Stürmer bei der EM dabei

Gomez euphorisch: "Viel Selbstvertrauen getankt"

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Soll die DFB-Auswahl zum vierten EM-Titel schießen: Mario Gomez steht im Aufgebot für das Turnier in Frankreich.

Ascona - Nach seiner Zwangspause während der erfolgreichen WM ist Mario Gomez besonders heiß auf den EM-Titel. Dank seiner jüngsten Leistungen reist er optimistisch nach Frankreich.

Mario Gomez kann wieder lachen im Kreis der Nationalmannschaft. Er ist mit dabei, er hat den Sprung auf den EM-Zug geschafft. Und dabei zählt der Angreifer trotz seines reifen Alters (30) und der Erfahrung von 63 Länderspielen irgendwie zu den Neulingen im Aufgebot. Denn sein letztes Pflichtspiel für den DFB bestritt Gomez 2012 - beim EM-Halbfinal-Aus gegen Italien (1:2). Seitdem war der ehemalige Torjäger des FC Bayern bei Jogi Löw mehr oder weniger außen vor. Mal verhinderten Verletzungen seine Nominierung, mal die fehlende Fitness oder die fehlende Form. Daher war es auch nicht verwunderlich, dass Löw den einstigen Bundesliga-Bomber (138 Ligatreffer) bei der WM 2014 nicht berücksichtigte. Damals war der Stürmer schwer enttäuscht. Doch jetzt ist Gomez wieder glücklich.

Man nimmt es ihm ab, wenn er erzählt, dass er beim WM-Triumph zu Hause vor dem Fernseher "ein großer Fan dieser Mannschaft" war. Und er übermittelt auch glaubhaft, dass das Team "auch ohne echte Neun fantastische Spiele gezeigt hat". Das sagt Gomez ehrlich, frei von Ironie, obwohl die Neun, die Mittelstürmer-Position, doch eigentlich sein Revier ist. Er hadert nicht mehr mit der verpassten Gelegenheit des WM-Sieges, klagt nicht mehr über die Pfiffe, mit denen er bei Länderspielen häufig von den eigenen Fans bedacht wurde. Der gebürtige Schwabe ist einfach glücklich, den Sprung zurück geschafft zu haben. "Ich glaube, dass ich heute anders denke als noch mit 20 Jahren. Ich bin stolz und froh, dass ich wieder dabei bin. Natürlich will ich jetzt meinen Teil zu einer erfolgreichen EM beitragen. Doch wie groß der ist, muss der Bundestrainer entscheiden", so Gomez.

Dabei hat er viele gute Argumente auf seiner Seite. Mit 26 Toren schoss er Besiktas in der türkischen Liga zum Meistertitel, in seinen beiden letzten Länderspielen gegen England und die Slowakei traf er auch. "Ich habe viel Selbstvertrauen durch die erfolgreiche Saison getankt. Es geht nicht immer alles auf, was man sich vor der Saison vornimmt. Doch in diesem Jahr ist es sehr gut gelaufen", berichtet Gomez. Nüchtern und sachlich, nicht aufgeregt und euphorisch. Er beschäftigt sich nicht mehr mit den Nebengeräuschen und den Diskussionen um seine Person, Gomez konzentriert sich nur auf sich selbst und den Fußball. Seitdem läuft es bei ihm. Er kann wieder lachen - im Kreis der Nationalmannschaft.

sw

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