Weltmeister kämpferisch

Podolski nach Lob: "Jetzt übertreibt nicht"

Lukas Podolski
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Bei Lukas Podolski läuft es im Verein nicht optimal. Zumindest im DFB-Trikot konnte er ein Erfolgserlebnis verbuchen.

Kaiserslautern - Besser als Völler und Klinsmann: Der zuletzt gefrustete Lukas Podolski hat sich noch nicht aufgegeben - und die Weltmeister gerettet.

Ein Tor als Balsam für die geschundene Seele: Nach seinem Treffer zum 2:2 (1:1)-Endstand gegen Asienmeister Australien bekam das Publikum in Kaiserslautern für einige Momente den „alten“ Lukas Podolski zu sehen. All der angestaute Frust war verflogen, als sich der 29-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln bei den 47.106 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion für die „Lu-kas Po-dols-ki“-Sprechchöre bedankte.

Doch als Podolski wenig später in den Katakomben vor die Reporter trat, mahnte er diese zur Zurückhaltung. „Jetzt übertreibt nicht“, sagte er, weil er wusste, dass er von einigen schon wieder zum Helden gemacht werden würde. „Nach 15 Minuten alles in den Himmel zu schießen“ sei falsch, belehrte Podolski seine Gesprächspartner, „in den letzten Monaten war es immer in die andere Richtung“. Deshalb genoss er den Moment eher still.

Ein Triumph war es dennoch. Die Öffentlichkeit hatte mit Unverständnis reagiert, als Bundestrainer Joachim Löw den Stürmer in sein Aufgebot für die ersten Länderspiele des Jahres berief. Schließlich spielt Podolski bei Inter Mailand wie zuvor beim FC Arsenal keine große Rolle. In seinen elf Pflichtspielen dort seit Januar hat er keinen Treffer erzielt, Inter wolle ihn wieder loswerden, heißt es.

„Poldi“ sei bei der DFB-Auswahl nur noch ein besseres Maskottchen, spotteten manche. Löw begründete die Nominierung des Sorgenkindes mit dessen Verdiensten um die Nationalmannschaft, der Podolski seit seinem Debüt vor fast elf Jahren ebenfalls in Kaiserslautern angehört. Außerdem sei Podolski „immer in der Lage“ seine nach wie vor „große Qualität“ abzurufen.

Podolskis Auftritt am Mittwochabend gab ihm recht. Nach seiner Einwechslung (73.) belebte er das statische Spiel der Weltmeister und staubte mit seinem berühmten linken Fuß zum 2:2 ab (81.). Es war sein 48. Länderspieltor im 122. Spiel. Podolski überflügelte damit die Legenden Rudi Völler und Jürgen Klinsmann. „Seine Quote spricht für sich“, lobte Löw, und Ersatzkapitän Sami Khedira meinte: „Man hat gesehen, dass man ihn nie abschreiben sollte. Lukas ist voller Leben, voller Tatendrang. Er kann jeder Mannschaft nur gut tun.“

Auch Schürrle mit Erfolgserlebnis

Dass mit Andre Schürrle ein Spieler die Vorarbeit leistete, der derzeit ebenfalls in einem Leistungstief steckt, passte ins Bild. „Ich versuche, mein Selbstvertrauen so schnell wie möglich zurückzugewinnen. Solche Aktionen tun mir da gut“, sagte Schürrle. Ein Satz, der auch von Podolski hätte stammen können. Der aber wollte nicht von fehlendem Selbstbewusstsein sprechen. „Soll ich mich in den Boden stecken und mit Fußball aufhören?“, fragte er rhetorisch, „ich bin immer positiv, auch wenn es in Italien mit dem Toreschießen nicht so klappt.“

Deshalb rät ihm Löw zu einem erneuten Wechsel. „Lukas hat zuletzt wenig gespielt, es wäre gut, wenn sich das ändert“, sagte er. Bei einem neuen Klub, meinte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff, könne Podolski „zu seiner Natürlichkeit und Freude zurückfinden“. Kaiserslautern war da ein erster Schritt, nicht mehr. Am Sonntag, wenn es in Georgien um Punkte in der EM-Qualifikation geht, wird Podolski trotzdem zunächst wieder auf der Bank sitzen. Diesmal aber ganz ohne Frust.

SID

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