Lärm-Attacke: Watzke glaubt nicht an Einzeltäter

Düsseldorf/Dortmund - Vorstandschef Hans-Joachim Watzke vom deutschen Fußball-Meister Borussia Dortmund hat so seine Zweifel an der Einzeltäter-Darstellung im Beschallungs-Skandal.

“Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bei Borussia Dortmund so funktionieren würde“, sagte der 52-Jährige der Nachrichtenagentur dapd.

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Beim Spiel der Borussia am vergangenen Samstag bei 1899 Hoffenheim kam zum wiederholten Mal ein über dem Gästeblock installierter Sender zum Einsatz, der mit Hochfrequenztönen die Sprechchöre der Gästefans gegen 1899-Mäzen Dietmar Hopp stören sollte. Ein Klub-Mitarbeiter hat die alleinige Verantwortung übernommen. Insgesamt waren fünf Spiele von diesen Lärm-Attacken betroffen. Inzwischen haben mehrere Fans Anzeige erstattet.

Watzke: “So klein war die Kiste ja auch nicht“

Grund für Watzkes Skepsis sind die Maße des Störsenders. “So klein war die Kiste ja auch nicht. Aber wenn man das so sagt, habe ich erstmal keine Veranlassung, das so nicht zu glauben. Es sei denn, man kriegt neue Erkenntnisse“, sagte er weiter. Daher sei die “Sache insofern abgehakt, als dass sich der DFB-Kontrollausschuss damit befasst. Und die sind ja objektiver.“ Der Kontrollausschuss hat Ermittlungen aufgenommen.

Hoffenheim rechnet wegen Beschallungsaffäre mit Geldstrafe

Manager Ernst Tanner vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim rechnet wegen der Lärm-Attacke auf Dortmunder Fans mit einer Geldstrafe für die Kraichgauer durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). “Eine Geldstrafe ist denkbar. Das wäre ein vernünftiges Maß“, sagte Tanner auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Am Mittwochabend hatte 1899 fristgerecht eine schriftliche Stellungnahme beim DFB abgegeben. Der DFB-Kontrollausschuss hatte Vorermittlungen aufgenommen, nachdem ein Hoffenheim-Mitarbeiter beim 1:0-Sieg am vergangenen Samstag gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund Störsignale Richtung BVB-Anhänger gesendet hatte, um Schmähgesänge gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp zu übertönen.

Soundgate"-Affäre: 1899-Trainer Stanislawski genervt

Sichtlich genervt zeigte sich am Donnerstag 1899-Trainer Holger Stanislawski: „Ich finde es nicht witzig. Es zeigt ganz klar, dass die negative Schlagzeile die positive Schlagzeile schlägt. Es wurde vier Tage lang kein Wort über Fußball gesprochen. Ich hoffe, dass wir weiter positive Schlagzeilen schreiben, auch wenn wir damit nicht wahrgenommen werden. Und wir brauchen auch nichts darüber lesen, denn die Jungs haben es gegen Dortmund gut gemacht.“

„Das nehmen wir wahr. Die Schlagzeilen, das treibt uns an. Wir sind eine der wenigen Mannschaften seit Monaten gewesen, die in der Lage war, Borussia Dortmund zu schlagen“, betonte Stanislawski vor dem Spiel in Augsburg.

Hoffenheimer Affäre: Klopp fordert Entschuldigung und Bestrafung

Meistertrainer Jürgen Klopp von Borussia Dortmund fordert in der Hoffenheimer Affäre um die Lärm-Attacke eine Entschuldigung an die betroffenen Fans und eine entsprechende Bestrafung. “Ich hoffe, dass die Angelegenheit angemessen sanktioniert wird und dass sich der Zustand bei denen, die darunter zu leiden hatten, verbessert. Außerdem sollte es eine Entschuldigung wert sein. Ich habe viel gelesen, aber eine klassische Entschuldigung war nicht dabei“, sagte Klopp am Donnerstag auf einer Pressekonferenz des deutschen Fußball-Meisters.

Am vergangenen Samstag waren beim Spiel in Hoffenheim (0:1) Schmährufe der Dortmunder Fans gegen 1899-Klubboss Dietmar Hopp mit einem lauten Akustik-Signal übertönt worden. Daraufhin hatten mehrere Anhänger Anzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei gestellt. “Wir haben es auf der Bank gehört, wussten aber nicht, was es ist. Wenn wir es hören, muss es relativ laut gewesen sein“, ergänzte Klopp.

dapd/sid

Rubriklistenbild: © dpa

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