"Können ihnen weh tun": Juventus will mutig auftreten

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Juves Trainer Massimiliano Allegri muss einige Defensiv-Akteure ersetzen. Foto: Alessandro Di Marco

Nach dem 2:2 im Achtelfinal-Hinspiel sieht sich Juventus Turin in der Königsklasse gegen den FC Bayern als Außenseiter. In München wollen die Turiner dennoch mutig ihre Chance auf das Viertelfinale nutzen - und spekulieren dabei vor allem auf die Schwächen der Gastgeber.

Turin (dpa) - Eine zweite Lehrstunde der Offensiv-Maschine des FC Bayern München will bei Juventus Turin trotz aller Verletzungssorgen niemand erleben. Im Gegenteil.

"Jetzt wissen wir, dass auch die Bayern verwundbar sind", tönte Verteidiger Patrice Evra - obwohl die Gäste beim 2:2 vor drei Wochen Italiens Fußball-Meister eine Stunde lang dominiert hatten. "Im Hinspiel haben wir verstanden, dass wir ihnen weh tun können", erklärte der Franzose vor dem zweiten Aufeinandertreffen der beiden Teams im Champions-League-Achtelfinale am Mittwoch (20.45 Uhr).

Das Hinspiel mit 60 Minuten totaler Dominanz des FC Bayern und einer beeindruckenden Aufholjagd der Turiner ist für Juve Warnung und Mutmacher zugleich. "Es war beeindruckend, wie sehr uns die Münchner fast eine Stunde lang mit ihrer herausragenden Qualität zerquetscht haben", gab der Ex-Wolfsburger Andrea Barzagli im "Kicker" zu. Doch aus dem Auftritt in der zweiten Halbzeit ziehen die Turiner auch den Glauben an ihre Chance in München und an mögliche Patzer des Gegners.

"Wir wissen, dass sie stark sind, aber sie haben auch Schwächen und wir versuchen, sie dort zu treffen", versprach Verteidiger Leonardo Bonucci. Barzagli kündigte einen "deutlich mutigeren" Auftritt als im Hinspiel an. "Wir sind nicht der Favorit, verloren haben wir aber auch noch nicht", sagte er. "90 Minuten mauern wird uns freilich nicht helfen, wir müssen schließlich für einen Sieg treffen."

Verzichten muss Coach Massimiliano Allegri ausgerechnet auf seinen Top-Torjäger Paulo Dybala, der angeschlagen passen muss. Der Argentinier brach das Training mit einem Überlastungs-Ödem im linken Unterschenkel ab, wie der Serie-A-Tabellenführer mitteilte. Sein Einsatz ist ausgeschlossen.

"Achtung Juve! Viele Verletzte und jetzt gegen Bayern", mahnte die "Gazzetta dello Sport" mit Blick auf den Ausfälle von Claudio Marchisio und Giorgio Chiellini. Der italienische Nationalspieler Marchisio hat sich nach Club-Angaben eine Zerrung in der linken Wade zugezogen und muss etwa 20 Tage pausieren. Für den 30-Jährigen könnte Allegri den Brasilianer Hernanes oder Hinspiel-Torschütze Stefano Sturaro im Mittelfeld spielen lassen. "Totaler Notstand gegen Bayern", schrieb "Tuttosport". Rechtzeitig fit meldete sich der frühere Bayern-Stürmer Mario Mandzukic, der von Beginn an spielen könnte.

Immerhin Weltmeister Sami Khedira, mit dem Juve noch kein Spiel verloren hat, ist fit für das Kräftemessen mit seinen Kollegen aus der Nationalelf. "Bei seiner internationalen Erfahrung ist Samis Präsenz auf dem Platz enorm wichtig", lobte Barzagli den 28-Jährigen, der im Hinspiel aber schwach gespielt hatte. Verlassen muss sich Allegri nun vor allem auf seine starke Defensive um Kapitän Gianluigi Buffon, der in der Serie A bereits 926 Minuten ohne Gegentor ist. Nur drei Minuten fehlen dem 38-Jährigen damit zur absoluten Bestmarke.

"Die Deutschen sind Favoriten, nicht nur wegen des 2:2 aus dem Hinspiel. Aber es gewinnt nicht immer das stärkste Team", prophezeite der "Corriere dello Sport". Und auch Italiens Trainer-Legende Giovanni Trapattoni, Ex-Coach beider Teams, meinte: "Bayern muss vor eigenem Publikum das Spiel machen und das kann sie verwundbar machen. Juventus hat die richtigen Waffen, um Tore zu erzielen."

Aussagen Leonardo Bonucci, Italienisch

Aussagen Paulo Dybala, Italienisch

Juve-Mitteilung zum Training

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