Medienbericht

Die Kartellamt will mehr Wettbewerb im Kampf umTV-Rechte

Die Kartellamt will mehr Wettbewerb bei den TV-Rechten.

Frankfurt/Main - Es kommt offenbar Bewegung in den Poker um die Bundesliga-TV-Rechte ab 2017/2018. Es geht um mehr Wettbewerb.

Mehr Wettbewerb gleich höhere Erlöse - diese Gleichung beim Poker um die TV-Rechte in der Fußball-Bundesliga ab 2017/2018 ist eine mit einigen Unbekannten. Klar scheint, dass das Bundeskartellamt in Bonn beim Kampf um den lukrativen Fernsehmarkt im deutschen Profi-Fußball auf mehr Konkurrenz drängt.

Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist das Kartellamt bei der Prüfung der von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgelegten Modelle offenbar zu dem Schluss gekommen, dass besonders die Live-Rechte künftig nicht mehr nur praktisch bei einem exklusiven Anbieter liegen sollen.

Einige Interessenten hatten die Einführung einer sogenannten „No Single Buyer Rule“ gefordert, also eine Vorschrift, wonach nicht nur ein großer Rechteinhaber die Exklusivrechte erhalten darf. Auf der Insel profitierte die Liga von einem gnadenlosen Bieter-Wettstreit der TV-Riesen British Telecommunications und Sky, die sich nun die Rechte teilen. In der englischen Premier League werden deshalb ab der kommenden Spielzeit 3,2 Milliarden Euro per annum verteilt.

Die Anwendung dieser „No Single Buyer Rule“ würde den bislang im deutschen Liga-Fußball weitgehend geordneten TV-Markt (Livespiele bei Sky, Free-TV-Zusammenfassungen bei ARD/ZDF und Zweitverwertung bei Sport1) in Deutschland gehörig durcheinanderwirbeln. Ob allerdings durch eine vorgeschriebene Konkurrenz für den Exklusiv-Livepartner Sky nicht nur in der Bieter-Auktion insbesondere die von der DFL und ihren Klubs erhofften Mehreinnahmen sprudeln werden, muss abgewartet werden.

DFL schweigt

Das Kartellamt in Bonn lehnte auf FAZ-Anfrage eine Bestätigung des neuen Trends ab. Auch die DFL kommentierte die Informationen des Blattes nicht.

Die DFL sucht im Wettbewerb vor allem mit der milliardenschweren Premier League in England für die nächste Ausschreibungsphase bis 2020 auf verschiedensten Wegen nach Möglichkeiten einer Einnahmesteigerung. So sind jeweils fünf zusätzliche Sonntag- und Montagsspiele im Gespräch. Derzeit fließen 850 Millionen Euro pro Saison für die TV-Rechte in die Klubkassen. Angeführt von Topvereinen wie Bayern München erhoffen sich die Klubs für die nächste Periode den Durchbruch der Schallmauer von jährlich einer Milliarde Euro.

Das Kartellamt befinde sich „nach wie vor im konstruktiven Dialog mit der DFL“, hatte die Behörde auf SID-Anfrage erst kürzlich mitgeteilt. Wann die Prüfung des Vermarktungsmodells abgeschlossen sein wird, könne derzeit nicht abgeschätzt werden. Erst im Anschluss kann die offizielle Ausschreibung beginnen.

Eine ganz andere Frage stellt sich der ehemalige Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Fritz Pleitgen. Ist die journalistische Unabhängigkeit der TV-Sender bei der Fußball-Berichterstattung angesichts des TV-Pokers gewahrt? „Es ist schon eine Verlockung da, mit diesem Produkt behutsam umzugehen, weil man beim nächsten Mal wieder im Wettbewerb sein will“, sagte Pleitgen im Sportgespräch des Deutschlandfunks: „Das ist schon eine Gefahr.“

Eine direkte Einflussnahme kann sich Pleitgen aber nicht vorstellen: „Wenn ich von Oben Anweisung gegeben hätte: Ihr müsst diese Spiele wirklich wunderbar verkaufen und bloß kein kritisches Wort, dann wäre das sofort in die Öffentlichkeit gekommen.“ Deswegen hätte er sich gehütet, solche Weisungen zu geben, betonte Pleitgen.

SID 

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