Norwegen vs. Deutschland

Mario Götze grinst trotz Kritik

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Für Mario Götze läuft es nicht so rund.

Oslo - Mit 17 Ballkontakten konnte Mario Götze im Spiel gegen Norwegen nicht gerade glänzen. Dennoch trat der Ex-Bayer lächelnd vor die Presse.

Mario Götze stand da und grinste. Etwas anderes blieb ihm auch nicht übrig. Frisch geduscht hielt der Ex-Bayer vor den Journalisten, wo ihm direkt von Jens Lehmanns Fazit seiner Partie berichtet wurde. „Ich habe keinen Sprint gesehen, ich habe gar nichts gesehen“, hatte der Ex-Schlussmann bei RTL zum Besten gegeben. Und weiter:„Mario Götze gibt einem immer das Gefühl, dass er nichts macht.“ Und Götze selbst? Er lauschte, grinste, mehr als„interessant“ brachte der Borusse aber nicht hervor. Kein Wunder. Mit 17 Ballkontakten und zwei von neun gewonnenen Zweikämpfen in 72 Minuten hatte Götze wenig Argumente auf seiner Seite. Wie schon des Öfteren zuletzt. Es bleibt also die Frage: Wird er je wieder der Alte?

In seinen Augen war alles halb so wild. Natürlich. „99,9 Prozent“, antwortete Götze auf die Frage, bei wieviel Prozent er denn sei, gab aber nach weiteren Nachfragen zu, dass „auf jeden Fall noch Luft nach oben“ sei. „Ich hätte gerne ein Tor gemacht, das ist mir nicht gelungen“, so der 24-Jährige weiter. „Nichtsdestotrotz waren es zwei wichtige Spiele für mich. Jetzt freue ich mich auf Dortmund, wo einige Spiele und Aufgaben auf uns warten. Klar: Ich komme zurück, um zu spielen. Ob es dann auch so kommt, entscheidet der Trainer.“

Großartig Werbung für Einsätze im Tuchel-Team konnte Götze jedenfalls nicht machen. Jogi Löw ließ den Ex-Bayern erneut als falsche Neun ran, wo das Spiel an ihm vorbeizulaufen schien. Selbst der junge Julian Brandt (siehe unten), der nach 72 Minuten für den blassen Borussen eingewechselt wurde, kam in 18 Minuten auf zwei Torschüsse mehr und nur einen Ballkontakt weniger als der WM-Held. Sei’s drum. Rückendeckung bekommt Götze nach wie vor vom DFB, wie Oliver Bierhoff bereits Minuten nach der Partie unter Beweis stellte: „Wir haben von ihm verlangt, dass er auf Höhe der Verteidiger bleibt. Zentral geht das Spiel oft wie beim Mittelkreis im Handball an dir vorbei. Er hat sich aber reingehauen und wird eine weitere Entwicklung nach oben machen. Das braucht nur Zeit.“

Bilder: Deutschland souverän - einer bekommt Note 1

Auch seine Mitspieler zögerten nicht eine Sekunde, sich vor Götze zu stellen und versuchten, den schwachen Auftritt des Dortmunders fußballerisch zu erklären. „Mittelstürmer sind bei Mannschaften, die so tief hinten stehen, immer wenig am Spiel beteiligt. Genau das ist aber nötig, um für die Halbpositionen Räume zu schaffen. Einer muss hochstehen und die Verteidiger binden. Wenn Mario kurz kommt, kann er sich für die Statistik zwar ein paar Ballkontakte abholen, der Mannschaft bringt das aber nicht viel. Dementsprechend hat er da einen etwas undankbaren Job, innerhalb der Mannschaft steht das aber nicht zur Debatte“, so Thomas Müller. Noch nicht. Aber wer weiß, viellecht taut er ja beim BVB tatsächlich wieder auf – und hat endlich wieder echten Grund zu grinsen.

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