Polen dank Lewandowski zur EM - Holland in Not

Polens Robert Lewandowski machte auch gegen Irland sein Tor. Foto: Bartlomiej Zborowski
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Polens Robert Lewandowski machte auch gegen Irland sein Tor. Foto: Bartlomiej Zborowski
Das Team von Wales feiert die EM-Qualifikation. Foto: Fehim Demir
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Das Team von Wales feiert die EM-Qualifikation. Foto: Fehim Demir
Die Niederländer wahren mit dem Sieg eine minimale Chance auf die EM. Foto: Maxim Shipenkov
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Die Niederländer wahren mit dem Sieg eine minimale Chance auf die EM. Foto: Maxim Shipenkov
Italien hat sich durch den 3:1-Sieg gegen Aserbaidschan für die EM qualifiziert. Foto: Zurab Kurtsikidze
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Italien hat sich durch den 3:1-Sieg gegen Aserbaidschan für die EM qualifiziert. Foto: Zurab Kurtsikidze
Die Norweger um Megatalent Martin Odegaard gewannen ohne Probleme gegen Malta. Foto: Cornelius Poppe
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Die Norweger um Megatalent Martin Odegaard gewannen ohne Probleme gegen Malta. Foto: Cornelius Poppe
Hakan Calhanoglu schoss das 2:0 der Türken gegen Tschechien. Foto: Filip Singer
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Hakan Calhanoglu schoss das 2:0 der Türken gegen Tschechien. Foto: Filip Singer

Das EM-Feld füllt sich weiter auf. Während Italien und Belgien schon Stammgäste sind, dürfen Wales und Albanien erstmals bei einer Endrunde mitmischen. Auch Rumänien und Polen sind durch. Holland droht dagegen das Aus.

Warschau (dpa) - Robert Lewandowski, wer sonst? Dank seines überragenden Torjägers fährt auch die polnische Fußball-Nationalmannschaft zur EM 2016 in Frankreich. Mit einem wuchtigen Flugkopfball sorgte der Bayern-Stürmer in Warschau (42. Minute) für den 2:1 (2:1)-Endstand gegen Irland.

Als Tabellenzweiter hinter Deutschland haben damit auch die Polen ihr Direkt-Ticket sicher, Irland muss als Dritter in die Relegation. Gemeinsam mit dem ehemaligen nordirischen Nationalspieler David Healy ist Lewandowski mit 13 Treffern nun der Spieler mit den meisten Toren in einer EM-Qualifikationsrunde.

Auch die EM-Neulinge aus Wales und Albanien feierten nach ihrem historischen Endrunden-Einzug eine rauschende Party-Nacht, beim WM-Dritten Niederlande herrschte dagegen Katerstimmung. Während neben dem Nobody von der Insel auch Titelverteidiger Spanien, Italien, Belgien, Rumänien und die Schweiz ihre Frankreich-Reise im Sommer 2016 planen können, droht der Elftal erstmals seit der WM 2002 wieder die Zuschauerrolle bei einem großen Fußball-Turnier. Dänemark muss einen Umweg über die Playoffs nehmen.

"Eine EM ohne Oranje? Unvorstellbar, aber wahr", twitterte der prominente Fußball-Kommentator Jack van Gelder schon vor dem Gruppenfinale am Dienstag gegen Tschechien. Trotz des 2:1-Sieges in Kasachstan hat die Mannschaft von Bondscoach Danny Blind, der bei einem Scheitern wohl gehen muss, den Einzug in die Playoffs nicht mehr in der eigenen Hand.

"Tschechien hat uns im Stich gelassen", jammerte das Boulevardblatt "De Telegraaf" am Sonntag über das 2:0 der Türkei. Selçuk İnans und Bayer Leverkusens Hakan Çalhanoğlu trafen in Prag für den Tabellendritten der Gruppe A, dem im abschließenden Heimspiel gegen die schon qualifizierten Isländer bereits ein Remis genügt. Hollands Fußball-Experten sind sich daher einig: "Das war's dann wohl."

Ganz anders ist die Stimmungslage in Wales. Der EM-Coup der Kicker um Superstar Gareth Bale verdrängte sogar die Rugby-WM im eigenen Land von den Titelseiten der Zeitungen. "Das ist wahrscheinlich die schönste Niederlage meines Lebens", jubelte der teuerste Fußballer des Planeten vom spanischen Nobelclub Real Madrid nach dem 0:2 in Bosnien-Herzegowina.

