Mit Dellen davon gekommen

Club-Opposition scheitert - Bader bleibt

Der Vertrag von Martin Bader als Sportvorstand des 1. FC Nürnberg läuft noch bis 2017.
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Der Vertrag von Martin Bader als Sportvorstand des 1. FC Nürnberg läuft noch bis 2017.

Nürnberg - Bei der Marathon-Versammlung des 1. FC Nürnberg wird nicht Sportvorstand Bader zum Verlierer. Die Initiative „Pro Club 2020“ geht krachend unter - ebenso der langjährige Aufsichtsratschef.

Der Umsturz blieb aus. Beim 1. FC Nürnberg kann Sportvorstand Martin Bader vorerst weiter die Richtung vorgeben. Der langjährige Macher überstand die Marathon-Hauptversammlung des Zweitligisten mit ein paar Dellen, von Rücktritt war in der Nacht zum Mittwoch nach dem Sitzungsende um kurz vor 3 Uhr keine Rede mehr.

„Ich habe selbstverständlich persönlich überlegt, den Weg frei zu machen“, sagte Bader, der trotz einiger Pfiffe und „Raus“-Rufe aus dem Plenum auf der Kommandobrücke des Traditionsklubs bleibt. „Ich bin so erzogen und habe mein Berufsleben so bestritten, dass in kritischen Situationen nicht aufgegeben wird“, erklärte Bader, dessen Vertrag als Sportvorstand noch bis 2017 läuft.

Als Verlierer verließen andere die Frankenhalle, in die 2016 Mitglieder geströmt waren - mehr als jemals zuvor. Die Initiative „Pro Club 2020“ um Ex-Aufsichtsrat Hanns-Thomas Schamel erlitt bei der Wahl von fünf neuen Mitgliedern des Kontrollgremiums eine krachende Niederlage. Weder der Unternehmer noch seine drei Mitstreiter kamen in den neunköpfigen Aufsichtsrat. „Ich nehme es sportlich, ich habe verloren“, erklärte Schamel. Auch der seit 15 Jahren amtierende Aufsichtsratschef Klaus Schramm gehörte zu den Geschlagenen. Der 75-Jährige wurde nicht wiedergewählt, der „Club“ wird einen neuen Aufsichtsratschef erhalten.

Die Opposition um Schamel wollte einen Neuanfang möglichst ohne Sportvorstand Bader und Finanzvorstand Ralf Woy, der für die vergangene Abstiegssaison einen kleinen Gewinn von 409 000 Euro vorweisen könnte. In den Aufsichtsrat gewählt wurden Stefan Müller, Thomas Grethlein und Mathias Zeck. Johannes Bisping und Rainer Gömmel zogen als Ersatzmitglieder in das Gremium ein. Die Mitglieder entschieden sich bei ihrem Votum für unabhängige Kandidaten.

Bader gesteht Fehler

Der gewiefte Bader bezeichnete sich als „kritikfähig“, räumte Fehler ein, hielt aber auch Kurs. In seiner Rede wehrte er sich vehement gegen Urteile, der neunmalige deutsche Meister habe sich zuletzt als „Chaos-Club“ präsentiert. Der 46-Jährige warb für eine „Vereinskultur“, in der wieder intern diskutiert und kritisiert werde. „Der Verein hat kein gutes Bild abgegeben.“ Das gilt auch sportlich. Die Mannschaft um Trainer Valerien Ismael, die der Versammlung anfangs beiwohnte, steht nur auf Platz 13. „Aktuell brauchen wir nicht von der Ersten Liga zu reden“, sagte Bader.

Der Sportvorstand musste Mängel beim Umbruch nach dem achten Bundesliga-Abstieg im Sommer zugeben. „Wir müssen uns eingestehen, dass nicht jede Personalie aufgegangen ist“, erklärte Bader, der seit 2004 beim „Club“ arbeitet: „Die sportliche Situation ist kein Zufall, sondern eine Folge von Fehleinschätzungen.“ Ein Zwischenrufer warf Bader vor, den Verein „kaputt“ zu machen.

Bader-Kritiker Günther Koch entging auf der Versammlung einer Niederlage. Ein Dringlichkeitsantrag zur Abberufung des Aufsichtsratsmitglieds scheiterte nach einer emotionalen Debatte mit 830 zu 940 Stimmen. Die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit zur Zulassung des Antrags wurde deutlich verfehlt.

dpa

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