Erstmals auf der Bank

Mertesacker patzt und ist Arsenals neuer Sündenbock

Arsenals Coach Arsene Wenger (l.) verbannte Per Mertesacker zuletzt auf die Bank.

Köln - Während Mesut Özil mit Toren und Assists beim FC Arsenal zuletzt entscheidend zum Erfolg der Gunners beitrug, fand sich Per Mertesacker vergangenen Sonntag auf der Bank wieder.

Die Medien wüten, der Teammanager hat keine Geduld mehr: Weltmeister Per Mertesacker erlebt gerade seine wohl schwerste Zeit beim FC Arsenal. Der Innenverteidiger, der die Gunners in den vergangenen Wochen sogar als Kapitän aufs Feld führen durfte, wurde nach schwachen Leistungen aus der Startelf gestrichen. Beim 2:0-Sieg gegen den FC Everton am Sonntag saß Mertesacker 90 Minuten auf der Ersatzbank. Zum ersten Mal seit dem ersten Spieltag.

Das gleiche Schicksal droht ihm auch in der Partie bei den Queens Park Rangers an diesem Mittwoch (20.45 Uhr). Denn Mertesacker-Ersatz Gabriel Paulista überzeugte gegen Everton in der zuletzt wackligen Abwehrkette. Für Arsenals Teammanager Arsene Wenger gibt es keinen Grund, nun wieder zu tauschen. Mertesacker stehen ganz offensichtlich schwierige Wochen bevor.

Ganz anders stellt sich die Situation aktuell für Mesut Özil dar. Der 26 Jahre alte Spielmacher der Gunners blüht nach seiner schweren Knieverletzung auf. Gegen Everton legte Özil beide Tore vor. Drei Monate hatte der Linksfuß wegen eines Teilrisses im Außenband gefehlt. Nun zeigt er seinen Wert für Arsenal: Zwei Tore und fünf Vorlagen gelangen Özil in den vergangenen fünf Liga-Spielen.

Özil das "Hirn des Spiels"

„Die Qualität seines Spiels ist außergewöhnlich“, sagte Wenger zuletzt. „Wenn er Selbstvertrauen hat, macht er den Unterschied“, lobte Arsenals Stürmer Olivier Giroud. In den aufgeregten englischen Medien wird Özil schon wieder als „Hirn des Spiels“ gefeiert.

Es gab Zeiten, da galt Özil als teures Missverständnis. Die bisweilen lässige Körpersprache des 50-Millionen-Einkaufs von Real Madrid kam auf der Insel nicht gut an. Zudem hielt sich der Vorwurf, Özil tauche besonders in großen Spielen ab. Die Rolle des Sündenbocks ist der Supertechniker nun erstmal los. Er hat sie direkt an Mertesacker weitergegeben.

„Für Mertesacker war das Spiel eine persönliche Tortur“, schrieb der Guardian nach der 1:3-Niederlage im Champions-League-Achtelfinale gegen Monaco. Der 30-Jährige hatte bei zwei Gegentoren schlecht ausgesehen. In anderen Blättern wurde der frühere Hannoveraner und Bremer sogar als „verwirrt“ oder „erbärmlich“ bezeichnet. Selbst Wenger, der Mertesacker in der Vergangenheit auch nach schwächeren Spielen in Schutz nahm, schimpfte: „Unsere Abwehr hat Selbstmord begangen.“

Mertesacker droht gleiches Schicksal wie Podolski

Heftige Kritik ist nichts Neues für Mertesacker. Seit seinem Wechsel aus Bremen 2011 wurde der Abwehrspieler immer wieder von den Medien angezählt. Wenger ließ jedoch nie Zweifel an Mertesacker aufkommen - und ist auch jetzt bemüht, seinen Spieler öffentlich zu stärken. „Es gibt Phasen, in denen Spieler nicht ihre Topform erreichen. Das passiert jedem“, sagte Wenger am Dienstag. Gleichzeitig lobte er Mertesackers „fantastische Mentalität“ und dessen Wert fürs Team.

Sollte der 1,98-Meter-Hüne Mertesacker aber seinen Stammplatz dauerhaft verlieren, droht ihm das gleiche Schicksal wie Lukas Podolski. Der Stürmer, der bei Wenger kaum noch zu Einsätzen kam, war im Winter zu Inter Mailand gewechselt. Doch auch in Italien kann Podolski die Erwartungen bislang nicht erfüllen. Mertesacker steht bei Arsenal noch bis 2017 unter Vertrag.

SID

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