Wegen rassistischer Aussagen

Kritik an Italiens Fußball-Boss nach UEFA-Sperre

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Carlo Tevecchio steht unter Beschuss.

Rom - Nach seiner Sperre wegen rassistischer Aussagen ist Italiens Fußball-Chef Carlo Tavecchio auch in seiner Heimat unter Beschuss geraten.

Als Reaktion auf das von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) verhängte Tätigkeitsverbot für den 71-Jährigen forderten mehrere Politiker Tavecchios Rücktritt. Aus dem Lager des Profi-Fußballs erhält der Verbandspräsident nach dem in Europas Fußball bislang beispiellosen Vorgang nur verhalten Unterstützung.

„Er ist unwürdig, Italiens Fußball zu repräsentieren. Er soll zurücktreten, denn er hat Italien gedemütigt und Italiens Image großen Schaden zugefügt“, sagte der Abgeordnete Lorenza Bonaccorsi aus der Fraktion der regierenden Demokratischen Partei von Ministerpräsident Matteo Renzi. Auch Bonacccorsis marokkanischstämmiger Parlamentskollege Khalid Chaouki meinte, Italiens Fußball könne es sich nicht erlauben, von einer Person vertreten zu werden, die schwer rassistische Äußerungen verantworten muss.

Abwertende Kommentare über ausländische Serie-A-Profis

Tavecchio hatte im vergangenen Sommer noch vor seiner Wahl zum Präsidenten des nationalen Verbandes FIGC durch abwertende Kommentare über ausländische Serie-A-Profis für einen Eklat gesorgt. „England identifiziert die Spieler, wenn sie kommen, damit nur Profis spielen. Bei uns hingegen kann “Opti Poba', der vorher Bananen gegessen hat, plötzlich Stammspieler bei Lazio werden„, sagte Tavecchio.

Trotz des vorübergehenden Aufruhrs um seine Aussagen wurde der Amateur-Vertreter zum Verbandschef gewählt. Die UEFA allerdings sperrte Tavecchio am Dienstag für ein halbes Jahr für alle Tätigkeiten im Fußball und schloss den FIGC-Boss auch von ihrem Kongress im März 2015 aus.

Italiens ehemalige Integrationsministerin Cecil Kyenge begrüßte die UEFA-Entscheidung gegen Tavecchio, der auf einen Einspruch gegen seine Sperre verzichtet, ausdrücklich. `Europa spielt rassistische Äußerungen nicht herunter“, sagte die einst erste dunkelhäutige Angehörige einer italienischen Regierung.

Rückendeckung erhielt der FIGC-Chef von seinem Kollegen Claudio Lotito vom Erstligisten Lazio Rom. „Tavecchio wird in einer Hetzkampagne instrumentalisiert“, sagte der Chef von Weltmeister Miroslav Klose: „Er ist als Verbandspräsident keine Schande für den italienischen Fußball. Tavecchio hat sich oft für Anti-Rassismus-Kampagnen eingesetzt.“

Lotito wies außerdem daraufhin, dass Tavecchio die schwarze Ex-Leichtathletin Fiona May als Beraterin des Fußball-Verbandes für Anti-Rassismus-Initiativen engagiert habe.

sid

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