Reaktion nach seinem Rücktritt

Niersbach: "Ich will kein Märtyrer sein"

Wolfgang Niersbach Äußerungen DFB Skandal
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Der ehemalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Unterföhring - Der ehemalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat sich erstmals seit seinem Rücktritt in einem exklusiven Interview mit Sky Sport News HD geäußert.

Wolfgang Niersbach, ehemaliger DFB-Präsident, ...

... zu seinem Abschied in der DFB-Zentrale: "Es war hochemotional und bei mir auch mit großer Wehmut. Ich bin jetzt 27 Jahre hier in die Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt gefahren und habe alle verschiedenen Stationen mitgemacht als Pressechef, Generalsekretär OK der WM 2006 und zuletzt dreieinhalb Jahre als Präsident. Eine Menge Ereignisse, tolle Erlebnisse, tolle Menschen - ich verhehle nicht, dass auch mir selber ein paar Tränen gekommen sind."

... zu seinem Rücktrittsentschluss: "Der Entschluss ist im Laufe des Montags gefallen. Am Montagmorgen als ich hierhin gekommen bin, war ich bereit, weiter zu kämpfen. So groß der Druck auch war, nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie. Dann habe ich weitere Informationen im Laufe des Montags erhalten und für mich den Entschluss gefasst. Ich fand es toll, dass kein einziges Präsidiumsmitglied mich zum Rücktritt aufgefordert hat oder der Rücktritt gar erzwungen wurde. Ich habe diese Entscheidung getroffen und man hat sie respektiert. Es war eine tolle Geste für mich persönlich, dass noch in der Sitzung gesagt wurde, dass ich den DFB auch weiterhin in FIFA und UEFA repräsentieren soll. Dazu bin ich bereit. Genauso bin ich aber gerade vor dem Hintergrund der internationalen Aktivitäten bereit, dass die Dinge hier natürlich national alle aufgeklärt werden müssen."

... zur Frage, was er sich von Franz Beckenbauer wünscht: „Ich kann und darf jetzt nicht weiter von Details und Untersuchungsergebnissen berichten. Den Fehler habe ich vielleicht einmal gemacht, mich hinzusetzen und zu oft sagen zu müssen 'davon habe ich keine Kenntnis'. Aber es ist die Wahrheit gewesen. ... Das ist eine Frage der politischen Verantwortung, so schmerzhaft das auch ist, denn der DFB und der deutsche Fußball ist für mich über all die Jahre viel mehr als nur ein Job gewesen."

... zur Frage, ob er sich als Bauernopfer fühlt: "Nein, ich will jetzt auch keinen Märtyrer spielen. An dem Montagabend habe ich mich sogar ein Stück erleichtert und befreit gefühlt, das gebe ich auch gerne zu. Das schwankt momentan auch ein bisschen. Ich habe jetzt auch heute mitbekommen, dass der stellvertretende Generalsekretär Stefan Hans schuld an meinen Rücktritt sei. Das ist natürlich überhaupt nicht richtig. Das Gegenteil ist richtig. Gerade er war mehr als zehn Jahre einer meiner wichtigsten Mitarbeiter, der mich konkret und ausgiebig informiert hat. Es ist mir wichtig, das noch einmal herauszustellen."

... zur Frage, ob es sich um seine Handschrift handelte: "Das ist auch so eine Sache, dass wie selbstverständlich verlangt wird, einen Schmierzettel, wo verschiedene Handschriften drauf sind, als denjenigen zu erkennen, wo man - es war wohl November 2004 - etwas draufgeschrieben hat. Als mir dieses Dokument erstmals gezeigt wurde, hatte ich gehofft, dass ich überhaupt den Vorgang erkenne. Das ist bei mir nicht eingetreten. Ich habe es nicht zuordnen können. Ich bin dazu nicht in der Lage. Es kann sie gewesen sein, obwohl da einige Dinge bei sind. Ich will da nicht so tief drauf eingehen, das ist auch erledigt. Das war auch so ein Puzzlestück, was mich seit einigen Wochen begleitet hat."

SID

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