Turin bleibt Tabellenführer

Kruse schießt den VfL zum Sieg - Erster Punkt für Gladbach

Fußball Champions League Gruppe B: VfL Wolfsburg - PSV Eindhoven am 21.10.2015 in der Volkswagen-Arena in Wolfsburg (Niedersachsen). Wolfsburgs Bas Dost (M) bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen PSV Eindhoven mit Daniel Caligiuri (l) und Christian Träsch. Foto: Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Torjubel nach seinem ersten Champions-League-Tor: Max Kruse (Mitte).

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt hat Borussia Mönchengladbach in der Champions League endlich einen ersten kleinen Erfolg geschafft. In Wolfsburg schießt Max Kruse das entscheidende Tor.

Mit dem ersten Punktgewinn in der Champions League hat sich Borussia Mönchengladbach die Chance auf ein Überwintern im europäischen Wettbewerb erhalten. Der Bundesliga-Zehnte erreichte am Mittwochabend ein respektables 0:0 beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin. Vor 40 940 Zuschauern im Juventus-Stadium sicherten sich die Gladbacher damit die erste Punktprämie von 500 000 Euro und können zumindest weiter den dritten Platz in der äußerst schweren Gruppe D erreichen. Die Turiner mit ihrem deutschen Weltmeister Sami Khedira bleiben mit sieben Zählern Tabellenführer.

Gladbachs Trainer André Schubert vertraute in dem lauten, engen und voll besetzten Hexenkessel von Turin der selben Formation, die zuletzt am Samstag mit 5:1 bei Eintracht Frankfurt den vierten Bundesliga-Sieg in Serie gefeiert hatte. Doch seine Mannschaft merkte schnell, dass der italienische Meister trotz seines schwachen Saisonstarts in der Serie A ein anderes Kaliber ist als die meisten Gegner in der Heimat. Juventus begann forsch und druckvoll, war dazu noch sehr ballsicher und vernachlässigte auch die ur-italienischen Tugenden wie kompakte Abwehrarbeit nicht.

Die Borussia überstand diese schwierige Anfangsphase aber schadlos, ließ kaum Turiner Chancen zu und wurde nach 20 Minuten selbst etwas mutiger. Dazu störte sie den Gegner schon früh. Die Gladbacher wirkten deutlich stabiler und selbstsicherer als noch bei ihrem 0:3-Debakel zum Auftakt der Champions League beim FC Sevilla. Die jüngste Siegesserie in der Bundesliga zeigte auch in der „Königsklasse“ ihre Wirkung.

Brenzlig wurde es in der ersten Halbzeit nur in der 41. Minute. Verteidiger Alvaro Dominguez spielte seinem spanischen Landsmann Alvaro Morata den Ball völlig unbedrängt in den Fuß und konnte den Juventus-Stürmer anschließend nur noch durch ein Foul stoppen. Zum Ärger der Turiner Fans sah Dominguez dafür aber nur die Gelbe statt Rote Karte - und Paul Pogba schoss den fälligen Freistoß aus guter, zentraler Position bloß in die Mauer.

Nach der Pause erhöhte Juventus wieder den Druck und diesmal auch das Tempo. In der 55. Minute blockte Andreas Christensen gerade noch rechtzeitig einen Schuss von Morata ab. Drei Minuten später parierte Torwart Yann Sommer den nächsten und diesmal deutlich gefährlicheren Freistoß von Pogba. Das Gladbacher Problem war nun, dass insbesondere die zuletzt so starken Offensivspieler wie Raffael oder Ibrahima Traoré bei Kontermöglichkeiten viel zu früh den Ball verloren. So kam der Bundesligist nur selten zu einer Entlastung.

Turin machte aus seinen Vorteilen aber zu wenig. Auch der frühere Bayern- und Wolfsburg-Stürmer Mario Mandzukic fiel im Angriff kaum auf und wurde in der 70. Minute ausgewechselt. Das Spiel wurde immer schwächer, einige Juventus-Fans pfiffen sogar deshalb. Am Ende hatten die Gladbacher kaum noch Mühe, das 0:0 zu verteidigen.

