Köln will Podolski halten - aber nicht um jeden Preis

+
Lukas Podolski wird von den Kölner Fans vergöttert

Köln - Lukas Podolski ist der unumstrittene Star beim 1. FC Köln. Die Galionsfigur der Geißböcke soll über 2013 an den Klub gebunden werden - allerdings nicht um jeden Preis.

Die Marschrichtung beim 1. FC Köln ist klar. Lukas Podolski soll über 2013 an den Klub gebunden werden, in Kürze sollen die Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung des Nationalspielers in Angriff genommen werden. „Das große Ziel ist, dass er bei uns bleibt. Wir werden früh die Gespräche anfangen. Wir sollten uns nicht im Sommer unter Zeitdruck setzen. Da ist Weihnachten ein angenehmer Termin. Da hat man noch sechs Monate vor sich. Ich werde mich aber nicht festlegen, ob es der 24. Dezember oder 5. Januar ist“, sagte FC-Sportdirektor Volker Finke bei Sky.

Finke machte aber auch klar, dass er die Galionsfigur nicht um jeden Preis am Geißbockheim halten kann. „Es ist so, dass wir zusammenkommen müssen, dass beide Seiten damit gut leben können. Ich stelle die Weichen mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten, die wir haben. Das heißt, dass wir alles versuchen werden, unseren besten Spieler zufriedenzustellen“, sagte der 63-Jährige mit Blick auf die Verbindlichkeiten von 30 Millionen Euro, die den Klub drücken.

Falls Köln den Kontrakt mit dem Publikumsliebling ausdehnt, könnte irgendwann noch einmal eine hohe Ablöse für Podolski erzielt werden. Wenn nicht, kann der Nationalspieler im übernächsten Sommer ablösefrei wechseln.

Deshalb muss der FC abwägen, was aus wirtschaftlicher, aber auch sportlichter Sicht das Beste für den dreimaligen deutschen Meister ist. Dass die Rheinländer keine Fabelgehälter zahlen können und wollen wie angeblich Galatasaray Istanbul - im Sommer sollen die Türken Podolski vier Millionen Euro netto geboten haben - ist aber klar. Dies wäre auch gegenüber den anderen Profis, die ohnehin schon im Schatten des Superstars und Topverdieners stehen, nicht zu verantworten. „Es darf keine Schieflage innerhalb der Mannschaft entstehen“, sagte Finke.

Podolski, in dieser Saison mit sechs Toren und vier Torvorlagen bislang der effektivste FC-Profi, steht auch in der Gunst seines Trainers St†le Solbakken ganz oben, obwohl ihn der Norweger vor Saisonbeginn als Kapitän abgesetzt hatte. „Lukas ist unser wichtigster Spieler. In der Offensive ist er sehr wichtig - mit Ball und auch ohne Ball, weil die Gegner immer auf Lukas aufpassen wollen. Dann haben die anderen Spieler mehr Raum auf dem Platz“, sagte der FC-Coach vor dem peinlichen 0:5 seiner Mannschaft am vergangenen Samstag beim deutschen Meister Borussia Dortmund.

Prinz Poldi, der beim BVB ebenfalls ein Totalausfall war, hat sich zuletzt eher zurückhaltend zu seinen Zukunftsplänen geäußert. Vielmehr äußerte er öffentlich Kritik an der Führungsetage der Kölner, die ihn 2009 für zehn Millionen Euro von Bayern München zurückgeholt hatten und mit diesem Coup und weiterem hochkarätigem Personal wieder eine erfolgreiche Ära einleiten wollte.

„Ich will wissen, wie der Verein sich entwickelt“, sagte Podolski, der nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre den Versprechungen des Vorstand anscheinend keinen Glauben mehr schenkt. Zumal weitere große Investionen angesichts der wirtschaftlichen Situation ausgeschlossen sind. Und auf Dauer will sich Podolski nicht im Abstiegkampf und auch nicht im Mittelmaß bewegen. Denn mit seinen 26 Jahren ist der 93-malige Nationalspieler im besten Fußball-Alter.

sid

auch interessant

Meistgelesen

BVB vor nächstem Transfer-Hammer: Noch ein Ex-Bayern-Star?
BVB vor nächstem Transfer-Hammer: Noch ein Ex-Bayern-Star?
Wegen Amoklauf: Gomez musste Hochzeitsfeier verschieben
Wegen Amoklauf: Gomez musste Hochzeitsfeier verschieben
Transfer-Ticker: Zu diesem Klub würde Aubameyang sofort gehen
Transfer-Ticker: Zu diesem Klub würde Aubameyang sofort gehen
Heidel: Sané will im Sommer wechseln - aber wohin?
Heidel: Sané will im Sommer wechseln - aber wohin?

Kommentare