Hitzfeld: "Herber Verlust“"

Matthäus: "Schweinsteiger-Ausfall keine Katastrophe"

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Lothar Matthäus glaubt, Bastian Schweinsteiger wäre aktuell kein Stammspieler bei Jogi Löw.

Berlin - Für Rekordnationalspieler Lothar Matthäus wäre ein Ausfall von Kapitän Bastian Schweinsteiger bei der Fußball-EM im Sommer „keine Katastrophe“, ein „herber Verlust“ wäre er dagegen für den früheren Meistertrainer Ottmar Hitzfeld.

„Es war schon für den FC Bayern im Sommer keine Katastrophe, dass Bastian auf einmal weg war“, sagte Matthäus der tz: „Mit einer ganz einfachen Erklärung: Es waren andere gute Spieler da. Und so ist es zum jetzigen Zeitpunkt in der Nationalelf auch.“

Schweinsteiger, der im Training mit der Nationalmannschaft einen Innenband-Teilriss erlitt, könne „mit seiner Persönlichkeit und seiner Erfahrung helfen. Aber sportlich ist er zurzeit verzichtbar. Ich habe ihn auch vor der Verletzung nicht in der ersten Elf gesehen. Jogi Löw hat auf seiner Position Spieler, die aktuell mindestens genau so gut, wenn nicht sogar stärker sind. Und die erneute Verletzung hilft ihm sicher nicht, seine Position zu stärken“, sagte Matthäus zur Situation des 31-Jährigen.

Ottmar Hitzfeld

Hitzfeld, der Schweinsteiger über viele Jahre bei Bayern München trainierte, fände es dagegen „sehr traurig für den deutschen Fußball, wenn er für die EM ausfallen würde, weil dieses Turnier jetzt noch ein großes Ziel von ihm ist“, sagte er der AZ: „Das wäre für die Nationalelf ein herber Verlust. Auch menschlich, denn Bastian ist der Kapitän und hält die Mannschaft zusammen.“ Schweinsteiger sei „immer noch ein absolutes Vorbild. Wenn er fit werden sollte zur EM, wird er ein wichtiger Baustein für Joachim Löw sein“.

Matthäus glaubt derweil nicht, dass - ähnlich wie beim damaligen Kapitän Michael Ballack rund um die WM 2010 - nun die Kollegen beginnen, Schweinsteigers grundsätzliche Position infrage zu stellen. „Das kann man nicht mit der Situation bei der WM 2010 vergleichen“, erklärte der Weltmeister von 1990: „Da war mit Philipp Lahm einer dabei, der gegenüber Michael Ballack Ansprüche gestellt hat. Das wird jetzt aber kein Müller, kein Neuer und auch kein Boateng machen - der Respekt ist zu groß, und Löw steht hinter seinem Kapitän. Das war bei Ballack und Lahm anders, ähnlich wie bei mir in den 90er-Jahren, als Jürgen Klinsmann und Thomas Helmer Einfluss genommen haben.“

sid

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