DFB-Team im Umbruch

Das ist Löws Masterplan für die WM-Titelverteidigung 2018

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Jogi ­Löws ­Vertrag geht bis zur WM 2018, ­seine Planungen auch.

Düsseldorf - Frischer Wind und alte Fähigkeiten – so soll die Titelverteidigung der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2018 klappen.

Gut erholt wirkte Jogi Löw am Montagmittag, als er auf dem Podium Platz nahm. Auf der Pressekonferenz vor dem Testspiel gegen Finnland am Mittwoch (20.45 Uhr) äußerte sich der Bundestrainer erstmals wieder nach der EM. Doch der Kick gegen die Skandinavier stand – abgesehen von der Personalie Bastian Schweinsteiger und dessen Abschied aus der Nationalmannschaft – nicht wirklich im Mittelpunkt. Viel mehr drehten sich die Gedanken des Bundestrainers schon um das nächste Fernziel – die WM 2018. „Da wollen wir natürlich unseren Titel verteidigen“, betont Löw. In den nächsten zwei Jahren warten nicht nur einige Aufgaben wie die WM-Quali und der Confed-Cup auf den 56-Jährigen, sondern auch jede Menge Arbeit. Neue Spieler sollen integriert, die Spielidee des Weltmeisters weiterentwickelt werden. Die tz zeigt, wie Löw die Titelverteidigung bei der WM in Russland plant.

Mehr Kaltschnäuzigkeit im Angriff: „Unsere Chancenverwertung war nicht optimal“, sagte Löw rückblickend auf die EM. Nur sieben Treffer gelangen der DFB-Elf in ihren sieben Turnierspielen – zu wenig für einen Triumph. Zu oft ließen Jogis Jungs Großchancen liegen, vor allem die Partie gegen Nordirland war für den Bundestrainer fast zum Verzweifeln. Auch im Halbfinale gegen Frankreich gab es gute Gelegenheiten zur Führung, doch letztlich trafen nur die Gastgeber. Daran will und muss Löw mit seinem Team arbeiten – und ganz nebenbei einen neuen Mittelstürmer finden. Mario Gomez wird während der WM 33 Jahre alt.

Schnelleres Umschaltspiel: „Wir sind eine Mannschaft mit sehr viel Ballbesitz“, beschreibt Löw den Stil seines Team und erklärt: „Da sind wir auch abhängig, was der Gegner macht – oder eben nicht macht.“ Was er meint: Bei der EM stellten sich fast alle Gegner hinten rein, überließen der DFB-Elf Ball und Raum. Der Weltmeister tat sich schwer, Lücken in den dicht gestaffelten Abwehrreihen zu finden oder zu reißen. „Wir haben das schnelle Umschalten von Defensive auf Offensive vermissen lassen“, hat Löw analysiert. „Wir müssen wieder schneller umschalten. Daran werden wir in den nächsten zwei Jahren arbeiten.“

Neuer Kapitän: Ob er auch Neuer heißt? Vieles deutet darauf hin, Löw hat auch schon eine Entscheidung getroffen. Nur verraten will er sie noch nicht. „Erstmal möchte ich es der Mannschaft mitteilen“, erklärte Löw am Montag. Manuel Neuer gilt als Favorit, auch Jerome Boateng werden Chancen auf das Amt eingeräumt. Nach dem Spiel gegen Finnland will Löw seinen Entschluss der Öffentlichkeit mitteilen, betont aber: „Das Thema ist für mich nicht so dominant.“ Für Schweinsteiger, der morgen ein letztes Mal im DFB-Dress auflaufen wird (s. Seite 20), rückt Toni Kroos in den Spielerrat auf, das verriet Jogi bereits. „Toni hat sich auch von seiner Persönlichkeit sehr gut entwickelt.“

Confed-Cup als Perspektivturnier: So nannte Löw das Turnier gestern, als er auf die Vorbereitung auf die WM angesprochen wurde. „Da werden nicht alle Spieler dabei sein. Sie brauchen auch mal eine Pause, um 2018 fit zu sein. Drei Turniere in drei Jahren sind da sicher nicht ideal“, meinte der Bundestrainer. Viel mehr will er den Confed-Cup nutzen, um junge Spieler auf internationalem Parkett zu testen. „Ich möchte in nächster Zeit junge Spieler mit Perspektive heranführen. Die Tür steht weit offen“, ließ Jogi die Youngster in der Bundesliga aufhorchen. Und stellt das gleich unter Beweis: Zum Kader gegen Finnland gehören Julian Brandt, Max Meyer und Niklas Süle (alle 20).

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