Von Koch bis Rummenigge: Chance für FIFA-Erneuerung

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Wolfgang Niersbach vertritt den DFB weiter in der FIFA-Exekutive. Foto: Patrick Seeger

Mehr Transparenz, tiefgreifende Verbesserungen, Ausgleich zwischen Clubfußball und den Nationalmannschaften sowie eine grundsätzlichen Kulturwandel: Die Anforderungen an den neuen FIFA-Chef sind groß. Die Reaktionen gehen in eine Richtung: Mit Infantino ist das möglich.

Zürich (dpa) - Die DFB-Spitze, der Profifußball und Sponsoren sind sich einig: Die Wahl von Gianni Infantino zum neuen Chef des Fußball-Weltverbands ist vor allem eine große Chance zur Erneuerung.

Der ehemalige DFB-Präsident und noch immer FIFA-Spitzenfunktionär Wolfgang Niersbach sieht nach der Wahl seines Wunschkandidaten den Weg für tiefgreifende Verbesserungen frei: "Ich traue Gianni Infantino zu, dass ihm die Wende in Sachen Ansehen und Glaubwürdigkeit der FIFA gelingt."

DFB-Interimspräsident Rainer Koch sieht eine Spaltung des Weltfußballs abgewendet: "Ich bin sehr erleichtert, dass Gianni Infantino gewonnen hat und dass wir mit ihm in unserer europäischen Fußball-Gemeinschaft weiter sehr viel Einfluss auf den Weltfußball nehmen können." Infantino werde der Ausgleich zwischen Clubfußball und den Nationalmannschaften gelingen.

Karl-Heinz Rummenigge, der als Vorstandschef des FC Bayern München auch Vorsitzender der Clubvereinigung ECA ist, sprach sich erneut gegen eine von Infantino versprochene Aufstockung der WM von 32 auf 40 Teilnehmer aus: "Die FIFA muss ihrer Verantwortung für die Gesundheit der Spieler gerecht werden."

IOC-Präsident Thomas Bach wünscht dem neuen FIFA-Chef "in diesen schwierigen Zeiten für den Fußball" alles Gute bei der Umsetzung des beschlossenen Reformpakets.

FIFA-Sponsor Adidas hält die Reformen für einen "wichtigen Schritt in die richtige Richtung". Adidas erwarte von der FIFA und ihrer neuen Führung transparente Compliance-Standards, also etwa Regeln, die Korruption verhindern sollen.

Der englische Fußballverbands FA sieht einen möglichen Kulturwandel mit Infantino: "Was uns Sorgen gemacht hat, war, dass man nicht sehen konnte, dass sich die Kultur dieser Organisation wandelt. Jetzt, nach heute, gibt es einen Wandel."

Für den ehemaligen FIFA-Präsidenten Joseph Blatter ist Infantino ein "würdiger Nachfolger". Der neue Chef habe "alle Qualitäten, meine Arbeit fortzusetzen und die FIFA wieder zu stabilisieren", erklärte der suspendierte Blatter. Infantino zeichne sich durch Erfahrung, Kompetenz, strategische und diplomatische Fähigkeiten" aus.

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