Merkur-Interview

Lehmann: "Guardiola führt ManCity in eine neue Welt"

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Der ehemalige Fußballer Jens Lehmann.

München - Im Halbfinale der Königsklasse kämpft Pep Guardiolas neuer Klub, Manchester City, am Mittwoch mit Real Madrid um den Endspiel-Einzug. Im Interview erklärt Jens Lehmann, warum der Katalane auch in England funktionieren wird.

Herr Lehmann, Sie sind mit dem englischen Fußball bestens vertraut – Pep Guardiola und Manchester City: Passt das?

Jens Lehmann: Ein ganz klares Ja! Es wird mit ihm für die anderen Klubs sehr schwierig werden, da mitzuhalten. Er ist ein außergewöhnlicher Trainer, der sich auf diese neue Aufgabe mit der gewohnten Perfektion vorbereiten wird. Er hat seine Idee mit dem FC Barcelona umgesetzt, er hat den FC Bayern auf eine neue Stufe gehoben, auch wenn es mit dem Champions-League-Sieg nicht geklappt hat – und er wird auch Man City in eine neue Welt führen.

Lässt sich sein System denn auf Manchester City übertragen? Das Team gilt als überaltert, es wartet wohl viel Arbeit auf ihn.

Lehmann: Das muss er beurteilen. Ich lese auch immer von Neuzugängen, die ManCity holen will, aber sie stehen doch jetzt auch schon im Halbfinale der Champions League. Das bedeutet, sie sind auch heute schon stark. Und sie werden mit Pep Guardiola ganz sicher noch stärker werden.

Beim Stadtrivalen Manchester United wurde neulich bekannt, dass Bastian Schweinsteiger noch länger ausfällt als zunächst befürchtet. Wie sehen Sie seine EM-Chancen?

Lehmann: Wenn er fit ist, sollte er auf jeden Fall mitfahren, weil er als Persönlichkeit einen großen Wert für die deutsche Nationalmannschaft hat.

Wie erklären Sie, dass ein Außenseiter wie Leicester dMeister werden konnte?

Lehmann: Sie rennen um ihr Leben, haben qualitativ gute Spieler und ein System, das sie sich im Laufe der Zeit erarbeitet haben. Man muss zum Beispiel nur mal Robert Huth anschauen, den deutschen Verteidiger: Er ist kein Typus, der darauf ausgerichtet ist, ein Spiel schön aufzuziehen, aber er ist sehr direkt – und effektiv. Das trifft auf das gesamte Team zu. Es gibt Jahre, da passt einfach alles zusammen.

Ist das kein Armutszeugnis für eine Premier League, die mit den Millionen nur so um sich wirft?

Lehmann: Es ist kein Kompliment für die anderen, ganz klar.

Jens Lehmann (46) stand 2006 mit dem FC Arsenal im Finale der Champions League, er scheiterte an Barcelona.

Pep Guardiola im Video: Liebeserklärung an Philipp Lahm

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