Drei Trainer müssen gehen

Oranje-Stars retten Hiddink den Job

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Mit einem 6:0-Sieg haben Hollands Fußball-Stars ihren Absturz gestoppt.

Berlin - Mit einem 6:0-Sieg haben Hollands Fußball-Stars ihren Absturz gestoppt. Richtig gut läuft es für England und überraschend auch die Slowakei in der Qualifikation zur EM 2016. Auch Österreich darf auf die EURO-Teilnahme hoffen. Drei Trainer verlieren den Job.

Arjen Robben & Co. haben Guus Hiddink vorerst den Job als niederländischer Bondscoach gerettet. Nach zuletzt vier Pleiten in fünf Spielen durfte der Trainer-Veteran am Sonntag dank des 6:0 (3:0)-Befreiungsschlags gegen Lettland in der Qualifikation zur Fußball-EM aufatmen. Zuvor hatte Hiddink sein Schicksal mit dem Ausgang der Partie in Amsterdam verknüpft. Je zweimal Robben (35. Minute/82.) und Klaas-Jan Huntelaaar (42./89.) sowie Robin van Persie (6.) und Jeffrey Bruma (78.) schossen den Kantersieg heraus. Mit dem zweiten Erfolg im vierten Spiel nahm das Oranje-Team in der EM-Qualifikation wieder Kurs auf die EM 2016 in Frankreich.

Fast schon fest für die EURO buchen können die Engländer nach dem 3:1 gegen Slowenien. Für Wayne Rooney war der Abend in Wembley wie gemalt. Erst nahm Englands Kapitän aus den Händen von Sir Bobby Charlton eine goldene Kappe für sein 100. Länderspiel entgegen, dann führte er seine Three Lions zum Sieg. „Diese besondere Nacht werde ich nie vergessen“, sagte der 29-Jährige fast ein wenig ergriffen. Als die Slowenen die Party zu seinem 100. zu verderben drohten, sorgten Rooney selbst per Foulelfmeter und der zweimal erfolgreiche Danny Welbeck doch noch für den Heimerfolg.

Vier Siege zum Start in die EM-Qualifikation weist neben den Engländern nur noch das Überraschungsteam der Slowakei auf, das den nächsten deutschen Gegner Spanien mit seinem 2:0-Erfolg in Mazedonien weiter drei Punkte hinter sich ließ. Für Österreich rückt die zweite EM-Teilnahme nach 2008 mit dem wertvollen 1:0-Sieg gegen Russland ein großes Stück näher.

Angeführt von Real Madrids Jungstar Isco stimmte sich Europameister Spanien mit einem glanzlosen 3:0 in Huelva gegen Weißrussland auf das Duell mit Deutschland ein. Als „andalusisches Genie“ bezeichnete „Marca“ den 22-Jährigen, der seine Mannschaft mit einem Schuss in den Torwinkel in Führung brachte. Dennoch war Coach Vicente del Bosque nach dem Pflichtsieg nicht rundum zufrieden: „Wir haben zeitweise die Schönspielerei übertrieben.“

Für drei seiner Kollegen war das vierte Spiel in der Qualifikation auch schon das letzte. Griechenlands Coach Claudio Ranieri verlor nach der 0:1-Blamage gegen die Färöer ebenso seinen Job wie der Georgier Temur Ketsbaia, dessen Elf in der Deutschland-Gruppe mit 0:4 gegen Polen unterging. Der 67-jährige Dick Advocaat zog von sich aus einen Schlussstrich, nachdem seine Serben beim 1:3 gegen Dänemark ein „schreckliches Spiel“ abgeliefert hatte. In Russland werden nach dem 0:1 von Wien die Rufe nach einer Ablösung von Fabio Capello lauter.

Österreich erspielte sich einen komfortablen Vorsprung auf die Konkurrenz. Dass Rivale Schweden trotz der frühen Führung durch Zlatan Ibrahimovic nicht über ein 1:1 in Montenegro hinauskam, machte den Abend im Ernst-Happel-Stadion perfekt für Austria. „Die Tabelle sieht sehr schön aus, aber das kann auch trügerisch sein“, sagte Trainer Marcel Koller angesichts des Vier-Punkte-Polsters an der Tabellenspitze. Matchwinner war einmal mehr Robin Okotie vom Zweitligisten 1860 München, der den Österreichern schon beim 1:0 gegen Montenegro zu drei Punkten verholfen hatte.

Auch beim Nachbarn Schweiz zeigt die Formkurve nach oben. Unter der Regie des zweifachen Torschützen Xherdan Shaqiri gelang den unter Ottmar-Hitzfeld-Nachfolger Vladimir Petkovic schwach gestarteten Eidgenossen beim 4:0 über Litauen der fest eingeplante Sieg. Wie groß die Erleichterung darüber war, verdeutlichte Josip Drmic. „Das Ganze ist eine große Erlösung für uns, für die ganze Mannschaft“, erklärte der Leverkusener. Der Erfolg in St. Gallen ließ die Nati in Gruppe E auf Platz zwei hinter England klettern.

Im Schatten der Großen probten drei Fußball-Zwerge den Aufstand. Liechtenstein gelang mit dem 1:0 in Moldawien der erste Auswärtssieg in einem Pflichtspiel seit zehn Jahren. San Marino beendete beim 0:0 gegen Estland seine seit 66 Spielen währende Niederlagenserie in Wettbewerbsspielen. Die Färöer schockten Griechenland mit ihrem erst vierten, aber bisher größten Pflichtspielsieg auf fremdem Platz. Das 1:0 in Piräus hatte zudem Konsequenzen: Ranieri verlor seinen Posten.

dpa

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