Normal One will mit Dreier starten

Klopp vor erstem Spiel: "Ist komisch für mich"

Klopp Liverpool
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Jürgen Klopp will mit Liverpool am Samstag seinen ersten Sieg einfahren.

Liverpool - Am Samstag feiert der frühere BVB-Coach Jürgen Klopp im Auswärtsspiel bei Tottenham Hotspur sein Debüt auf der Bank des FC Liverpool. Der Hype um ihn ist kaum mehr zu toppen.

Die Trikots mit dem Aufdruck „The Normal One“ gehen weg wie warme Semmeln, Selfies mit dem neuen Heilsbringer sind an der Merseyside der Hit. Doch bei allem Verständnis für die euphorisierten Fans geht Jürgen Klopp der Hype um seine Person nach seiner ersten Arbeitswoche beim ruhmreichen FC Liverpool bereits auf die Nerven.

„Wir haben noch nicht einmal gespielt, deshalb ist das komisch für mich. Wir haben ja noch nicht einmal etwas geleistet. Die Leute können mich lieben, wenn wir mal gespielt haben, aber noch nicht jetzt“, sagte er vor seiner Premiere auf der Trainerbank der Reds am Samstag (13.45 Uhr/Sky) bei Tottenham Hotspur. Dem früheren Dortmunder Coach ist aber bewusst, dass sich der Trubel um seine Person noch steigern wird, wenn er gleich bei seinem Debüt Erfolg haben sollte. „Das ist kein großes Problem. Der Trubel wird sich auch irgendwann wieder legen“, sagt der 48-Jährige in der für ihn typischen Gelassenheit.

Doch Klopp, der Liverpool in den nächsten vier Jahren einen Titel versprochen hat, weiß auch, dass er am Ende nur am Erfolg gemessen wird. Und das nicht nur von den US-amerikanischen Investoren, sondern auch von der kritischen und auch gnadenlosen englischen Presse und letztlich auch den Fans.

„Lasst Euch von dem Lächeln nicht täuschen, der “Normal One' hat auch eine dunkle Seite„, schrieb die Times vor Klopps erstem Match auf der Insel als LFC-Teammanager. Das seriöse Blatt stellte vorab fest, dass eine Charme-Offensive am Ende nicht reichen wird, die Herzen der Anhänger zu erobern. Dennoch sei Klopp mit seinem ansteckenden Lächeln, seinem Stoppelbart und seiner coolen Jeansjacke derzeit der perfekte Gegenentwurf zu `The Special One“ Jose Mourinho vom FC Chelsea, der sich mit seinen abstrusen Verschwörungstheorien immer mehr Feinde macht.

Das interessiert Klopp vor seiner Premiere in der Premier League herzlich wenig. Vielmehr macht er sich Sorgen um sein Team, dem in London unter anderem die verletzten Stürmer Christian Benteke und Danny Ings sowie der Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino und Joe Gomez fehlen. „Das ist natürlich sehr ärgerlich“, sagte Klopp, der sich über die Erwartungen an seine Person im Klaren ist: „Mir braucht niemand zu sagen, dass ich erfolgreich sein muss. Das weiß ich selbst“, sagte er und versuchte zugleich, den Fokus auf das Spiel an der White Hart Lane zu legen. „Wir brauchen Aggressivität und Spaß in den Augen. Dann wollen wir Qualität und Selbstvertrauen Stück für Stück steigern“, sagte er. Er wolle zunächst nur „einige kleine Stellschrauben in die richtige Richtung drehen“.

Was Klopp schon einmal entgegenkommt: Viel schlechter als bei seinen Vorgängern wird sein Debüt kaum laufen können, keiner der letzten fünf Reds-Trainer startete mit einem Sieg. Rafael Benitez begann 2004 sogar wie Klopp mit einem Auswärtsspiel in Tottenham und holte immerhin ein 1:1. Klopps Debüt-Bilanz ist dagegen bestens, sowohl in Mainz als auch in Dortmund gab es zum Auftakt drei Punkte.

Einen solchen Dreier kann Liverpool gut gebrauchen. Nur ein Sieg aus sechs Spielen und der Absturz auf Rang zehn hatte Brendan Rodgers zuletzt den Job gekostet. Die Spurs dagegen sind seit sieben Partien und damit länger als jeder andere Premier-League-Klub ungeschlagen. Die englischen Wettanbieter sehen Tottenham dann auch in der Favoritenrolle.

SID

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