"Keine falschen Hoffnungen": Asien unterstützt Blatter

Scheich Salman bin Ibrahim Al-Khalifa sagte FIFA-Boss Joseph Blatter Unterstützung zu Foto: M. A. Pushpa Kumara
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Scheich Salman bin Ibrahim Al-Khalifa sagte FIFA-Boss Joseph Blatter Unterstützung zu Foto: M. A. Pushpa Kumara

Melbourne (dpa) - FIFA-Chef Joseph Blatter war gar nicht da - und doch Gesprächsthema Nummer eins. Nach dem außerordentlichen Kongress des asiatischen Verbandes AFC darf sich der bald 79 Jahre alte Präsident des Fußball-Weltverbandes seiner Wiederwahl immer sicherer sein.

Denn trotz eines Kandidaten aus den eigenen Reihen wollen selbst die meisten asiatischen Länder den umstrittenen Schweizer in seinem Streben nach einer fünften Amtszeit unterstützen. "Unser Kongress hat sich damals für Herrn Blatter ausgesprochen, wir haben uns darauf festgelegt und werden unsere Meinung niemals ändern", sagte AFC-Boss Scheich Salman bin Ibrahim Al-Khalifa in Melbourne in einer Pressekonferenz und verweigerte dem jordanischen Verbandschef Prinz Ali bin Al-Hussein die Gefolgschaft.

Keine halbe Stunde hatte zuvor der außerordentliche Kongress der AFC gedauert. In einem Luxushotel am Rande der Innenstadt wurden die Statuten modifiziert, freundliche Grußworte gesprochen und reichlich Vorfreude auf das Eröffnungsspiel des Asien-Cups zwischen Gastgeber Australien und Kuwait geschürt. Die Kandidatur Al-Husseins wurde nicht erwähnt, eine Debatte oder Diskussionsbeiträge gab es nicht.

Al-Hussein saß in seiner Funktion als Mitglied des AFC-Exekutivkomitees ganz am äußeren Rand des Podiums - und sagte kein Wort. "Nicht hier, nicht heute", ließ sich der 39-Jährige lediglich beim Verlassen des Konferenzraumes entlocken.

Der Mann, der bei der Präsidentschaftswahl des Weltverbandes FIFA am 29. Mai in Zürich Amtsinhaber Blatter stürzen will, wirkte inmitten der insgesamt 45 anwesenden Delegierten der asiatischen Mitgliedsländer fast ein wenig isoliert. Und wenn man den Äußerungen der hochrangigen AFC-Funktionäre Glauben schenken darf, kann er bei seinen sportpolitischen Ambitionen auch nicht auf den Rückhalt seiner eigenen Konföderation hoffen. Auch Scheich Ahmad Al-Fahad Al-Sabah aus Kuwait wiederholte als Präsident der olympischen Verbände Asiens (OCA) seine Wahl-Zusage an den dann 79 Jahre alten Blatter.

"Das muss Prinz Ali jetzt in seinen Überlegungen berücksichtigen, und er sollte die Sache noch einmal überdenken", sagte Al-Sabah, der bei der Wahl zwar keine Stimme hat, als OCA-Chef aber über großen Einfluss auf dem Kontinent verfügt.

Am Dienstag hatte Al-Hussein angekündigt, als Herausforderer Blatters anzutreten. "Die Botschaft, die ich immer wieder hörte, war: Es ist Zeit für einen Wandel", teilte der Präsident des jordanischen Verbandes, zugleich Vize bei der FIFA und der AFC, via Twitter mit. Doch während sich UEFA-Präsident Michel Platini "erfreut" zeigte und auch der Deutsche Fußball-Bund mit Wohlwollen reagierte, weiß der gewiefte Strippenzieher Blatter einen Großteil der 209 stimmberechtigten Verbände, insbesondere aus Afrika, hinter sich. Auch der ozeanische Verband sprach sich bereits pro Blatter aus.

"Wir sollten realistisch sein und keine falschen Hoffnungen hegen", sagte AFC-Chef Al-Khalifa auf die Frage, ob der asiatische Verband nicht einen asiatischen Kandidaten unterstützen müsse. Blatter ("Dies ist eine Demokratie, und dies kann nur von Vorteil für die Debatte sein") wird es freudig und gelassen zur Kenntnis genommen haben.

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