CAS bestätigt Suárez-Sperre - Testspiele erlaubt

Luis Suárez
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Luis Suárez bleibt bis zum 25. Oktober für Pflichtspiele gesperrt.

Lausanne - WM-Beißer Luis Suárez darf bis einschließlich 25. Oktober kein Pflichtspiel sowohl für seinen neuen Club Barcelona als auch die Nationalmannschaft Uruguays machen - trainieren darf er aber ab sofort.

Keine Gnade für Luis Suárez - und trotzdem wohl bald das Debüt für den FC Barcelona: Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat am Donnerstag die viermonatige Sperre für Uruguays Fußball-Nationalspieler nach dessen Beißattacke bei der WM bestätigt. Damit muss der FC Barcelona noch bis Ende Oktober ohne seinen Neuzugang auskommen - aber nur in den Pflichtspielen.

Trainieren darf Suárez ab sofort wieder. Wie der spanische Vizemeister wenige Stunden nach dem Urteil bekanntgab, wird der Torjäger ab diesem Freitag an den Übungseinheiten teilnehmen. Wahrscheinlich wird er am kommenden Montag sogar erstmals in einem Freundschaftsspiel für die Katalanen zum Einsatz kommen.

Die Blau-Roten kündigten an, dass Suárez dann beim Spiel um die Joan-Gamper-Trophäe gegen den mexikanischen Club FC León im Camp-Nou-Stadion offiziell als neuer Barça-Profi vorgestellt wird. In Barcelona wurde erwartet, dass der Stürmer in der Partie auch eingesetzt wird. Das CAS-Urteil erlaubt dies ausdrücklich.

Die Strafe stehe "grundsätzlich im Verhältnis zur begangenen Straftat", teilte der CAS mit. Der 27-Jährige dürfe bei Barcelona zwar trainieren, das Spielverbot bis zum 26. Oktober bleibe aber bestehen. Auch die Sperre von neun Pflicht-Länderspielen, die der Fußball-Weltverband FIFA Ende Juni verhängt hatte, wurde bestätigt.

Die Sanktion, ihn vier Monate lang für sämtliche Fußball-Aktivitäten zu sperren, sei aber "übermäßig", urteilte das höchste Sportgericht. Eine Trainingssperre hätte auf seine Tätigkeit noch einen Einfluss, nachdem seine Suspendierung bereits abgelaufen wäre. Suárez dürfe deshalb sowohl trainieren als auch an "Werbeterminen und Veranstaltungen" teilnehmen, außerdem an Freundschaftsspielen für Club und Nationalmannschaft.

Er wird dem FC Barcelona damit vorerst in der spanischen Liga und bei drei der sechs Gruppenspiele in der Champions League fehlen. Für die Nationalmannschaft bleibt er für acht Pflichtspiele nicht einsetzbar - das mit 0:2 verlorene WM-Achtelfinale gegen Kolumbien am 28. Juni hatte er bereits auslassen müssen.

Die Entscheidung, ob Suárez beim Clásico Ende Oktober gegen Real Madrid auflaufen kann, steht noch nicht fest - das Spiel kann noch auf den 25. oder den 26. Oktober terminiert werden. Die Verteilung der Partien auf die Spieltage beschließen die Vereine der Primera División und die übertragenden Fernsehsender. Es dürfte mit einer Übereinkunft zu rechnen sein, mit der alle Parteien gut leben können.

Beim WM-Vorrundenspiel gegen Italien hatte Suárez in Brasilien seinen Gegenspieler Giorgio Chiellini gebissen. Die FIFA hatte ihn daraufhin mit den Sperren und einer Geldstrafe von etwa 84 000 Euro belegt; Suárez selbst, Uruguays Fußballverband AUF und der FC Barcelona hatten die Sanktionen angefochten. Der CAS hatte den Torjäger am vergangenen Freitag zu dem Vorfall angehört.

Wiederholungstäter Suárez hatte bereits vor dem Zwischenfall bei der WM Spieler gebissen: so 2013, als er noch für den FC Liverpool in der Premier League spielte, aber auch schon 2010 in Diensten des niederländischen Meisters Ajax Amsterdam. Trotz dieser Vorgeschichte hatte Barcelona ihn im Sommer für rund 75 Millionen Euro aus Liverpool geholt.

dpa

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