VfB Stuttgart muss zum FSV Mainz 05

Kramny will gegen alte Liebe ersten Sieg

Stuttgarts Trainer Jürgen Kramny trifft mit seinem Team auf den FSV Mainz 05. Foto: Daniel Maurer
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Stuttgarts Trainer Jürgen Kramny trifft mit seinem Team auf den FSV Mainz 05. Foto: Daniel Maurer

Stuttgart - Nach erst zwei Partien sind Bundesligaspiele für Jürgen Kramny noch etwas Besonderes. Doch die Partie in Mainz hat einen außergewöhnlichen Stellenwert.

Sogar die Mainzer Ex-Trainer Jürgen Klopp und Thomas Tuchel drücken dem VfB-Coach Jürgen Kramny die Daumen. Denn für den 44-Jährigen ist das Freitagabendspiel der Fußball-Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 etwas Besonderes.

Der Interimscoach des VfB Stuttgart kehrt zurück zu seiner ersten Trainerstation. Daher kommen die guten Kontakte zu Klopp und Tuchel. Und Kramny weiß zudem erstmals seit seiner kurzfristigen Beförderung vor gut zwei Wochen, dass er ziemlich sicher auch in der folgenden Partie noch auf der Bank sitzt. "Kramny bleibt bis zum Winter", sagte VfB-Sportvorstand Robin Dutt, "das wäre von mir sehr gewünscht".

Obwohl die Ausbeute des ehemaligen Bundesliga-Spielers mit einem Punkt aus den zwei Spielen gegen Dortmund (1:4) und Bremen (1:1) dürftig ist, bekommt er von Dutt ein gutes Zwischenzeugnis ausgestellt. "Er trifft momentan den richtigen Ton und macht einfache Dinge. Er hat eine gewisse Struktur in kurzer Zeit drin. Das sind die Gründe, warum er gegen Mainz auch auf der Bank sitzt", erläuterte Dutt seinen Entschluss, diesen Prozess der "kleinen Schritte" nicht "künstlich zu unterbrechen".

Der Mainzer Manager Christian Heidel meinte am Donnerstag, er wolle sich nicht einmischen, aber sein ehemaliger Angestellter habe die Fähigkeiten dazu "ganz unbestritten".

Kramny selbst sagt glaubwürdig, er könne mit der Ungewissheit über seine persönliche Zukunft beim derzeitigen Tabellenvorletzten der Liga sehr gut leben. Eine Beförderung zur Dauerlösung würde den schnell sprechenden Ludwigsburger aber freuen. Und er findet das realistisch. "Alles ist möglich. Wichtig ist, dass wir gute Ergebnisse erzielen, aber in erster Linie für den Verein", sagte er.

Ein Sieg gegen den Tabellensiebten aus der Studentenstadt wäre daher gut und wichtig - und für Kramny besonders emotional. "Ich habe 15 Jahre da gelebt, war 13 Jahre im Verein. Eine tolle Zeit, ich habe zwei Aufstiege erlebt", erzählte er. "Mich verbindet viel mit dem Club und der Stadt. Meine Kinder sind dort geboren."

Als Aktiver wurde Kramny mit dem VfB 1992 deutscher Meister und kam danach auf 217 Ligaspiele für den FSV. 29 Tore erzielte er zwischen 1997 und 2005. Nach einem halben Jahr in Darmstadt kehrte er nach Mainz zurück, im Sommer 2006 wurde sein Vertrag als Spieler nicht mehr verlängert - und Klopp machte ihn zum Trainer der U 19. Dafür ist ihm der in Bad Cannstatt geborene Kramny bis heute dankbar.

Vor seinem Debüt als Bundesliga-Trainer gegen Klopps Ex-Club Borussia Dortmund gab es eine SMS mit besten Wünschen aus Liverpool. Und Klopps Nachfolger Tuchel sagte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: "Ab jetzt kann er es gerne packen."

Gewinnt der VfB die vorletzte Liga-Partie vor der Winterpause aber nicht, droht der Absturz ans Tabellenende. Mainz hat seine Schwächephase überwunden, ist seit fünf Spielen ungeschlagen und holte dabei elf Punkte. Auf Rang vier fehlen nur drei Zähler.

Trotz der unterschiedlichen Ausgangslage und des ernüchternden 1:1 zuletzt im Kellerduell gegen Werder Bremen sieht Kramny "natürlich Chancen" für den VfB, in Mainz erfolgreich abzuschneiden. "In der ersten Halbzeit gegen Bremen haben wir vieles gut gemacht", sagte er. Dutt meinte: "Ich sehe keinen Grund, warum wir da nicht auch selbstbewusst auftreten sollten."

Heidel meinte: "Es würde mich sehr freuen, wenn der nächste Mainzer in der Bundesliga Fuß fassen könnte." Mit einer Einschränkung allerdings: "Ab nächster Woche wünschen wir ihm nur das Beste."

dpa

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