Offene Fragen für Bundestrainer Löw

Klose-Zukunft im DFB-Team: Tendenz erkennbar

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Miroslav Klose.

München - Joachim Löw wird nach seinem Ja-Wort nun erst einmal entspannen. Urlaub ist beim Bundestrainer angesagt, bevor es am 3. September mit der WM-Revanche gegen Argentinien für den Weltmeister wieder ernst wird.

Bis dahin muss Löw allerdings noch einige Fragen klären. Offen ist nach wie vor die Nachfolge von Assistent Hansi Flick, der zum DFB-Sportdirektor aufsteigt. Nach dem Rücktritt von Philipp Lahm muss ein neuer Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bestimmt werden. Zudem steht ein Gespräch mit Torjäger Miroslav Klose über dessen Zukunft im DFB-Team an.

„Miro wollte sich in den vergangenen Tagen überhaupt nicht mit Fußball beschäftigen und nur den Moment genießen“, sagte sein Berater Alexander Schütt dem kicker. Die Tendenz geht aber eher zu einem Abschied des 36-Jährigen in der Nationalelf.

Löw verspürt aber nicht nur in der Personalie Klose „überhaupt keinen Zeitdruck oder akuten Handlungsbedarf, wir haben schon noch Zeit“, sagte er bei DFB.de. Bei der Besetzung des künftigen Co-Trainers habe er „Ideen. Jeder darf sicher sein, dass wir alle nun den bevorstehenden Urlaub nutzen werden, um uns Gedanken für die anstehenden großen Aufgaben zu machen. Wir werden für alle Fragen gute Lösungen finden.“

Als heiße Kandidaten für Flicks bisherigen Posten werden Marcus Sorg, Coach der deutschen U19-Nationalmannschaft, und Frank Wormuth, U20-Trainer und Chefausbilder beim DFB, gehandelt. Aber auch der Name des Ex-Mainzers Thomas Tuchel fällt immer wieder. Der kicker brachte sogar zwei Assistenten ins Gespräch.

Als Ersatz für Ex-Kapitän Lahm bieten sich für den Bundestrainer gleich mehrere Stars an. Die nahe liegendste Variante wäre es, Bastian Schweinsteiger (29) vom „Vize“ zum Chef zu befördern. Abgesehen von Klose verfügt der Münchner mit seinen 108 Länderspielen über die größte Erfahrung im DFB-Team. Er war auch im WM-Finale gegen Argentinien (1:0 n.V.) der emotionale Leader. Alternativen wären Torwart Manuel Neuer, Sami Khedira oder auch Mats Hummels, der sich bei der WM in den Vordergrund gespielt hatte.

Eins ist für Löw jetzt schon klar. „Im Moment kann ich nur sagen, dass ich mich unglaublich auf die nächsten Wochen und Monate freue“, betonte der 54-Jährige, der seinen Vertrag beim DFB bis nach der EURO 2016 erfüllen wird. Es gebe „nichts Schöneres, als mit dieser Mannschaft weiterzuarbeiten“.

Zumal die Perspektiven glänzend sind. Außer Lahm und wohl auch Klose stehen Löw künftig 21 Weltmeister zur Verfügung. Dazu kommen gestandene Nationalspieler wie Marco Reus, Ilkay Gündogan und Mario Gomez. Auch die Bender-Zwillinge Lars und Sven stehen hoch im Kurs. Vor der WM waren Marcel Schmelzer, Andre Hahn, Max Meyer, Marcell Jansen, Leon Goretzka und Kevin Volland durch das Sieb gefallen.

Zudem hatte Löw die Zukunft des deutschen Fußballs bereits beim Länderspiel im Mai in Hamburg gegen Polen (0:0) präsentiert. Da feierten Antonio Rüdiger (21), Oliver Sorg (23), Christian Günter (21), Sebastian Rudy (24), Goretzka (19), Meyer (18), Maximilian Arnold (19), Sebastian Jung (24) und Volland (21) sowie die WM-Teilnehmer Matthias Ginter (20), Shkodran Mustafi (22) und Christoph Kramer (23) ihr Debüt.

Löw hat auf jeden Fall die Qual der Wahl, wenn es in knapp fünf Wochen weitergeht. Nach dem Duell gegen Argentinien in Düsseldorf startet das DFB-Team vier Tage später in Dortmund gegen Schottland in die EM-Qualifikation für Frankreich 2016.

Dort will Löw das schaffen, was den drei Weltmeister-Teams des DFB zuvor verwehrt blieb: Im folgenden Turnier den Titel bestätigen. „Es gibt aber noch weitere Ziele, die wir erreichen wollen“, sagte er bereits: „Die WM 2014 war für alle ein Höhepunkt, sie war aber noch kein Abschluss.“

sid

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