Spielmacher schnappt sich "Poldi"-Nummer

Özil bekommt die 10: "Das bedeutet mir sehr viel"

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Trägt jetzt die Nummer zehn im Nationalteam: Mesut Özil greift nach Lukas Podolskis Rücktritt sofort zu.

Mönchengladbach - Mesut Özil profitiert von Lukas Podolskis Karriereende im DFB-Team. Denn der Spielmacher schnappt sich die Nummer des Routiniers.

Mesut Özil (27) trägt schon jetzt das Trikot von Lukas Podolski! In der tz spricht Weltmeister Özil über die DFB-Elf und seine Zukunft bei Arsenal:

Herr Özil, Sie haben die Rückennummer 10 von Lukas Podolski geerbt. Das war kein Zufall, stimmt's?

Özil: Sie haben Recht. Für mich bedeutet die Nummer sehr viel. Es ist meine Lieblingsnummer. Fußball-Legenden wie Zinedine Zidane, Diego Maradona oder Pelé haben diese Zahl auf dem Rücken getragen. Ich bin wirklich glücklich darüber.

Haben Sie darauf gedrängt, die Nummer zu kriegen?

Özil: Ich wollte bereits vor einigen Jahren diese Nummer haben. Aber Lukas Podolski wollte sie auch. Er hat sie dann bekommen, weil er mehr Länderspiele als ich hatte. Jetzt habe ich zugegriffen (lacht).

Beim FC Arsenal wird die "10" auch frei.

Özil: Ja, sie ist frei geworden, und ich will sie definitiv haben.

Das heißt, Sie bleiben bei Arsenal und werden das Angebot zur Verlängerung annehmen?

Özil (lacht): Sie wollen mich locken.

Ich versuche es.

Özil: Ich habe noch einen Vertrag bis 2018. Wir haben Gespräche geführt, aber die wurden wegen der EM unterbrochen. Ich wollte mich in dieser Zeit nur auf die Nationalmannschaft konzentrieren. Jetzt schauen wir, dass die Verhandlungen weiterlaufen.

In London werden Sie geschätzt.

Özil: Ja, das tut gut. Man sieht, dass ich über Jahre meine Leistung gebracht habe. Die Fans mögen mich und meine Art Fußball zu spielen. Ich fühle mich pudelwohl. Es macht einfach Spaß, in England zu spielen.

Könnten Sie sich eine Rückkehr in die Bundesliga vorstellen?

Özil: Ja. Denn im Fußball kann man nichts ausschließen. Man weiß nie, was passiert. Ich hatte eine schöne Zeit in Deutschland. Mir hat das sehr viel Spaß gemacht.

Die Engländer lieben und respektieren Sie, in Deutschland werden Sie teilweise kritisch gesehen. Woran liegt das? Fehlt Ihnen die Wertschätzung?

Özil: Die Erwartungshaltung der Fans und Öffentlichkeit ist sehr groß. Manche mögen meine Art des Spiels, andere nicht. Alle erwarten aber von mir das Besondere. Das war schon immer so. Als Spieler strebe ich auch danach, weil ich weiß, dass ich meine Mitspieler in Abschlusssituationen bringen kann. Aber sobald ich kein Tor vorbereitet oder eines selbst geschossen habe, sind viele Menschen enttäuscht. Manchmal geht mir dabei zu sehr verloren, wie viel ich gelaufen bin, wie viele Pässe ich geschlagen habe. Der Bundestrainer sieht meine komplette Leistung. Und ganz ehrlich: sein Urteil ist das wichtigste.

Bastian Schweinsteiger hat bei ManUnited keine Zukunft mehr. Können Sie seinen Trainer José Mourinho verstehen?

Özil: Ich kenne die Details nicht. Für Bastian ist es eine schwere Zeit. Aber er weiß, wie er damit umgehen muss. Er hat Großartiges geleistet für Deutschland.

Heißt Ihr Ziel Weltmeister 2018 in Russland?

Özil: Ja. Weil wir das Potenzial haben. Wir wissen, dass wir die meiste Qualität als Mannschaft haben. Unser Ziel muss es sein, Weltmeister zu werden. Aber vorher müssen wir uns qualifizieren. Dafür ist ein starker Start am Sonntag in Oslo wichtig.

Interview: Marcel Schwamborn

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