Jonathan Tah vor Debüt

Löws schwerer Neustart: Terror und Schweinsteiger-Aus

Joachim Löw blickt sorgenvoll aber zuversichtlich in die Zukunft.
+
Joachim Löw blickt sorgenvoll aber zuversichtlich in die Zukunft.

Berlin - Nach den Terroranschlägen von Brüssel und der Affäre Kruse versuchte Bundestrainer Joachim Löw bei Weltmeister Deutschland, den Fokus wieder auf das Sportliche zu richten.

Neue Sorgen um den maladen Kapitän, neue Diskussionen um die Sicherheit: Den Start des Weltmeisters ins EM-Jahr hatte sich Joachim Löw ganz anders vorgestellt. Anstatt voller Optimismus und Vorfreude den EM-Countdown zu starten, überlagern die neuerliche Knieverletzung von Bastian Schweinsteiger und die Angst vor dem Terror die Vorbereitungen der deutschen Nationalmannschaft auf den Länderspielklassiker gegen England am Samstag (20.45 Uhr/ZDF) im noch nicht ausverkauften Berliner Olympiastadion.

„Die Ereignisse sind sicherlich schrecklich und haben uns ein bisschen nachdenklich gestimmt. Da kommen die Bilder von Frankreich ins Gedächtnis zurück“, sagte Löw. Bei seiner ersten Pressekonferenz im neuen Jahr machte er aber auch deutlich: „Wir lassen uns von dem Thema aber nicht beeindrucken. Wir bereiten uns gezielt auf die Spiele vor und verlassen uns auf unsere Sicherheitskräfte.“

Teammanager Oliver Bierhoff betonte aber dennoch: „Das Thema Sicherheit wird uns weiter beschäftigen. Wir werden in dieser Hinsicht einen großen Aufwand betreiben und auch Sorge dafür tragen, dass die Spieler gesichert sind, bei den anstehenden Spielen und natürlich auch beim EM-Turnier.“ Nach Brüssel habe es über das Thema noch keine Gespräche mit den Spielern gegeben, „da es andere Dinge gab, die uns wichtig waren“. In Gedenken an die Opfer von Dienstag wird die DFB-Auswahl im Olympiastadion mit Trauerflor spielt, zudem gibt es vor dem Anpfiff eine Schweigeminute.

Löw will Ausrufezeichen setzen

Unabhängig von den schlimmen Begleiterscheinungen forderte Löw seine in Berlin versammelten EM-Kandidaten aber auf, im Training und in den beiden „nicht normalen Freundschaftsspielen“ noch einmal ein „Ausrufezeichen“ zu setzen, um sich für Frankreich zu empfehlen. Am 17.Mai wird Löw seinen vorläufigen erweiterten Kader benennen. Am 30. Mai muss er sich dann auf seine 23 Spieler für die EURO festlegen.

Auch Schweinsteiger wollte sich wieder nachhaltig in Erinnerung bringen. Wegen eines Innenbandteilrisses im rechten Knie fällt der 31-Jährige aber sowohl für das England-Spiel als auch für den Härtetest am kommenden Dienstag (20.45/ARD) in München gegen Italien aus. Wie lange der Mittelfeldspieler fehlt, sei noch unklar, hieß es vom DFB nach einer Untersuchung des Kapitäns bei Nationalmannschafts-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München. Bei einer zu erwartenden Pause von durchschnittlich sechs Wochen gerät auch die EM-Teilnahme in Gefahr.

Aufmunternde Worte für Götze

Angeschlagen sind von den nach dem Rauswurf von Max Kruse und Schweinsteigers Ausfall verbliebenen 25 Kandidaten noch Mesut Özil und Karim Bellarabi, die aber am Donnerstag wieder trainieren sollen.

Positive Worte fand Löw für Mario Götze, der zurzeit unter Pep Guardiola bei Bayern München keine große Rolle mehr spielt. „Er ist nach seiner Verletzung sicher noch nicht in Topform. Aber ich zähle nach wie vor auf ihn, natürlich auch bei der EM. Er ist ein Spieler mit besonderen Fähigkeiten“.

Die attestiert er zwar nach wie vor auch Kapitän Philipp Lahm, ein Comeback des Weltmeister-Kapitäns, wie vom früheren Bundestrainer Berti Vogts ins Spiel gebracht, schloss Löw aber kategorisch aus: „Das ist keine Option.“

EM

-Zug für Kruse noch nicht abgefahren

Dafür stellte der Bundestrainer aber dem aktuell in Ungnade gefallenen Kruse eine EM-Teilnahme in Aussicht. „Ich war der Meinung, dass er einen Denkzettel braucht. Es war jetzt aber für die beiden Spiele, es soll nicht gleichbedeutend sein mit dem Aus für die EM“, sagte der 56-Jährige: „Vielleicht lernt er ja was aus dieser Lektion.“

Löw machte deutlich, dass er nicht nur Kruse, sondern alle seine EM-Kandidaten in den kommenden Tagen noch einmal auf den Prüfstand stellt: „Ich werde weiterhin beobachten, was auf und neben dem Platz passiert.“

SID

auch interessant

Meistgelesen

Duisburger rastet vor Mikros aus - und ARD sorgt für seltsamen Zufall
Duisburger rastet vor Mikros aus - und ARD sorgt für seltsamen Zufall
Der erweiterte DFB-Kader für die EM 2016: Wer ist drin? Wer nicht?
Der erweiterte DFB-Kader für die EM 2016: Wer ist drin? Wer nicht?
Mit Spannung erwartet: Was sagt Schweinsteiger?
Mit Spannung erwartet: Was sagt Schweinsteiger?
Drama um Bundesliga-Profi: Tumor bei Doping-Probe entdeckt
Drama um Bundesliga-Profi: Tumor bei Doping-Probe entdeckt

Kommentare