Ende als Nationalspieler

Kommentar zu Schweinsteiger: Der Mann, der durchhielt

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Gefühlt war das Endspiel von Maracana das ganz große Finale der Karriere von Bastian Schweinsteiger.

München - Marc Beyer meint in seinem Kommentar zum Ende von Bastian Schweinsteiger als Nationalspieler: Das Endspiel von Maracana war das ganz große Finale.

Gut, Adnan Januzaj kennt man noch aus seiner Zeit als Statist bei Borussia Dortmund. Die anderen Namen aber, die auf dieser ominösen Streichliste stehen, sind hierzulande allenfalls Insidern ein Begriff. Tim Fosu-Mensah, Cameron Borthwick-Jackson, Paddy McNair – tja, und Bastian Schweinsteiger.

Wenn die Liste tatsächlich so existiert, wäre es ein unwürdiges Ende des Gastspiels bei Manchester United. Wie ein Spieler dieses Kalibers angemessen abtritt, das war am Freitag fast zeitgleich in Schweinsteigers Heimat zu sehen. Ein Abschied auf eigene Initiative, von Hymnen der Weggefährten begleitet. Auf den Nachrichtenseiten stand die Meldung ganz oben. Der DFB-Kapitän, in Manchester einer von vielen, geht durchs Hauptportal hinaus.

Manchester, vielleicht die ganze Premier League, wird im Rückblick eine Fußnote der Karriere sein. Gefühlt war das Endspiel von Maracana das ganz große Finale. Danach kam nicht mehr viel, und dass Joachim Löw Schweinsteiger vor zwei Jahren zum Kapitän machte, war eine schöne Geste und eine hierarchische Selbstverständlichkeit, aber nicht mehr der Beginn eines weiteren großen Kapitels.

Schweinsteiger steht wie sonst nur Mario Götze für den WM-Triumph

Aber wie soll sich so etwas wie die Erfahrung von Rio auch noch toppen lassen? Schweinsteiger steht wie sonst nur Mario Götze für den WM-Triumph. Der Check, den ihm der Argentinier Aguero in der Verlängerung versetzte, war zwar schmerzhaft, aber er schuf auch ein Bild für die Ewigkeit. Der blutende Schweinsteiger, der selbst durch alle Niedertracht nicht zu stoppen ist.

Sinnigerweise fiel der WM-Titel schon in jene Phase seiner Karriere, als Schweinsteiger nur noch sehr vereinzelt gesund war. Das Kampf um die Turnierfitness, der ewige Wettlauf mit der Zeit, das war eher Regel als Ausnahme. Brasilien war auch deshalb eine so epochale Erfahrung, weil in einem kleinen Zeitfenster noch einmal zu bestaunen war, welch mitreißende Fähigkeiten dieser Schweinsteiger hatte, wenn sein Körper ihn nur ließ.

Heute sind sie ihm abhanden gekommen, der Kämpfer ist grau und müde geworden. Aber wenn er und sein Publikum in ein paar Jahren zurückblicken auf diese Karriere, werden die letzten Akzente keine Rolle spielen. Im Kopf werden nicht Bilder im Manchester-Trikot auftauchen. Sondern solche im Trikot des FC Bayern oder an der Seite der schönen Ana Ivanovic in der Lagune von Venedig. Und dieses eine ganz besondere. Mit klaffender Wunde und dem Ausdruck des Triumphes im Gesicht.

Bastian Schweinsteiger: Karrieende in Sicht

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