HSV verpasst Sieg gegen Mönchengladbach

Last-Minute-Ausgleich: Hamburg weiter im Keller

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HSV-Trainer Josef Zinnbauer betonte nach dem Spiel die positiven Ansätze beim HSV.

Hamburg - Erst am Ende wird es packend: Der HSV gibt einen Sieg in den letzten Sekunden aus der Hand. Die Gäste aus Gladbach können mit dem einen Punkt sehr zufrieden sein.

Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer verfiel auf der Tribüne in Schockstarre, die Spieler des Hamburger SV sanken auf dem Rasen fassungslos zu Boden: Ein Gegentreffer des eingewechselten Branimir Hrgota (90.+2) in der Nachspielzeit hat den Bundesliga-Dino beim 1:1 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach zwei wertvolle Punkte im Abstiegskampf gekostet.

„Das ist natürlich bitter, wenn man mit der letzten Aktion ein Tor bekommt“, sagte Zoltan Stieber, der den HSV mit einem sehenswerten Schuss in Führung gebracht hatte (73.), bei Sky. Dennis Diekmeier räumte trotz der guten Leistung gegen den Tabellendritten ein: „Wir sind alle enttäuscht.“

Dabei hatte der HSV acht Tage nach der historischen 0:8-Klatsche bei Bayern München mit einer leidenschaftlichen Vorstellung eine gute Reaktion gezeigt und den Favoriten am Rande einer Niederlage. Nach dem bitteren Gegentreffer im Anschluss an einen Eckball stecken die Hamburger aber weiter auf Platz 14 fest.

Trainer Joe Zinnbauer betonte dennoch die positiven Ansätze. „Wichtig war für uns, dass wir dem Gegner das Leben schwer gemacht haben - und dass die Mannschaft die taktische Marschroute umgesetzt hat. Aus einem Standard kannst du Spiele verlieren, so haben wir zwei Punkte liegen gelassen“, sagte Zinnbauer, der seine Mannschaft nach der höchsten Niederlage der Bundesliga-Geschichte gehörig umgekrempelt hatte.

Stieber spielte auf der Position von HSV-Kapitän Rafael van der Vaart, der 90 Minuten auf der Bank schmorte. Insgesamt standen sieben neue Spieler in der Startformation, auch Heiko Westermann blieb zunächst draußen. Gladbach wirkte drei Tage nach der Niederlage in der Europa League beim FC Sevilla (0:1) etwas müde, bleibt mit zwei Punkten Vorsprung auf Schalke 04 aber Dritter.

„Natürlich hatten wir das Europacup-Spiel von Donnerstag noch in Knochen. Der Punkt ist verdient, wenn auch der Zeitpunkt glücklich war“, sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. Trainer Lucien Favre lobte derweil den Gegner: „Das war schwer für uns, Hamburg war sehr aggressiv. Hamburg hat gekämpft und ist viel gelaufen.“

Hitzig, stürmisch, intensiv: Die 52.105 Zuschauer in der Arena im Hamburger Volkspark bekamen in der Anfangsphase viel geboten. Nichts zu sehen von taktischem Vorgeplänkel, beide Teams kämpften mit offenen Visieren - und kamen schnell zu Chancen.

Für den HSV scheiterte Stieber mit einem abgeblockten Schuss (3. ), im Gegenzug verfehlte der gebürtige Hamburger Max Kruse das Tor nur um wenige Zentimeter. Weitere 60 Sekunden später traf der agile Patrick Hermann für Gladbach aus kurzer Distanz nur den Pfosten. In der Folge beruhigte sich das Geschehen ein wenig.

Für Gefahr sorgte bis zur Pause nur noch ein Freistoß von Ibrahima Traore, der in der 40. Minute knapp über den HSV-Kasten segelte. Im zweiten Abschnitt bot sich zunächst das gleiche Bild: Der HSV präsentierte sich lauf- und einsatzfreudig und versuchte, Dampf zu machen.

Doch gegen die geschickt verteidigenden Gladbacher gab es zunächst kaum ein Durchkommen. Die Partie plätscherte dahin, bis sich Stieber ein Herz fasste und mit seinem Linksschuss zur Führung traf. Dann kam die Nachspielzeit, und Hrgota glich noch aus.

dpa

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