1:5 Debakel gegen Fürth

Club nach Derbypleite: „Tut natürlich weh"

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Schwarze Stunde für den 1.FC Nürnberg, im Frankenderby verlor der Club mit 1:5 gegen den kleinen Nachbarn.

Frankfurt/Fürth - Schlimmer geht's nicht: Der 1. FC Nürnberg hat im Derby bei der SpVgg Greuther Fürth ein Debakel erlebt. Trainer Valerien Ismaël bleibt nicht viel Zeit, um die Fans wieder zu versöhnen.

Nach dem historischen Debakel gegen den ärgsten Rivalen half nur die Flucht nach vorne. „Das tut natürlich weh - aber da müssen wir mit der Mannschaft durch“, sagte Valerien Ismaël, Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg, sichtlich mitgenommen: „Es ist uns klar, dass es ein sehr wichtiges, ein sehr besonderes Spiel war. Daran müssen wir wachsen und daraus lernen.“

Die mit „Rückschlag“ vom französischen Coach noch sehr milde beschriebene 1:5 (1:2)-Pleite bei der SpVgg Greuther Fürth im 257. Franken-Derby kam für den Club zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Der Saisonstart im Unterhaus galt für den von vielen zum Aufstiegsfavoriten erhobenen Absteiger als Gradmesser nach dem Umbruch. Nach dem ordentlichen 1:0 gegen Erzgebirge Aue zum Auftakt sorgte die Blamage im Ronhof für pure Ernüchterung. Am Freitag wartet auf Nürnberg nun im DFB-Pokal Drittligist MSV Duisburg (20. 00), gegen den ein Sieg Pflicht ist.

„Wenn man so viele krasse individuelle Fehler macht, ist das reine Kopfsache“, sagte Ismaël: „Natürlich ist es sehr schwierig, wenn wir so früh 0:2 zurückliegen und das in so einem Spiel, in so einem Derby, das sehr wichtig für die Region und für unsere Fans ist.“ Die glückseligen Fürther, die ihren 73. Derby-Sieg ihrem bei einem Autounfall schwer verletzten Stürmer Ilir Azemi widmeten, haben „uns knallhart bestraft“, konstatierte der Trainer.

Der starke Abdul Rahman Baba (8./57.), Goran Sukalo (17.) per Foulelfmeter, Tom Weilandt (76.) und Robert Zulj (87.) trafen vor 17.200 Zuschauern mitten ins Nürnberger Herz. Der zwischenzeitliche Anschluss durch Club-Ikone Javier Pinola (35.) war am Ende nur Makulatur - die Nürnberger hatten letztendlich nichts entgegenzusetzen. „Dann muss man auch erst einmal Spieler auf dem Platz haben, die in der Lage sind, das wegzustecken“, sagte Ismaël: „Die Spieler müssen daraus lernen, wie man das besser lösen kann und nicht versuchen, das Schönste zu spielen.“

Gelungen war das nur den Hausherren, die vier Tage nach dem Azemi-Schock wie entfesselt aufspielten. „Wir haben von der ersten Minute alles gegeben, haben für die Fans, die Stadt und auch für Ilir gekämpft. Es war eine schwierige Woche für uns“, sagte Sukalo. Stephan Schröck jubelte: „Geile Sache!“

Azemi, der in der Nacht zum Donnerstag bei einem Zusammenstoß eine Lungenquetschung und mehrere Rippenbrüche erlitten hatte, sei „in jeder Sekunde, jeder Minute in unserer Mitte“ gewesen, sagte der Neuzugang: „Ilir ist nicht nur ein Teamkamerad, er ist wie ein Bruder für uns, deswegen waren wir alle tief betroffen, was unter der Woche passiert ist.“

Ihre hässlichste Seite hatten bei der Anreise einige unverbesserliche Chaoten gezeigt. Zwar blieb der Großeinsatz der Polizei beim Duell der Erzrivalen „nahezu störungsfrei“, bei einem Zwischenfall in der U-Bahn wurde aber eine 22 Jahre alte Fahrerin leicht verletzt - sie wurde von einem Feuerlöscher getroffen, der aus dem Fenster einer mit Clubfans besetzten entgegenkommenden Bahn geworfen wurde.

SID

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