Deutschland im Fußball-Rausch

Fabelhafter Jogi! Erst die Gala, dann der Vertrag…

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Da kann man schon mal grinsen: Jogi Löw.

Hamburg - So ein Fußball-Fest wie das Länderspiel der DFB-Elf gegen Tschechien hat Hamburg lange nicht gesehen. Von den vielen Komplimenten bekam der Bundestrainer die meisten ab: Jogi Löw hat jetzt quasi einen Freifahrtschein für seine berufliche Zukunft beim DFB.

Solche Bilder haben im Volksparkstadion inzwischen Seltenheitswert. Eine 3:0-Führung der Heimmannschaft, „Oh, wie ist das schön“-Gesänge der Zuschauer, gefolgt von einer fünfminütigen Laola auf den Rängen – Momente, die ein Hamburger Fußballfan lange nicht mehr erleben durfte. Es war zwar nicht der HSV, der sich am Samstag in die Herzen der über 50 000 Besucher im Volkspark spielte, doch das Publikum war dennoch hellauf begeistert. Die deutsche Nationalmannschaft bezwang Tschechien mit 3:0 (1:0), zeigte phasenweise brillanten Fußball und steckte damit sogar ihren Trainer an. Als Joachim Löw einen ins Aus fliegenden Ball aus der Luft artistisch mit der Hacke zurück Richtung Spielfeld beförderte, spendete das Publikum Szenenapplaus. Dieser Abend war zauberhaft, Jogi!

Weltmeister-Trainer ist er schon, am Dienstag könnte Löw auch zum Bundestrainer mit den meisten Siegen aufsteigen. Auch an der Sepp-Herberger-Marke von 167 Einsätzen auf der Trainerbank könnte Jogi bald rütteln – wenn er seinen bis 2018 laufenden Vertrag verlängert. Gesprächsbereitschaft hatte er am Freitag zum ersten Mal signalisiert. „Bis zur WM wird es sicher Gespräche mit dem Verband geben. Das ist mit dem Präsidenten so vereinbart“, ließ Löw durchblicken. DFB-Präsi Reinhard Grindel hatte dem Erfolgscoach schon während der EM den roten Teppich ausgerollt und Löw einen Freifahrtschein für das DFB-Traineramt gegeben. Am Wochenende ging der 55-Jährige auf Löws Aussagen ein. „Löw ist das Beste, was unserer Mannschaft passieren kann. Das gilt auch über 2018 hinaus“, sagte Grindel erneut und kündigte zeitnah Gespräche an. „Wir werden jetzt miteinander darüber sprechen, wie und in welcher Form wir das vielleicht auch schriftlich fixieren.“

Weltmeisterlich: DFB-Team mit starker Vorstellung - Bilder

Genügend Argumente hat Jogi ohnehin auf seiner Seite. Neben seiner erfolgreichen Turnierbilanz, in der er seine Mannschaft bei fünf WM- und EM-Teilnahmen immer mindestens bis ins Halbfinale führte, hat er die Mannschaft stetig weiterentwickelt. Und es dabei geschafft, eine Einheit zu formen. „Wir sind ja die Mannschaft“, schmunzelte Thomas Müller. „Das ist zwar irgendwo ein kleiner Marketing-Gag, aber das kommt ja nicht von ungefähr. Unsere Stärke ist, dass wir viele sehr gute Spieler haben und jeder für das Team kämpft.“

Nach dem EM-Aus in Frankreich musste Löw sich zwar berechtigte Kritik gefallen lassen, er scheint aber die richtigen Schlüsse aus ihr gezogen zu haben. So fordert der 56-Jährige von seinen Stars mehr Dynamik und mehr Variabilität im Spiel, Ballbesitz alleine reicht nicht mehr. Und gegen Tschechien zeigten die Spieler, was Löw von ihnen sehen will. „Das war eine unserer besten Leistungen“, befand Manuel Neuer. „Wenn es von außen dann noch so locker aussieht, ist das doch umso schöner“, lachte Julian Draxler. „Man hat gesehen, dass wir Spaß auf dem Platz hatten“, ergänzte Mesut Özil. Eine Tatsache, an der Jogi Löw sicher nicht ganz unschuldig ist – und die Lust auf mehr macht. 

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