Ex-Frankfurter ohne Bammel vor DFB-Team

Norwegen-Legende Fjörtoft im tz-Interview: "Fans werden brennen"

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Geht optimistisch in das Duell mit dem Weltmeister: Jan Aage Fjörtoft freut sich auf den WM-Quali-Start seiner Norweger.

München - Norwegen zittert vor der DFB-Elf. Doch Jan Aage Fjörtoft hat keinerlei Bammel vor dem Duell mit dem Weltmeister. Der Ex-Profi versprüht im Interview Vorfreude.

Der Norweger zittert! Die Truppe von Trainer Per-Mathias Høgmo ging am Freitag mit 0:1 gegen Weißrussland baden. Grund genug für den Sportchef der Sunnmørsposten, folgende Hoffnung via Twitter zu äußern: "Ich hoffe, Deutschland schickt seine Frauen, dann könnten wir eine Chance haben." Die tz hakte bei Frankfurt-Legende Jan Aage Fjörtoft (49) nach, was auf Jogis Jungs zukommt.

Herr Fjörtoft, kann man Sie den Oliver Bierhoff Norwegens nennen?

Fjörtoft (lacht): Die letzten zwei Jahre über schon, da war ich als Teammanager tätig. Wegen meiner Verpflichtungen im Fernsehen bin ich jetzt nur noch Internationaler Berater.

Herrscht Bammel vor Sonntag?

Fjörtoft: Dass nach so einem schlechten Spiel alles Mögliche gesagt wird, ist normal. Das wird sich legen, dafür ist die Vorfreude auf die deutsche Mannschaft zu groß. Unser Stadion in Oslo ist seit Monaten ausverkauft, hier herrscht Fußballfieber.

Es steckt eine Menge Bundesliga in der norwegischen Mannschaft.

Fjörtoft: Sie sagen es. Norwegen hat sich stets am englischen Fußball orientiert, seit Jahren gewinnt die Bundesliga an Anhängern. Die Leute freuen sich auf Özil & Co. Immer mehr norwegische Fußballer zieht es nach Deutschland, wie man bei Skjelbred, Nordtveit und dem Rest sieht.

Was erwarten Sie?

Fjörtoft: Als kleine Nation hat man gegen den amtierenden Weltmeister nichts zu verlieren. Genau darin liegt unsere Chance: Wir können befreit aufspielen. Vielleicht hat Deutschland einen besonders schlechten und wir einen besonders guten Tag. Wir sind früher immer volle Pulle gegangen. Wichtig ist, nach dem Spiel zu wissen, dass wir alles gegeben haben. Auch den Fans, die auf den Rängen brennen werden.

Ist das Fußballfieber so groß?

Fjörtoft: Erst kommt Fußball, dann lange nichts, und dann Ski. Unsere Wintersportler sind sehr populär, der größte Verband ist aber der Fußballverband. Wir haben über 1900 Vereine. Hinzu kommt, dass auch die Jugendarbeit immer besser wird, schließlich sind wir die jüngste Nationalelf Europas.

Und warum kickt Supertalent Martin Ödegaard am Sonntag nicht mit?

Fjörtoft: Er wird bei den Qualispielen der U21 gebraucht. Lieber spielt er dort zweimal 90 Minuten, anstelle in Oslo auf der Bank zu sitzen. Lustig ist, dass er im A-Kader der Jüngste war und jetzt bei der U21 ebenso.

Bei Real Madrid scheint es nicht ganz so zu laufen.

Fjörtoft: Er ist 17. Das darf man nicht vergessen. Und er hat als jüngster Spieler in der Geschichte von Real sein Debüt in der ersten Mannschaft gegeben. Er ist noch in der Ausbildung, also Geduld. Wie gut er wirklich wird, weiß aber keiner. Auch ich nicht.

Interview: José Carlos Menzel López

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