Ära in Bremen endet

Lemke nur noch bis 2016 Werder-Aufsichtsratschef

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Willi Lemke, Aufsichtsrats-Vorsitzender von Werder Bremen.

Bremen - Die Ära Willy Lemke endet bei Werder Bremen 2016. Der ehemalige Manager kandidiert nicht erneut als Aufsichtsratschef des Tabellenletzten.

Willi Lemke macht den Weg für einen personellen Neuanfang bei Werder Bremen frei. Der bis 2016 gewählte Aufsichtsratsvorsitzende des Fußball-Bundesligaclubs verzichtet auf eine erneute Kandidatur. „Ich werde die verbleibende Zeit meiner Amtsperiode nutzen, um aktiv den Prozess einzuleiten, eine verantwortungsvolle Nachfolgeregelung für mich als Aufsichtsratsvorsitzenden zu finden“, erklärte Lemke am Montag laut Werder-Mittelung nach einem Gipfeltreffen beim sieglosen Tabellenletzten.

Lemke ist seit 2005 Vorsitzender des Kontrollgremiums. 1981 bis 1999 führte er den Verein als Manager gemeinsam mit Trainer Otto Rehhagel zu zwei Meistertiteln, drei DFB-Pokalsiegen und zum Europapokal der Pokalsieger. Danach war der SPD-Politiker Bremer Kultur- und Innensenator, 2007 wurde er UN-Beauftragter für den Sport.

Der 68-Jährige diskutierte am Montag mit Aufsichtsratsmitglied Marco Bode und der Werder-Geschäftsführung mit Klaus Filbry, Thomas Eichin und Klaus-Dieter Fischer über die aktuelle Situation. Die Anwesenheit von Ex-Nationalspieler Bode dürfte ein Fingerzeig für die Lemke-Nachfolge sein. Bereits am vergangenen Wochenende hatte sich Günter Netzer als Executive Direktor des Bremer Vermarktungspartners Infront für den langjährigen Werder-Profi eingesetzt und vorgeschlagen, Bode mehr Verantwortung im Verein zu übertragen.

Lemke für überschaubare Verschuldung

Lemke deutete an, den von Clubchef Fischer vorgeschlagenen Weg einer überschaubaren Verschuldung mitgehen zu wollen. „Unternehmerische Verantwortung ist immer ein Kennzeichen des Handelns bei Werder gewesen und ich sehe keinen Gegensatz darin, sich dabei auch über sinnvolle Modelle zu unterhalten, wenn die Risiken beherrschbar sind“, teilte der frühere Werder-Manager mit. „Wichtig ist mir dabei jedoch, dass der eingeschlagene Weg der wirtschaftlichen Vernunft fortgesetzt wird, um das Unternehmen Werder fit für die Zukunft zu machen“, fügte Lemke hinzu.

Auf der anderen Seite signalisierte die Werder-Geschäftsführung Verständnis für die Bedenken des Aufsichtsratschefs, der bisher einen strikten Sparkurs verfolgt hat. „Wichtig ist, dass es eine Richtung gibt“, betonte Sport-Manager Eichin. „Wir werden mit der Situation verantwortungsbewusst umgehen und auf dem Transfermarkt nur dann agieren, wenn wir die absolute Notwendigkeit sehen und mit voller Überzeugung handeln können.“

Dank der kurzfristigen Infront-Finanzspritze von rund sieben Millionen Euro haben die Bremer bessere Möglichkeiten, in der Winterpause auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Wilde Verpflichtungen sind deshalb aber nicht geplant. „Natürlich sind wir auch durch die erfreulichen Geschäftsabschlüsse mit internationalen Partnern in den vergangenen Tagen nicht davon entbunden, weiter nach kreativen Lösungen zu suchen. Wir gehen sehr konstruktiv in die Gespräche mit dem Aufsichtsrat über konkrete Strategien“, sagte Geschäftsführer Filbry.

dpa

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