Er wurde 70 Jahre alt

Kult-Schiedsrichter Ahlenfelder ist tot

Wolf-Dieter Ahlenfelder
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Wolf-Dieter Ahlenfelder ist tot.

Oberhausen - Bereits am Samstag ist der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder. Er war einer der beliebtesten seiner Zunft.

Knapp sechs Monate nach seinem 70. Geburtstag ist der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder gestorben. Ahlenfelder leitete zwischen 1975 und 1988 insgesamt 106 Bundesliga-Spiele, in denen er mit vier Roten Karten auskam. Er gehörte zu den besten, aber auch umstrittensten Unparteiischen der Liga-Historie. Der frühere Mineralöl-Kaufmann aus Oberhausen, der seit Jahren schwer zuckerkrank war, verstarb bereits am Samstag.

„Ahli“ war umstritten, aber auch vielerorts sehr beliebt. Er trug sein Herz auf der Zunge und sah sich stets als Freund der Spieler. Dass es auf dem Platz „menschelte“, war ihm stets sehr wichtig. In seiner gesamten Karriere kam Ahlenfelder mit nur vier Roten Karten aus.

Auch als ihm der damalige Bayern-Star Paul Breitner vorwarf: „Du pfeifst wie Arsch“, stellte ihn Ahlenfelder nicht etwa vom Platz. Er antwortete: „Und Du spielst wie ein Arsch.“ Trainer Otto Rehhagel forderte er einst auf: „Bleib auf deinem Hintern setzen, sonst komme ich mit Pattex zu deiner Bank.“ Spielern, die länger auf dem Boden liegen blieben, ermahnte er: „Junge, steh“ auf, die Rasenheizung ist nicht an.„

Aber dem lebenslustigen Oberhausener, der auch einem `Pilsken“ nicht abgeneigt war, unterliefen auch Irrtümer. Bei seinem dritten Bundesliga-Einsatz, es war die Partie Werder Bremen gegen Hannover 96 („Ein trauriges 0:0“) pfiff er schon nach 32 statt nach 45 Minuten zur Pause und korrigierte seine Entscheidung erst, nachdem der Bremer Horst-Dieter Höttges ihm gesagt hatte: „Schiri, da kann etwas nicht stimmen, mein Trikot ist noch ganz trocken.“

Nach eigener Aussage hatte Ahlenfelder, vom DFB 1984 mit der „Goldenen Pfeife“ als bester Schiedsrichter ausgezeichnet, vor dem Spiel zum Mittagessen neben einem Gänsebraten ein Bier und einen Malteser-Schnaps zu sich genommen. Wer später in der Bremer Vereinsgaststätte einen „Ahlenfelder“ bestellte, erhielt in Erinnerung an den Kult-Schiri ein Bier und einen Malteser.

Dem Fußball blieb „Ahli“ auch nach einer komplizierten Krampfader-Operation noch verbunden. „Ich war lange Zeit Vizemanager bei einer Gaststätten-Mannschaft“, erzählte er kürzlich. Aber selbst für diesen Job fehlte ihm zuletzt die Kraft. Auf Fußballplätzen sah man ihn schon lange nicht mehr.

Seine Zeit im Profifußball sei eine „sehr schöne“ gewesen: „Ich glaube, wir hatten damals mehr Spaß am Fußball. Heute fehlt mir die Menschlichkeit.“ Menschlichkeit, die Ahlenfelder immer vorlebte.

Die Beisetzung findet am kommenden Samstag ab 10.00 Uhr auf dem Wittefriedhof in Oberhausen-Sterkrade statt.

sid

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