Großes Lob von Bierhoff

Neuer: Bei einer Sache bleibt der neue Kapitän hart

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Freut sich auf die neue Verantwortung: Manuel Neuer gab seine erste Pressekonferenz als DFB-Kapitän.

Mönchengladbach - Manuel Neuer äußert sich erstmals nach seiner Ernennung zum DFB-Kapitän öffentlich. Dabei geht es auch um seine beiden Vorgänger in der Rolle.

Was das Kapitänsamt der Nationalelf vorsieht? Viele Verpflichtungen! Da wären Verantwortung, Aufopferung - und selbstverständlich auch ein Einstand, wenn einem die Binde überreicht wird. So wie bei Manuel Neuer, bislang hat der Welttorhüter aber noch keinen Kasten Bier (Pardon, Apfelschorle!) in die Kabine gestellt. Warum? Neuer am Freitag: "Wir können noch darüber sprechen, bis jetzt hat aber keiner etwas gefordert. Nachdem ich aber bereits 14 Mal als Kapitän aufgelaufen bin, hat die Mannschaft den Moment verpasst." Tja. Pech gehabt, Jungs!

Für seine spendable Art, gerade wenn es um Tore auf dem Spielfeld geht, ist Neuer ohnehin nicht bekannt. Der Keeper des FCB will in seiner neuen Etappe als Kapitän des Weltmeisters mit anderen Charaktereigenschaften punkten, wie er am Freitag bei seiner ersten PK als Captain erklärte - und dabei auch dem Beispiel seiner Vorgänger Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger folgen. Heißt: Entscheidungen werden nicht im Alleingang, sondern stets intern und in Absprache mit dem Mannschaftsrat gefällt. Ganz nach dem Motto: Eine Binde, mehrere Kapitäne.

Neuer: "Jeder ist in der Führung anders"

"Jeder Mensch ist anders, auch in der Führung", sagte Neuer mit derselben Ruhe und Gelassenheit, die man auf dem Feld bereits von ihm gewohnt ist. "Die Arbeit von Philipp Lahm war sehr gut und erfolgreich, genauso wie die von Bastian Schweinsteiger. Ich hoffe, dass ich in diese Fußstapfen hineinwachsen kann."

Gerade seine beiden Vorgänger hatten die flache Hierarchie beim Weltmeister mitgeprägt, eine Philosophie, der nun auch Neuer folgen will. "Es wird keine großen Veränderungen geben, alles ist hier auf mehrere Schultern verteilt."

Bierhoff lobt Neuer als "große Persönlichkeit"

Eine Ansicht, der Oliver Bierhoff nur zustimmen konnte. "Die Rolle wird zum Teil überbewertet", so der DFB-Manager. "Im Fußball ist es wie bei Unternehmen nicht mehr wie vorher, dass der Kapitän über allem steht, der alleinige Chef ist und alles bestimmt. Wir brauchen schon allein von den Statuten her einen Kapitän. Der könnte rotieren, trotzdem ist es gut, einen zu haben, der hier die Repräsentanz übernimmt und bestimmte Dinge anstößt." Hierfür sei Neuer "eine große Persönlichkeit", so Bierhoff unmissverständlich.

Doch bei aller Seriosität, die Neuer bei seinem ersten Auftritt als Kapitän ausstrahlte - die Gefühle, die dieses Amt im Münchner Schlussmann ausgelöst haben, konnte er auch nicht verbergen. "Es macht mich unheimlich stolz", sagte die deutsche Nummer eins, die ihr Glück bereits am Donnerstag aus dem Mund von Jogi Löw erfahren hatte. Wichtig sei, sich neben dem Platz "optimal zu benehmen", so Neuer. "Dass bestimmte Sachen nicht gehen, weiß man." Das mit dem Einstand zum Beispiel…

José Carlos Menzel López

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