Stuhl wackelt

Ismaël steht in Nürnberg vor dem Aus

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Nürnberg - Valerien Ismaël steht beim 1. FC Nürnberg vor dem Aus. Das peinliche 1:2 beim SV Sandhausen dürfte dem Franzosen zum Verhängnis werden.

Die Uhr tickt, und am Montagabend läuft die Zeit für Valerien Ismaël wohl ab. Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg steht nach Informationen der Bild am Sonntag vor dem Ende der Zusammenarbeit mit dem französischen Trainer-Nobody. Der Aufsichtsrat des Club habe sich nach dem 1:2 am Freitagabend beim SV Sandhausen gegen eine Weiterbeschäftigung des 39-Jährigen ausgesprochen.

„Auch Herr Bader sieht, dass die Leistung der Mannschaft keine Argumente mehr liefert. Wir befinden uns in einer sehr kritischen Lage“, sagte Aufsichtsrats-Boss Thomas Grethlein der Bild. Martin Bader hatte Ismaël zuletzt noch den Rücken gestärkt, nun erklärte der Sportvorstand: „Eine Ergebniskrise ist immer auch Resultat von schlechten Leistungen. Das Vereinswohl steht über allem. Eine Trainerdiskussion können wir nicht mehr wegdiskutieren. Auch wir lesen Zeitung.“ Baders Posten steht aber wohl nicht zur Disposition.

Der Aufsichtsrat des Bundesligaabsteigers trifft sich am Montagabend. Ismaël hatte nach der siebten Saisonniederlage und lediglich 14 Punkten aus 13 Spielen erklärt: „Momentan sind wir auf einem schwierigen Weg. Meine Aufgabe ist es, gut mit der Mannschaft zu arbeiten, alles andere kann ich nicht beeinflussen.“

Wolfgang Wolf, der seit Saisonbeginn als Leiter der Fußballabteilung fungiert, versuchte noch einmal halbherzig, Partei für den einstigen Profi von Werder Bremen, Bayern München und Hannover 96 zu ergreifen. „Der Trainer macht gute Arbeit, es ist wieder alles gegen ihn gelaufen“, sagte der 57-Jährige.

Das Führungstor von Niclas Füllkrug (16.) brachte keine Sicherheit, es folgte der vermeidbare Ausgleich von Alexander Bieler (26.), der Platzverweis gegen Ondrej Petrak (58.) wegen einer Notbremse und der Siegtreffer des Sandhauseners Andrew Wooten (77.). Letztlich betonte auch Wolf, dass „Fußball ein Ergebnissport ist. Wir müssen jetzt die Probleme in Ruhe besprechen, und dann zu einem Schluss kommen“.

Ismaël hatte den Club vor der Saison übernommen - es ist seine erste Station in der Bundesliga. Trotz eines gewaltigen personellen Umbruchs sollte er um den direkten Wiederaufstieg mitkämpfen. Bereits Ende September stand er einmal kurz vor der Demission, verschaffte sich jedoch durch einen Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern etwas Zeit. „Ich bin ein Kämpfer. Ich hoffe, dass ich weitermachen darf“, sagte Ismaël.

Diese Hoffnung dürfte sich nicht erfüllen, obwohl es noch keine fundierten Informationen über einen möglichen Nachfolger gibt.

sid

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