als auch im DFB-Team sind auch die Zeiten passé, in denen der Hochbegabte als rechter Außenverteidiger aushelfen muss. Noch in den ersten WM-Spielen in Brasilien war das so gewesen. Jetzt ist Abwehrhüne Boateng auch bei Bundestrainer Löw auf seiner Lieblingsposition als Innenverteidiger gesetzt. Und auch wenn Gibraltar zum Jubiläum kein großer Gegner ist, ist es vielleicht doch genau der richtige für den Abwehrriesen: Denn das erste Länderspieltor fehlt Boateng auch als Weltmeister noch.

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dpa

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