Nach Triumph über FCB Bayern

"Weiße Bestie" Real jagt den zehnten CL-Titel

Real Madrid kann zum zehnten Mal die Champions League gewinnen.
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Real Madrid kann zum zehnten Mal die Champions League gewinnen.

München - Cristiano Ronaldo bekommt sein Heim-Finale in Lissabon: Mit dem besten Torjäger der Champions-League-Geschichte ist Real Madrid im Endspiel Favorit auf „La Decima“.

In den Griff bekamen die bayerischen Manndecker Cristiano Ronaldo auch gut zwei Stunden nach der historischen Watsch'n von München nicht. Als der Weltfußballer um 0.22 Uhr aus der Arena in die Nacht strebte und mit seinem Steinchen besetzten Designer-Rucksack einige weitere Schritte in Richtung „La Decima“ machte, wurde er von zwei Polizisten begleitet. Aufhalten wollten die Beamten den großen Portugiesen aber ebensowenig, wie es zuvor der FC Bayern konnte: Ronaldo bekommt sein „Finale em casa“, sein Finale zuhause am 24. Mai in Lissabon - und die „weiße Bestie“ Real Madrid gilt in dieser Form als Favorit auf den Titel.

„Das ist ein besonderer Moment“, sagte Ronaldo wenige Minuten vor seinem von kreischenden Mädchen begleiteten Abgang: „Wir warten schon so lange auf den Titel.“ Seit 2002, als die Königlichen Bayer Leverkusen im Endspiel von Glasgow dank des Traumtores von Zinedine Zidane 2:1 bezwangen und zum neunten Mal den Henkelpott gewannen.

Der „Decima“, dem zehnten Triumph, jagt Madrid seither vergeblich hinterher - in Lissabon, der früheren Heimatstadt des ehemaligen Sporting-Profis Ronaldo, soll es jetzt klappen. „Es wäre ein Traum, die Champions League zu gewinnen - noch dazu in meinem Land, zu Hause in Lissabon“, sagte Ronaldo über sein ganz persönliches „Heimspiel“.

Ronaldo nach Tor-Rekord bescheiden

Daran, dass Madrid nach zuletzt drei Halbfinal-Niederlagen hintereinander Bayern München mit 4:0 (3:0) bezwang, hatte Ronaldo - mal wieder - großen Anteil. Nach den Kopfballtoren von Abwehr-Ass Sergio Ramos (16., 20.), den Ronaldo scherzhaft als „echten Mittelstürmer“ bezeichnete, zerstörte er mit seinen Treffern 15 und 16 im laufenden Wettbewerb (34., 90.) die letzten Münchner Hoffnungen. Dass er den Champions-League-Rekord von Lionel Messi (FC Barcelona, 2012) und Jose Altafini (AC Mailand, 1963) übertraf, die jeweils 14-mal getroffen hatten, war für den bescheiden und höflich auftretenden Superstar Nebensache.

Er sei „überglücklich“, meinte er - in erster Linie aber über den in außergewöhnlicher Art und Weise herausgespielten Finaleinzug. Die Einlassung eines Reporters, dass er mit seinen Treffern den entscheidenden Anteil an der 13. Endspiel-Teilnahme hatte (auch das ein Rekord), wies er barsch zurück. „Das ist einzig und allein der Verdienst von Carlo Ancelotti“, sagte er. Der Trainer, von Ronaldo nach Schlusspfiff demonstrativ geherzt, habe nach dem Abschied von Jose Mourinho „alles verändert, vor allem die Mentalität der Spieler“. Diese, versprach Ronaldo, der bereits 2008 mit Manchester United die Champions League gewann, würden in Lissabon „hart arbeiten für diesen wunderbaren Pokal“.

Final-Einsatz für Khedira?

Einer von ihnen ist dann möglicherweise Sami Khedira. Weil Xabi Alonso nach der dritten Gelben Karte gesperrt ist, darf der deutsche Nationalspieler, der die Real-Treffer auf der Tribüne wild jubelnd feierte, auf einen Einsatz hoffen. Nach seinem Kreuzbandriss ist der 27-Jährige längst wieder im Teamtraining. Ancelotti betonte kürzlich, dass Khedira „noch vor Saisonende“ wieder spielen werde. Daran dachte wohl auch Ronaldo. „Xabi ist sehr wichtig für uns“, sagte er, „aber jammern bringt nichts, dann spielt eben ein anderer.“

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Überhaupt scheinen diese königlichen „Terroristen“ (der englische Independent), die mit bereits 37 Toren mehr Treffer erzielten, als je eine Mannschaft im aktuellen Modus der Königsklasse, unerschütterlich. „Unser Spiel ist stabiler geworden“, sagte Ancelotti, und: „Balance ist der Schlüssel im Fußball.“ Auch der Schlüssel zum Triumph? „Es war nur ein Sieg, nicht mehr“, meinte Ancelotti. Doch auf den weißen T-Shirts, die die Madrilenen nach dem ersten Sieg in München (im zehnten Versuch) überstreiften, war das Motto bereits vorgegeben: „A por la decima“, stand da in der Klubfarbe violett. „Auf zur Zehnten!“

sid

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