3 Millionen Euro Ablöse

Hertha BSC verpflichtet Stark aus Nürnberg

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Niklas Stark wechselt vom 1. FC Nürnberg in die Bundesliga zu Hertha BSC Berlin.

Nürnberg/Berlin - Die Ziele des 1. FC Nürnberg geraten schon früh in der Saison in Gefahr. Nach dem mäßigen Zweitligastart muss Trainer Weiler den Verlust von Defensivtalent Stark schlucken. Das Geld ist zu wichtig.

Am Tag nach der Niederlage beim Tabellenführer VfL Bochum bekamen die Hoffnungen auf eine sportliche Renaissance des 1. FC Nürnberg in der 2. Fußball-Bundesliga mit dem Verkauf von Defensivtalent Niklas Stark einen weiteren Dämpfer. Der „Club“ kassiert dem Vernehmen nach eine Ablösesumme von drei Millionen Euro für den U19-Europameister. Die sportliche Zielsetzung, im oberen Tabellendrittel mitspielen zu wollen, gerät noch mehr in Gefahr.

„Sportlich ist es ein Verlust für uns“, sagte Trainer René Weiler am Montag nach dem Training der „Club“-Profis, das bereits ohne Stark stattfand, deutlich. Der Wechsel hat ganz offensichtlich finanzielle Hintergründe. „Er ist für den Club wohl erheblich“, meinte Weiler. „Wenn das Transfergeld dem Verein gut tut, dann muss man diese Entscheidung als Trainer auch akzeptieren.“

Laut „Bild“-Zeitung (Montag) soll der 20-jährige Stark in Berlin einen Vertrag bis 2019 unterzeichnen. Der Defensivspieler Neustadt an der Aisch war im Alter von neun Jahren zum „Club“ gekommen. Beim 1:2 in Bochum konnte ihn Weiler am Sonntag letztmals einsetzen. Stark war im defensiven Mittelfeld noch der beste Nürnberger.

Am Morgen danach musste der Trainer den Verlust des Hoffnungsträgers bestätigen: „Er wird nach Berlin wechseln und künftig für Hertha BSC spielen.“ Da absolvierte Stark bereits den Medizincheck in der Hauptstadt. Für den Bundesligisten ist er ein Mann mit Zukunft, zumal er in der Defensive vielseitig verwendbar ist. In der Bundesliga absolvierte er für den „Club“ 24 Spiele, eine Klasse tiefer kam er zu 30 Einsätzen.

Ungeachtet der sportlichen Schwächung rückt der 1. FC Nürnberg nach dem schwachen Saisonstart mit vier Punkten aus vier Spielen nicht von seinem ehrgeizigen Ziel ab, so lange wie möglich um den Aufstieg mitzukämpfen. Neun erzielte Tore belegen die durchaus vorhandene Offensivkraft. Aber schon zwölf Gegentreffer sind für ein vermeintliches Spitzenteam indiskutabel. „Insgesamt müssen wir noch entschlossener auftreten und defensiv noch enger stehen“, forderte Torwart Thorsten Kirschbaum in Bochum. Starks Abgang schwächt die ohnehin auch quantitativ schwach besetzte Nürnberger Defensivabteilung jedoch noch mehr.

Dem Heimspiel am kommenden Sonntag gegen die noch schlechter gestartete Düsseldorfer Fortuna mit dem Fürther Ex-Trainer Frank Kramer kommt bereits früh in der Saison eine Schlüsselrolle zu. „Bei uns sind Schwankungen da. Aber wir müssen jetzt nach vorne schauen. Wir müssen uns auf jeden Fall steigern“, erklärte Routinier Jan Polak. Nur ein Sieg kann dafür sorgen, dass die Stimmung in der anschließenden Länderspielpause nicht einen Tiefpunkt erreicht.

dpa

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