EM-Quali startet

Nach der WM: Löw plant schon den nächsten Titel

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Joachim Löw (2.v.r.) will mindestens ins EM-Finale kommen.

Düsseldorf - Bundestrainer Joachim Löw will die deutsche Nationalmannschaft nach dem WM-Triumph in Brasilien noch besser machen. Am Sonntag startet in Dortmund die EM-Qualifikation.

Stillstand ist Rückschritt: Deshalb haben Bundestrainer Joachim Löw und sein neuer Kapitän Bastian Schweinsteiger mit Blick auf die EURO 2016 in Frankreich die Messlatte für Fußball-Weltmeister Deutschland sehr hoch gelegt. Schweinsteiger kündigte vor dem ersten EM-Qualifikationsspiel der DFB-Auswahl Sonntag in Dortmund gegen Schottland (20.45 Uhr/RTL) unverblümt an, dass man in zwei Jahren im Stade de France vor den Toren von Paris den EM-Pokal in Höhe stemmen wolle.

Löw: "Nicht noch einmal 18 Jahre warten"

Löw, der mit der Neuauflage des Endspiels gegen Argentinien am Mittwoch in Düsseldorf das Kapitel WM 2014 endgültig abgeschlossen hat, stapelt nur geringfügig tiefer und nennt die EURO-Finalteilnahme als primäres Ziel. Die Mannschaft sei auch nach den Rücktritten von Leistungsträgern wie Ex-Kapitän Philipp Lahm, Per Mertesacker und DFB-Rekordtorjäger Miroslav Klose in der Lage, Großes zu leisten: „Wir wollen nicht noch einmal 18 Jahre auf einen Titel warten.“

In Schweinsteiger hat Löw einen Nachfolger für Lahm gefunden, der zu 100 Prozent seine Philosophie teilt. „Der Erfolg der Vergangenheit ist unser Antrieb und Ansporn für die Zukunft. Es muss sich keiner sorgen, dass wir unseren Biss verloren haben, im Gegenteil: Wir sind hungrig“, verspricht der 30-Jährige.

Ebenso wie Löw ist Schweinsteiger vor der Zukunft nicht bange. „Wenn ich mir anschaue, welche großartigen Spieler wieder dazustoßen werden - da werden wir die richtige Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern finden“, so der neue Capitano. Löw spricht von einem behutsamen Umbruch, bei dem er aber großen Wert darauf lege, die Mannschaft und auch die Spieler individuell weiterzubringen: „Wir wollen uns weiter verbessern. Ich weiß auch schon, wo wir ansetzen müssen.“

Holt sich Löw noch einen zweiten Assistenten?

Die Defizite, die Löw bei seinen Weltmeistern ausgemacht hat, hat er bereits seinem neuen Assistenten Thomas Schneider verraten. Der Nachfolger von Hansi Flick wird ab Oktober, wenn die beiden EM-Qualifikationsspiele in Polen und gegen Irland auf dem Programm stehen, Löw bei seinen Bemühungen tatkräftig unterstützen. Bei den Doppelspieltagen soll künftig dann noch ein weiterer Coach aus dem DFB-Bereich eingebunden werden. „Wir haben bei der WM gemerkt, dass uns ein dritter Trainer ganz gut getan hätte“, sagte Löw.

Der 54-Jährige plant deshalb auch, im Falle einer erfolgreichen Qualifikation für die EURO 2016 einen zweiten Assistenten für das Turnier mit ins Boot zu nehmen. Ex-Nationalspieler Arne Friedrich, der sich in der aktuellen Saison seine ersten Sporen im DFB-Trainerstab verdient, gilt als heißer Kandidat für diese Planstelle. Aber auch Marcus Sorg, Christian Wück oder Guido Streichsbier sollen beim Weltmeister reinschnuppern und so die ein oder andere Idee in den Nachwuchs tragen.

Auf den Nachwuchs setzt Löw auch in den kommenden Monaten bis zur EM. „Wir wollen viele junge Spieler in unserer Mannschaft integrieren“, kündigte Löw an und machte deutlich, dass er beim Qualifikations-Marathon für Frankreich den ein oder anderen Stammspieler bewusst eine Pause verordnen werde. Als Beispiel nannte er Toni Kroos, der ohne eine vernünftige Vorbereitung bei seinem neuen Klub Real Madrid nur wenige Tage nach dem WM-Finale am 13. Juli von null auf 100 schalten musste, um im Haifischbecken der Königlichen zu bestehen.

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„Wir werden noch ein paar Monate damit leben müssen, dass einige Nationalspieler angeschlagen sind oder ihre Form suchen“, sagte Löw. Der Bundestrainer blickte zudem schon über die Zeit seines Vertragsendes hinweg, die für die Nationalspieler angesichts von EM 2016, Confed Cup 2017 und WM 2018 in Russland noch härter würde. Deshalb müsse man für die Nationalmannschaft einen großen Stamm zur Verfügung haben: „Einige Talente können sich jetzt für die nächste Stufe empfehlen.“

Dabei nannte Löw explizit die beiden Dortmunder Matthias Ginter und Erik Durm, die ebenso wie Kevin Großkreutz in Brasilien als Weltmeister ohne Einsatz in die Geschichte eingingen. Auch der Stuttgarter Antonio Rüdiger sei ein Kandidat für die Neubesetzung der Abwehr-Viererkette, die im Gegensatz zur WM Richtung EURO wieder deutlich offensiver auf den Außenbahnen ausgerichtet wird.

sid

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