Klares Ziel

Jogi Löw: "Für Tore braucht man Biss"

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Joachim Löw beim Training in Hamburg.

München - Der Bundestrainer gibt sich vor dem Duell gegen Tschechien siegessicher: „Ich gehe davon aus, dass wir drei Punkte einfahren.“

Das Ziel ist klar. „Wir wollen aus den beiden Spielen sechs Punkte holen“, macht Jogi Löw vor den Partien gegen Tschechien (Sa., 20.45 Uhr) und Nordirland (Di., 20.45 Uhr, beide RTL) deutlich. Der Start in die WM-Quali ist Anfang September mit dem 3:0 in Norwegen geglückt, jetzt sollen die nächsten Siege her. Vor dem Duell mit den Tschechen gibt sich der Bundestrainer siegessicher: „Ich gehe davon aus, dass wir drei Punkte einfahren.“ Seine Spieler wollen dem kritischen Hamburger Publikum mehr bieten als einen Sieg. „Wir wollen auch spielerisch überzeugen“, erklärt Sami Khedira. Und dabei das Manko im Abschluss endlich beheben.

"Unbedingter Biss, Tore machen zu wollen"

Einer, der weiß, wie das funktioniert, ist Horst Hrubesch. Das Kopfballungeheuer war in den 70er- und 80er-Jahren einer der besten Stürmer Deutschlands und schoss den DFB mit seinen beiden Toren im EM-Finale 1980 zum Titel. „Daran kann man arbeiten. Die Gier auf Tore kann man sich auch im Training holen. Ich bin sicher, dass Jogi hier auch ansetzt“, erklärt der langjährige Nachwuchs­trainer des DFB im Gespräch mit der tz. Wie Löw appelliert er an die Mentalität der Spieler. „Man muss aber den unbedingten Biss haben, Tore machen zu wollen. Den muss man sich aneignen.“ Das hatte der Bundestrainer zuvor bereits gefordert. „Es ist wichtig, auch im Training das Bewusstsein zu schärfen. Wenn man viele Chancen hat, wie geht man damit um? Und was passiert, wenn man sie nicht nutzt?“

Nach dem Ausfall von Mario Gomez fehlt dem Weltmeister mal wieder ein echter Mittelstürmer. Auch mangels Alternativen hat Löw auf eine Nachnominierung verzichtet. Und Gomez wird nicht jünger, wäre bei der WM 2018 33 Jahre alt. Hrubesch macht sich trotzdem keine Sorgen um den deutschen Angriff. „Wir haben einige Stürmer mit Potenzial im Nachwuchsbereich“, sagt er gelassen. „Sie müssen weiter ausgebildet werden und sich entwickeln. Ein echter Mittelstürmer kann in jedem Spiel der entscheidende Vorteil sein.“ Leipzigs Davie Selke bescheinigt er eine große Zukunft. „Davie ist ein junger Spieler und wird sich noch weiterentwickeln. Auf Dauer kann er auch ein Kandidat für die Nationalelf werden“, so Hrubesch zur tz und erinnert an einen Angreifer, mit dem er 2009 U 21-Europameister wurde. „Auch Sandro Wagner bringt viel mit. Er ist ein starker Kopfballspieler mit guter Technik. Die Messlatte ist allerdings das höchste Niveau im Weltfußball, auf dem wir inzwischen mit unserer Nationalmannschaft spielen“, sagt Hrubesch über den Hoffenheimer.

Nur zwei Einheiten und das Abschlusstraining

Der wird nächsten Monat allerdings auch schon 29 Jahre alt. Gegen Tschechien und Nordirland vertraut Löw weiter auf Mario Götze, Kevin Volland und Thomas Müller. Dass die Abschluss-Problematik in diesen Tagen auf der Agenda steht, daraus macht er keinen Hehl. „Das ist ein zentrales Thema, das wir ins Training mit einbauen“, so der Bundestrainer.

Lediglich zwei Einheiten und das Abschlusstraining absolvierte das DFB-Team in der Hansestadt, nachdem Löw seinen Stars zwei freie Tage gegönnt und sie erst am Mittwoch an die Alster beordert hatte. „Das war richtig, damit die Mannschaft am Samstag voller Energie ist.“ Khedira pflichtete ihm bei: „Der Trainer hat uns einen Gefallen getan – das geben wir zurück.“ Am Samstag müssen Khedira & Co. ihren Worten Taten folgen lassen. Oder besser: Tore!

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