Marcus Sorg denkt nicht an Flick-Nachfolge

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Marcus Sorg

Budapest - Deutschlands Nachwuchskicker glänzen bei der U 19-EM, Trainer Sorg ist gefragt - und heißer Kandidat auf die Position des Assistenz-Trainers der Nationalmannschaft. Spekulationen über dieses Thema blockte er ab.

An Spekulationen über ein mögliches Engagement als Co-Trainer von Joachim Löw wollte sich Marcus Sorg nicht beteiligen. Sein ganzer Fokus gelte dem Titelgewinn bei der U-19-EM in Ungarn ließ der 48-Jährige auch nach dem souveränen Final-Einzug der DFB-Auswahl über einen Verbandssprecher mitteilen: „Das ist die alleinige Entscheidung des Bundestrainers. Joachim Löw wird die für sich beste Lösung treffen. Ich konzentriere mich allein auf unser großes Ziel bei der U-19-EM“, sagte Sorg. Und: „Jetzt wollen wir auch den zweiten Pokal in diesem Sommer.“ Dabei gilt er - nicht erst seit dem überzeugenden 4:0-Halbfinalsieg gegen Österreich - als heißer Kandidat auf die Nachfolge von Hansi Flick als Co-Trainer der A-Nationalmannschaft.

Von den bislang gehandelten Anwärtern wiesen U 20-Trainer Frank Wormuth und auch der ehemalige Mainzer Coach Thomas Tuchel deutlich darauf hin, dass der Job für sie kein Thema sei. „Ich kann definitiv ausschließen, dass Thomas Tuchel Nachfolger von Hansi Flick wird, dies stand auch niemals zur Debatte“, sagte Tuchels Sprecher Felix Ahns dem Sender Sky Sport News HD am Dienstag. Wormuth dementierte am Tag zuvor. Das sei aktuell kein Thema, meinte der Chefausbilder des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Auch Sorg, der erst seit Beginn der vergangenen Saison in Diensten des Verbandes steht, hält sich bei diesem Thema bedeckt. Doch den ehemaligen Freiburger Bundesligacoach halten viele seiner Spieler für den geeigneten Kandidaten. Torjäger Davie Selke betonte, dass der Erfolg mit dem Team bei der EM in Ungarn eine logische Konsequenz der gemeinsamen Arbeit sei. „Das Verhältnis zwischen Trainerteam und Spielern ist ein Erfolgsgeheimnis“.

Dem Internetportal „transfermarkt.de“ sagte der Bremer Torjäger: „Für ihn würde es mich freuen, weil er einfach ein toller Trainer ist. Auf der anderen Seite fände ich es aber auch schade, wenn er nicht mehr mein Trainer ist. Denn wie er den Fußball lebt, ist einzigartig. Er wäre auf jeden Fall eine Bereicherung fürs A-Team“, befand Selke, der mit sechs Treffern bislang bester EM-Torschütze ist.

Sorg, der als aktiver Fußballer nie über die 2. Bundesliga hinausgekommen ist, kommt mit seiner unaufgeregten Art bei den Nachwuchskickern gut an. Er kommuniziert sehr viel, spricht Fehler direkt an, setzt auf totalen Teamgeist. „Das macht uns alles zu einer Einheit“, meinte Selke. Das war auch dem FC Bayern München bekannt. Dort arbeitete Sorg als U 17-Trainer. Seine Bundesligakarriere als Chefcoach endete beim SC Freiburg allerdings schon nach einem halben Jahr. Sein Nachfolger wurde sein Co-Trainer: Christian Streich.

Im Vorfeld der EM war Sorg mehr als Diplomat gefordert. Bei den Abstellungsgesprächen mit den Vereinen bewies er Geduld und beklagte hinterher auch nicht, dass in Max Meyer (FC Schalke 04) und Timo Werner (VfB Stuttgart) zwei Spieler nicht abgestellt wurden. So dachte er nach dem Einzug ins Finale auch an die Clubs, die ihre Nachwuchsspieler zur Verfügung gestellt haben. „Die Spieler können nur ihre volle Leistung bringen, wenn die Vereine das unterstützen. Deswegen gilt der Dank den Vereinen, die ihre Spieler abgestellt haben“, sagte Sorg. Die Abstellungsproblematik würde sich mit dem neuen Job natürlich erledigen.

dpa

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