Noch in der Kabine gab es ausgelassene Bierduschen, an Schlaf war im Team-Hotel nicht zu denken. "Wir haben Geschichte geschrieben, wir sind endlich bei einem wichtigen Turnier dabei", meinte Aaron Ramsey vom FC Arsenal voller Stolz.

Weil Israel zur gleichen Zeit gegen Zypern patzte, fühlte sich die Niederlage wie ein Sieg an. "Wir waren völlig fertig, als wir vom Platz kamen. Aber dann haben wir das andere Ergebnis erfahren. Das war Emotion pur. Ich kann dieses Gefühl gar nicht beschreiben", sagte Trainer Chris Coleman. "Das bedeutet einfach alles. Es ist ein absoluter Traum, einfach nur ein Traum. Wir waren oft ganz nah dran und mussten viele Enttäuschungen hinnehmen - jetzt haben wir es endlich geschafft."

Auch Albanien durfte über die erstmalige Qualifikation für eine EM-Endrunde jubeln. Bei den Armeniern mit Dortmunds Henrich Mchitarjan setzte sich die Mannschaft von Trainer Giovanni de Biasi am Sonntagabend souverän mit 3:0 (2:0) durch und fährt als zweiter der Gruppe I nach Frankreich. Dänemark rutschte durch den Erfolg auf den dritten Rang und muss in die Playoffs. Rumänien hat nach dem lockeren 3:0 (2:0) auf den Färöer als Tabellenzweiter der Gruppe F ebenfalls sein Direktticket sicher. Nach dem kuriosen 3:4 (1:1) in Griechenland darf Ungarn trotzdem weiter hoffen, als bester Dritter aller neun Gruppen direkt zur EM zu fahren.

Ein Stammgast bei der Endrunde ist Italien. Die Squadra Azzurra löste durch ein 3:1 in Aserbaidschan vorzeitig das EM-Ticket. "Meine Mannschaft wächst langsam zusammen, aber wir müssen weiter hart arbeiten", erklärte Trainer Antonio Conte. Um den zweiten Platz in der Gruppe H liefern sich Norwegen (19) und Kroatien (17) ein Fernduell.

Europameister Spanien träumt nach dem Durchmarsch in der Gruppe C bereits vom Hattrick. "Wir sind schon bei der Euro!", twitterte der derzeit verletzte Andrés Iniesta nach dem glanzlosen 4:0 (1:0) gegen Fußball-Zwerg Luxemburg. "Um den Titel zu verteidigen!" Die Zeitung "Marca" titelte: "Jetzt holen wir uns den dritten EM-Titel in Folge."

Auch die Schweiz blickt der EURO zuversichtlich entgegen. "Dies könnte der Start einer neuen Ära werden", stellte Trainer Vladimir Petković nach der geglückten Qualifikation durch ein 7:0 gegen San Marino fest. In Frankreich soll erstmals die K.o.-Runde erreicht werden. "Die Qualität zum Überstehen der Gruppenphase ist vorhanden", sagte Mittelfeldspieler Granit Xhaka von Borussia Mönchengladbach.

England und Österreich stürmen derweil weiter ungeschlagen durch die Ausscheidung. "England auf Wolke Neun", schrieb die "Daily Mail" nach dem 2:0 gegen Estland - dem neunten Quali-Sieg in Serie. Mit einem weiteren Dreier am Montag in Litauen wäre die Mannschaft von Trainer Roy Hodgson das sechste Team der Geschichte, das alle EM-Quali-Spiele gewonnen hat.

Und Österreich? Hat beim 3:2-Erfolg in Montenegro "gezeigt, welcher Geist im Team steckt", sagte Stürmer Marc Janko. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit erzielte Marcel Sabitzer den Siegtreffer. Als Belohnung wird die Mannschaft von Trainer Marcel Koller bei der Gruppenauslosung in Topf zwei landen und darf damit auf eine etwas leichtere Gruppe hoffen.

Gruppensituation auf UEFA-Homepage

Gruppentabellen auf UEFA-Homepage

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