Wolfsburg: Torjubel vor leeren Sitzreihen

Leere Reihen beim Sturm an die Tabellenspitze: Vor nur 23.375 Zuschauern hat der VfL Wolfsburg in der Champions League die PSV Eindhoven mit 2:0 (0:0) bezwungen und Kurs auf das Achtelfinale genommen. Bas Dost (46.) und Max Kruse (57.) markierten die Treffer für den deutschen Vizemeister, der nach dem zweiten Heimsieg zur Halbzeit der Vorrunde die Führung in Gruppe B übernommen hat.

Jürgen Locadia vergab in der ersten Minute der Nachspielzeit per Foulelfmeter die Chance auf den Anschlusstreffer für die Gäste.

Erneut sorgte das Zuschauerinteresse in Wolfsburg allerdings für lange Gesichter. Viele Reihen in der VfL-Arena blieben leer, im Gästeblock wurde gar ein ganzer Rang abgehängt. Die Spieler des VfL zeigten sich jedoch unbeeindruckt und schalteten von Beginn an in den Vorwärtsgang. Zunächst scheiterte Bas Dost aus kurzer Distanz (1.), dann vergaben Daniel Caligiuri und Julian Draxler mit Weitschüssen.

Nach der turbulenten Anfangsphase taten sich die „Wölfe“ gegen die dicht gestaffelte Hintermannschaft des niederländischen Meisters jedoch schwer. Kruse, zuletzt Torschütze vom Dienst, agierte als hängende Spitze und zentral im Mittelfeld, fand aber nur selten Mitspieler für seine Ideen - zu ausrechenbar blieb das Spiel der Gastgeber.

Bei den Gästen machten zunächst nur die Fans mit dem Abbrennen von Pyrotechnik auf sich aufmerksam. Der aktuelle Tabellendritte der Eredivisie versuchte, auf dem Rasen das Spiel breit zu machen, um seine schnellen Flügelspieler einzusetzen. Nur selten wurde es allerdings richtig gefährlich. Dem Ex-Gladbacher Luuk de Jong, der nach überstandener Knöchelverletzung erstmals wieder von Beginn an spielte, fehlte im Sturmzentrum noch die Bindung zu seinen Mitspielern.

Kurz vor der Pause wurden die Gäste dann etwas stärker. Adam Maher vergab per Kopf die Riesenchance zur Führung. Nach einem Zusammenprall mit Josuha Guilavogui musste Wolfsburgs Brasilianer Dante wegen einer blutenden Wunde im Gesicht länger behandelt werden, konnte aber im zweiten Durchgang weitermachen.

Nach der Pause ging es dann Schlag auf Schlag. In der 46. Minute brachte Dost seine Mannschaft in klassischer Abstauber-Manier in Führung. In der Folge lief der Ball dann auch endlich flotter durch die Reihen der „Wölfe“. In der 57. Minute scheiterte der einsatzfreudige Julian Draxler zunächst mit einem Distanzschuss, ehe Kruse genau zum richtigen Zeitpunkt in die Flanke von Caligiuri lief und zum 2:0 einköpfte.

In der Folgezeit verflachte das Spiel wieder ein wenig. Wolfsburg schaltete einen Gang zurück, tat mehr und mehr nur noch das Nötigste. Die Gäste, die mit ihrem 2:1-Auswärtssieg bei Manchester United in der Gruppe B für Furore gesorgt hatten, zeigten in der Offensive jedoch zu wenig Durchsetzungskraft. Ein Foul von VfL-Torwart Diego Benaglio gab Locadia noch einmal die Chance vom Punkt.

Durch den zweiten Sieg im zweiten Heimspiel hat der VfL im Kampf um den Einzug in die K.o.-Runde seine Ausgangsposition in der Gruppe B rechtzeitig verbessert. Das Restprogramm hat es für den deutschen Pokalsieger nämlich in sich. Zwei Auswärtspartien und das Heimspiel gegen ManUnited stehen noch auf dem Programm.

Für Aufregung sorgte abseits des Rasens eine Schlägerei in der Wolfsburger Innenstadt, an der laut Polizei auch rund 40 Fußballfans beteiligt gewesen sein sollen. Im Stadion sorgten die leeren Ränge wieder für Gesprächsstoff. Als Grund gilt die Spätschichtregelung beim VW-Werk, viele Werksmitarbeiter können deshalb nicht zum Spiel. Wolfsburgs Manager Klaus Allofs hatte zudem vor dem Spiel angeregt, die Anstoßzeiten in der Champions League vorzuziehen.

SID/dpa

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